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1904 in Essen geboren, wuchs Hans Burkardt in der Vorzeigesiedlung Margarethenhöhe auf. Als Kaiser Wilhelm II. den von Krupp erbauten neuen Stadtteil besuchte, interessierte das den damals 8jährigen Hans herzlich wenig: Er saß lieber am Klavier, und das wurde zu seiner lebenslangen Leidenschaft. Neben der Musik liebte er auch die Natur, war Mitglied der Jugendbewegung Wandervogel. An der Musikhochschule in Köln legte er dann 1930 sein Examen als Musikpädagoge ab. In der NS-Zeit gehörte Hans Burkardt, wie alle Musiker, der Reichsmusikkammer an. Als man ihm eine Dozentenstelle an der Essener Folkwang-Schule anbot, redete er sich fast um "Kopf und Kragen": Er habe zwar Interesse, wolle aber auf gar keinen Fall Parteimitglied werden. Sein publik gemachter Standpunkt hatte keine negativen Folgen für ihn und er bekam die Stelle. Nach Kriegsende war er hauptsächlich als Journalist und Musikkritiker für Zeitungen und Zeitschriften tätig. Der mittlerweile 101jährige betrachtet sich als Glückskind: Dass er als Säugling ein Auge verlor, sieht er als "Glück im Unglück". Schließlich habe er dadurch nicht Soldat werden müssen. Aber jeden Tag eine Stunde Klavier spielen und ab und an Konzertkritiken schreiben, das klappe auch heute noch.
Autor/in:
Katrin Fromme
Redaktion:
Mark vom Hofe





