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Der Niederländer Cornelius de Pauw, der sich lange am Hof in Sanssouci aufhielt, erklärte die Entdeckung Amerikas kurzerhand zum größten Unglück der Menschheit. Kaum hätten die europäischen Einwanderer ihr Schiff verlassen, beginne der Prozess ihrer physischen und mentalen Degeneration. Das Land sei vergiftet und sogar die Hunde stellten das Bellen ein. Amerika werde niemals imstande sein, ein politisches System und eine Kultur von irgendeiner Bedeutung hervorzubringen.
Amerika galt als kulturlos und entwurzelt. Mit diesem Land ohne Adel, Traditionen und feste Ordnung ließ sich im Sinne Hegels kein Staat machen. Bis heute ist die „Kulturlosigkeit“ der Amerikaner unverzichtbarer Bestandteil der Amerikakritik der Gebildeten in Europa. Der kulturelle Antiamerikanismus war und ist eine Domäne der Rechten, der politisch motivierte Antiamerikanismus eine der Linken. Ein Feature mit völkerpsychologischen Einsichten, das der Frage nachgeht, wie das Phänomen des Antiamerikanismus immer wieder die Gestalt, aber nicht die Substanz gewechselt hat.
Produktion:
WDR 2009
Autor/in:
Klaus Jürgen Haller
Redaktion:
Thomas Hauschild
Manuskript (PDF) zu " Ein Volk ohne Kultur? Die Geschichte des Antiamerikanismus"










