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Kalenderblatt von 1945 und eine alte Taschenuhr (Rechte: WDR)
Sendung vom 14.02.2010, 11:05 bis 12:00 Uhr
Zeitungen hängen an Transportbändern; Rechte: dpa/picture-alliance

 Was hat sich in der Zeitungslandschaft getan?

Operation am offenen Herzen

Wie Zeitungshäuser ums Überleben kämpfen

„Das war wie eine Geisterstadt“, erinnert sich die ehemalige Redakteurin. „Die Tiefgarage verlassen, überall Spinnweben, Fahrräder, die keiner mehr mitgenommen hat.“ So sah es aus, als der Verlag Gruner + Jahr seinen Standort in Köln dichtmachte. 100 Journalisten verloren ihren Job. In den Chefetagen der Zeitungshäuser herrscht Alarmstufe rot: Die Auflagen schrumpfen, die Anzeigenerlöse gehen dramatisch zurück. Immer mehr Menschen informieren sich lieber kostenlos im Internet als am Kiosk eine Zeitung zu kaufen. Steht der Pressebranche bevor, was Textilindustrie, Kohle und Stahl hinter sich haben?

Das Feature beleuchtet, wie die WAZ-Gruppe, die Rheinische Post oder der DuMont-Verlag der Krise begegnen. Wir berichten von der neuen Zentralredaktion, die Kosten senken soll. Von Bürgerjournalisten, die Texte und Fotos ohne Honorar liefern. Und von Anzeigenkunden, die zunehmend Einfluss auf die Redaktionsarbeit nehmen. Zu Wort kommen Chefredakteure, Betriebsräte, Zeitungsleser, Internetnutzer und Medienforscher.

Manuskript Dok 5: Operation am offenen Herzen

Hörprobe

Einige Zahlen

  • Im Jahr 2000 arbeiteten 15.306 Redakteurinnen und Redakteure bei deutschen Tages- und Wochenzeitungen. 2009 waren es noch 14.259.
  • 2009 erschienen in Deutschland 351 Tageszeitungen, 27 Wochenzeitungen und 6 Sonntagszeitungen mit einer Gesamtauflage von 25,3 Millionen.
  • Überregionale Tageszeitungen erwirtschaften 55 Prozent ihrer Einnahmen mit Werbung und Anzeigen, 45 Prozent steuern die Verkaufserlöse bei.

Literaturtipp

  • „Zeitungen 2009“, 400-Seiten-Broschüre, herausgegeben vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger

Angaben zum Autor

Matthias Holland-Letz, Jahrgang 1961, erinnert sich gut an seine ersten Praktika in den Redaktionen rheinischer Lokalzeitungen. Die absolvierte er 1985 und 1986. „Wir tippten unsere Texte auf der mechanischen Schreibmaschine“. Mußte ein Bericht umgebaut werden, schnitt man Streifen vom Manuskriptbogen ab und klebte sie neu zusammen. Arbeitsgänge, die wie aus der Steinzeit erscheinen. Heute beobachtet er, wie dramatisch das Internet die Presselandschaft umpflügt.

Angaben zur Produktion

Produktion: WDR 2010

Autor: Matthias Holland-Letz

Redaktion: Marita Knipper

 

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