s
Schularten und Lehrplänen fehlt es in Deutschland nicht. Doch der Gemischtwarenladen der Gegenwart reagiert bestenfalls kleinteilig auf eine pädagogische Grundlagenkrise, die einst Visionäre wie Ellen Key, Maria Montessori, Hermann Lietz und Siegfried Bernfeld auf den Plan rief.
Was bleibt von der Arbeit dieser Vordenker, seit zentrale reformpädagogische Ideen wie "Nähe zum Kind" oder "Lernen auf Augenhöhe" durch sexuelle Übergriffe pädophiler Lehrer in Verruf geraten sind? Wie konnte ausgerechnet die Odenwaldschule, das Vorzeigeobjekt der Reformpädagogik, zum Tummelplatz von Kinderschändern werden?
Eine Reise durch die aktuelle Bildungslandschaft zeigt, dass der Aufstand gegen die Pauk- und Drillschule von einst zwar beschädigt, aber keineswegs überholt ist.
Hörprobe
Literatur-Tipps
- Gerhardt Roth: Bildung braucht Persönlichkeit: Wie Lernen gelingt. Klett-Cotta Verlag 2011
- Jürgen Oelkers: Eros und Herrschaft. Die Dunklen Seiten der Reformpädagogik. Beltz-Verlag, Weinheim 2011
- Raymond Klibanski: Erinnerungen an ein Jahrhundert. Insel Verlag, Berlin 2001. S. 12
- D. Brenner/H. Kemper: Theorie und Geschichte der Reformpädagogik, Teil 2. Beltz Verlag, Weinheim 2003
- Tilman Jens: Freiwild. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2011
- Christian Füller: Sündenfall. Wie die Reformschule ihre Ideale missbrauchte. DuMont Buchverlag, Köln 2011
- Gotthold Ephraim Lessing: Die Erziehung des Menschengeschlechts. Deutscher Taschenbuch Verlag 1997
Angaben zur Produktion
Autor: Kurt Darsow
Produktion: WDR 2011
Redaktion: Leslie Rosin
Wiederholung
WDR 5, Montag, 02. November 2011, 00.05–01.00 Uhr










