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Der Schein eines Leuchtturms beleuchtet verschiedene Orte. (Rechte: WDR)
Sendung vom 07.10.2012, 11:05 bis 12:00 Uhr
Weite Wiesen und Weizenfelder, im Hintergrund ein paar Windräder; Rechte: picture-alliance/Karsten Lemm

 Landwirtschaftliches Idyll - bald nicht mehr vorhanden?

Bodenlos

Droht dem Acker die Verwüstung?

Deutschland ist grün. Von oben jedenfalls. Doch wer an der Oberfläche kratzt und tiefer gräbt, stößt auf eine dramatische Verschlechterung der Bodenqualität. Schwere Landmaschinen, Monokulturen, Pestizide und Kunstdünger vernichten Humus und nehmen der dünnen, fruchttragenden Schicht ihre Funktion als natürlicher Wasser- und Kohlenstoffspeicher. Im norddeutschen Maisgürtel spricht man bereits von "toter Erde" - und nicht nur hier. Die Folgen sind Staubstürme, Schlammlawinen sowie eine stetig sinkende Artenvielfalt.

Etliche Landwirte versuchen den Raubbau zu stoppen und dem Boden seine Fruchtbarkeit zurückzugeben. Doch noch fehlt es an der nötigen Unterstützung. Nur zögernd stellen sich Behörden und Politiker dem Problem.

 

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Literaturtipp

Mit den  Ursachen der Bodenverschlechterung in Mitteleuropa beschäftigt sich das  Buch von Gerald Dunst: Intensive Landwirtschaft überbeansprucht die Äcker, Überdüngung und Pestizide vergiften und degenerieren die Böden, Wasser und Wind tragen die geschädigte, im Winter oft unbebaute Erde fort:

  • Gerald Dunst: "Humusaufbau. Chance für Landwirtschaft und Klima", Kaindorf 2011

Die Geschichte der Bodenverschlechteruing reflektiert das Buch von David R. Montgomery:

  • David R. Montgomery: "Dreck. Warum unsere Zivilisation den Boden unter den Füßen verliert"; München 2010.

Mehr zum Thema

Es gibt zahlreiche Landwirte, die sich um Alternativen zu Maschinen und chemiegestützten Agroindustrie bemühen:

Zu nennen ist u.a. die Ökoregion Kaindorf, ein Zusammenschluss von sechs Dörfern in der österreichischen Steiermark, die ein eigenes "Humusprojekt" entwickelt haben: Landwirte werden angeregt, gezielt Humus auf ihren Äckern aufzubauen und dadurch erhebliche Mengen Kohlenstoff dauerhaft im Boden einzulagern. Die Kosten lassien sie sich mittels eines regionalen CO2-Zertifikatehandels von Unternehmen finanzieren.

Im Bayerischen Rosenheim arbeiten Hunderte von Landwirten am Ausstieg aus der Humusvernichtung. Im "Rosenheimer Projekt" regenerieren sie u.a. mit Pflanzenkohle, Kompost und "Effektiven Mikroorganismen" ihre Böden.
Rosenheimer Projekt

Europaweit forscht das Weinbauinstitut von Delinat einem Verbund von Ökowinzern, am "Klimafarming", d.h. an gezielten Maßnahmen, um der Auslaugung von Weinbergen durch den monokulturellen Anbau entgegenzuwirken und Biodiversität und Böden auch in diesem landwirtschaftlichen Segment zu schützen und zu verbessern.
Informationen über die praxisnahen Alternativprojekte veröffentlicht regelmäßig ihre Zeitschrift:
Ithakajournal
 
Eine Verteidigung der chemiegestützen Landwirtschaft findet sich beim Zusammmenschluß der Pestizid und Düngemittelproduzenten:   
Industrieverbad Agrar e.V.

Die UNO reagierte auf diese Entwicklung mit der Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung:
UNCCD [pdf, 97 Seiten]

Die UNCCD hat zahlreiche Einzelstudien zur Bekämpfung der Wüstenbildung veröffentlicht:
UNCCD

Das komplette Feature-Angebot im WDR-Radio

Angaben zur Produktion

Autor: Albrecht Kieser
Produktion: WDR/NDR 2012
Redaktion: Thomas Nachtigall

Wiederholung

WDR 5, Montag, 8. Oktober 2012, 20.05 Uhr

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