Gästebuch
![Collage: Willy Brands Kniefalls, VW Käfer, Karl-Heinz Köpcke, Menschen auf Mauer; Rechte: WDR/NDR/dpa [M], ak](/uploads/pics/60jahre_brd_458_120.jpg)
- Eine deutsche Republik - die ersten 60 Jahre. Themenschwerpunkt auf WDR5
60 Jahre BRD - Was hat Sie besonders bewegt?
Die Bundesrepublik Deutschland feiert in diesem Monat ihren 60. Geburtstag (mehr dazu im Themenschwerpunkt von WDR5). In unserem Gästebuch haben wir nach den ganz persönlichen Highlights der WDR5-Hörer und -Hörerinnen gefragt. Lesen Sie hier, welche Momente sie in der wechselvollen Geschichte der BRD besonders bewegt haben.


![Kanzler der BRD; Rechte: WDR/dpa [M]um](/uploads/pics/04_24_60jahre_brd_160_70.jpg)


Ihre Meinung
von UBK | 23.05.2009 07:39 Prägend waren für mich die Karl-May-Filme im Kino. Die Hauptfiguren Vorbilder, wie sie heutzutage mehr denn je gebraucht würden, die Werte vorgelebt haben, die es heute größtenteils nicht mehr gibt.
von Anonym | 21.05.2009 18:30 1947 geboren und seit 1954 im elterlichen Unternehmen gestartet. Es galt der Spruch von Adenauer "Arbeit veredelt den Menschen". Harte Arbeit wurde in jedem Fall belohnt und auch unterstützt durch das "Wirtschafts-wunder" von Prof. Erhardt. Es gab vornehmlich Unter-nehmen indem die die Mitarbeiter mit der "väterlichen Ader" des Unternehmers gestützt wurden. Die kapitale Veredelung der Vorstände und die Globalisierung waren noch nicht vorhanden. Bewegende Momente waren: Die Kuba-Krise, freie Autobahn durch Einsparung Oel, Mauerfall und meine Erlebnisse privat in der Band bei den Earl's und beruflich die Erfahrungen als verantwort-licher Geschäftsführer bei 5 weiteren Unternehmen. Am aufregendsten ist die jetzige Situation und der Vergleich zu damals mit der Erkennung der Fehler die damals gemacht wurden mit den heutigen Folgen.
von Klaus Richter | 21.05.2009 17:24 Mich hat der Mauerfall am stärksten bewegt. Wiedervereinigung ohne Gewalt. Im Frieden:
Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland!
von Andreas Hoffmann | 21.05.2009 07:16 Ich bin kurz nach dem Krieg geboren und habe lange ohne Wissen und Bewusstsein der Schuld gelebt.
Mich hat besonders bewegt die Aussöhnung mit der Schoah, die bleibende Verantwortung für ein unsagbares Unrecht.
von Anna-Louise Körner | 20.05.2009 20:34 Hallo,meine bewegensten Momente liegen schon etwas zurück,ich bin 1951 geboren und da ist meine erstes Ereignis Kennedy und sein Besuch in Berlin,dann die Oelkrise in den 70ziger Jahren verbunden mit dem Sonntags-Fahrverbot,dann natürlich für mich am emontionalsten 1989 die Montagsdemos und die Menschen in der Botschaft zum "guten" Schluß die Maueröffnung-das waren meine Highlights.Mfg Louise Körner
von Bukhard Köhler | 20.05.2009 19:05 In bin Jahrgang 1962 und lebe jetzt bei Paderborn (damals in Hessen).
In 1987 bis nach der Wende habe ich beziehungsbedingt oft den Grenzübergang Herleshausen-Wartha tangiert. Ca. Ende 1987 oder Anfang 1988 fuhr ich von Eisenach Richtung Oberhof.
Hier begegnete ich bei Nacht, Nebel, Kälte und Nieselregen 4 trampenden, uniformierte Soldaten, welche ich kurzerhand noch bis nach Ruhla brachte, obgleich ich ja eigentlich gar nicht dort hin musste. Alleine dies kurze Begegnung widerlegte manches Feindbild (es wurde meist von oben pro-pagiert). Natürlich hätte dies für mich und die Soldaten auch böse Folgen haben können, aber die menschliche Seite war mir wichtiger.
Ca. Ende 1988 oder Anfang 1989 wurde ich an gleichem Grenzübergang von einer sehr jungen und eigentlich hübschen Grenzbeamtin der DDR intensivst gefilzt. Ihre Kfz-Kenntnisse beim zerstö-rungsfreien Ab- und Anbau einer ganzen Reihe von Verkleidungen meines damals hellblauen Asco-na haben mich beeindruckt. Ihr Gesichtsausdruck war sehr ernst und so strikt wie sie ihre Anweisun-gen ausführte hatte ich das Gefühl das hier die Indoktrination hinsichtlich des Klassenfeindes ganze Arbeit geleistet hatte. Und doch sah ich hier einen Menschen, der in diesem System der DDR nur versuchte diesem durch „vorbildliche Arbeit“ gerecht zu werden.
Bevor ich nach fast 2 Stunden Kontrolle weiterfahren durfte verabschiedete ich mich in einer freund-lichen und höflichen Art. Von dem Gesicht der jungen Grenzbeamtin schien eine Maske zu fallen, denn dies hatte diese junge Frau wohl am wenigsten erwartet und stand sprachlos da.
Gerne hätte ich gewusst, was in diesem Moment für Gedanken in Kopf dieses Menschen vorgingen. Leider hatte ich nicht die Möglichkeit dies zu erfahren und Ich habe Sie nie wieder gesehen und doch denke ich, dass solche Begegnungen die Mauer mit zum Einstürzen brachte. ***
Liebe ist stärker als Krieg,
Barmherzigkeit ist mancher Sieg,
Voreile führt manchmal zu Schuld,
doch echter Friede hat Geduld.
(© Burkhard Köhler)
Paderborn, Mittwoch, 20. Mai 2009
von Anna-Louise Körner | 20.05.2009 16:16 Hallo,ich bin 1951 geboren,was mich besonders beeindruckt hat sind drei große Ereignisse,zum ersten war es Kennedy und sein Besuch in Berlin,dann die Oelkrise und das Sonntags fahrverbot und dann natürlich
1989 die Massenflucht der DDR Bürger die Montagsdemos und schulßendlich der Mauerfall der mit den meisten Emotionen vernunden war.
von Peter Hellmanzik | 20.05.2009 13:08 Ich bin Jahrgang 1954 und lebe in der Nähe von Aachen, und mein bewegendster Moment in der Geschichte der Bundesrepublik war der Fall der Mauer. Meine damalige Frau stammte aus der DDR, wo wir uns 1981 kennengelernt hatten.
An jenem 9.11. schalteten wir spätabends den Fernseher ein und sahen und hörten, wie Herr Chabowski die Reisefreiheit verkündete. Wir haben ziemlich haltlos geweint, und wenn ich ganz ehrlich bin, dann stehen mir auch heute noch oft die Tränen in den Augen, wenn z.B. die Bilder von Herrn Gentschers Ansprache in der Prager Botschaft gezeigt werden.
Weiland bin ich oft bei Herleshausen über die Grenze gefahren. Das war natürlich jedesmal sehr aufregend. Besonders toll fand ich es aber, als ich vor einigen Wochen mit meiner jetzigen Frau anlässlich unseres Hochzeitstages für ein verlängertes Wochenende nach Dresden fuhr und ich ihr den alten Grenzübergang auf der Hinfahrt wegen Nebels nicht einmal zeigen konnte.
von Egon Birkendorf, 46562 Voerde | 20.05.2009 11:37 Besonders bewegt hat mich die von der westdeutschen Fußballmannschaft 1954 erstmals errungene Fußballweltmeisterschaft. Ich bin Jahrgang 1938, war damals also 16 Jahre alt. Meine Eltern hatten noch keinen Fernsehapparat; um das Endspiel und die vorherigen Spiele zu sehen, musste ich in eine nahe liegende Gastwirtschaft gehen. Dort saß ich dann in der letzten Reihe vor einer Coca Cola und konnte auf der damals noch recht kleinen Mattscheibe gerade mal genau sehen, welche Mannschaft am Ball war. Das waren noch Zeiten; die heutige Jugend sollte sich das einmal vor Augen führen.
von Martin Tinschus | 19.05.2009 11:35 Zuerst einmal kann ich sagen: "Natürlich der Mauerfall!"
Dem voraus der Einsatz von H.-D.Genscher in der dt. Botschaft in Prag.
Ich bin Jahrgang '63 und habe in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts Reisen in den Osten oder in den Ostblock (Polen) immer als besonders beklemmend empfunden. Einfach wegen der ständigen Kontrolle und der Anwesenheit bewaffneter Militärs an den Grenzen.
Ja, das Ende des real existierenden Sozialismus war für mich ein besonderes Erlebnis.
Leider sind alle daran anschließenden Ereignisse ein bischen zu schnell gegangen.
Es kam mir ein wenig so vor, als wenn die damals "amtierenden Politiker" als die "Widervereinigungspolitiker" in die Geschichte eingehen wollten und daher alles so "hoppla-hopp" abgewickelt wurde.
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