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Eine Frau spaziert am Zaun eines Strandweges entlang (Rechte: WDR)
Sendung vom 03.04.2005, 07:05 bis 07:30 Uhr
Hellmuth Karasek; Rechte: picture-alliance / ZB

 Hellmuth Karasek

"Ich hatte eine ziemlich gruselige Zukunft"

Hellmuth Karasek, Kritiker, Autor, Herausgeber

Als Vierjähriger musste er zum ersten Mal fliehen. 1938 aus Brünn zu seinen Großeltern nach Wien. Als Elfjähriger mit seiner hochschwangeren Mutter und drei jüngeren Geschwistern nach Niederschlesien. Nach dem Krieg ging es zurück nach Schlesien. 1946 wurde die Familie ‚ausgesiedelt' nach Bernburg an der Saale. Nach dem Abitur floh er nach Westberlin, weil ihm als Schulbestem ein Studium in Moskau drohte. Er durchlief das Notaufnahmelager in Hamburg und begann 1956 ein Studium in Tübingen. 1960 wurde er Redakteur bei der "Stuttgarter Zeitung", wo er Friedrich Dürrenmatt und 1968 noch den Philosophen Max Horkheimer kennen lernte, für ihn einer der " bewegendsten Momente" seiner Berufslaufbahn. Es folgten Jahre beim "Spiegel". Zuletzt machte er durch erfolgreiche Bücher von sich reden.

Lebenslauf


Geboren am 4. Januar 1934 in Brünn (damals Tschechoslowakei, vormals Österreich)
1952 Abitur in Bernburg, nach Flucht in den Westsektor Studium der Germanistik, Geschichte und Anglistik in Tübingen,
1958 Promotion zum Dr. phil.
1960 Redakteur bei der "Stuttgarter Zeitung", dort später Feuilletonchef, zur gleichen Zeit erste Sendereihe im Fernsehen.
1968-1974 Theaterkritiker und Feuilletonredakteur zur "DIE ZEIT". Danach bis 1991 verantwortlicher Redakteur in Kulturressort des "SPIEGEL", bis 1996 dann "SPIEGEL"-Autor und Drehbuchautor.
Durch vielfache Medienpräsenz sehr bekannt und populär (u. a. "Literarisches Quartett"), Autor vieler Sachbücher (z. B. über Max Frisch und Bertold Brecht). Auch als Dramatiker und Übersetzer bekannt.
Seit 1997 Mitherausgeber des Berliner "Tagesspiegel", 1998 Romandebüt mit "Das Magazin", das zunächst von den Kritikern verrissen wurde.
2001 zweiter Roman, der geteilte Kritiken verursachte.
2004 wechselt Karasek vom Berliner "Tagesspiegel" als Autor zum Axel-Springer-Verlag.
Als Auszeichnungen erhielt er u. a. den Theodor-Wolff-Preis, Bayerischen Fernsehpreis und das Bundesverdienstkreuz. Er gehört zum PEN-Zentrum BRD und hat seit 1992 eine Honorarprofessur am theaterwissenschaftlichen Institut der Universität Hamburg.
Karasek ist seit 1982 in zweiter Ehe verheiratet und hat vier Kinder.

 

 

Autor/in:

Maicke Mackerodt

Redaktion:

Hanns Otto Engstfeld

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