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Eigentlich wollte die Lehrerstochter aus Wuppertal, die in Rheine aufwuchs und Abitur machte, in Münster studierte und in Bochum und Dortmund lehrte, nicht in die Politik. Die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Rita Süßmuth war denn auch nur in Hochschulkreisen und in der katholischen Kirche gut bekannt, als Helmut Kohl sie 1985 ins Bundeskabinett holte und zur Familienministerin machte. Erst vier Jahre vorher war sie in die CDU eingetreten. Die bisherige Parteiferne war vielleicht auch der Grund dafür, dass Rita Süßmuth ihre eigenen Wege ging, und sich damit das Missfallen des Kanzlers zuzog, so dass er sie weg lobte auf das Amt der Bundestagspräsidentin. Sie übte es zehn Jahre lang aus und erwarb sich großes Ansehen in der Bevölkerung. Die „Frau des Jahres“, zu der sie zwei Jahre nach Amtsantritt erkoren wurde, zählte rund ein Jahrzehnt zu den beliebtesten Politikern der Republik – wobei ihre Eigenständigkeit und Überparteilichkeit ihr hohe Sympathiewerte verschafften.
Autor/in:
Ursula Deutschendorf
Redaktion:
Mark vom Hofe
Erlebte Geschichten: Rita Süßmuth






