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Eine Frau spaziert am Zaun eines Strandweges entlang (Rechte: WDR)
Sendung vom 01.11.2008, 18:05 bis 18:30 Uhr
Ein Buch mit hebräischen Schriftzeichen.

 Jüdische Literatur in Deutschland

Sie ordnete die „Germanica Judaica“

Jutta Bohnke-Kollwitz

Als sie an einem eisigen Februarmorgen 1960 ihre Arbeitsstätte aufsuchen wollte, verwehrte ihr der Pförtner im Haus in der Kölner Merlostraße, unweit des Ebertplatzes, den Zutritt: Er kannte die Frau nicht, die sich anschicken sollte, die vorhandenen 180 Bände Literatur zum deutschen Judentum zu sichten und den Bestand zu vergrößern. Jutta Bohnke-Kollwitz, Enkelin von Käthe Kollwitz, war die erste Leiterin der Germanica Judaica, der größten Spezial-Sammlung jüdischer deutscher Literatur. Heinrich Böll hatte zusammen mit Paul Schallück darauf gedrungen, dieses vorhandene Vermächtnis öffentlich zu machen und Ende der 50er Jahre, wie Klaus von Dohnanyi sagte, „durch die Verbreitung von Tatsachen und Meinungen zum besseren Verständnis von Juden und Nichtjuden in Deutschland beitragen“.

Autor/in:

Ursula Deutschendorf

Redaktion:

Mark vom Hofe

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