Im Plattenschrank mit Sascha Ziehn
Aus dem Leben direkt auf die Ohren immer mittwochs in der LebensArt
Der Soundtrack zu Ihrem Leben
Im Plattenschrank mit Sascha Ziehn
Es gibt diese Songs, die mit ganz bestimmten Erinnerungen untrennbar verbunden sind: Das Lied, das damals in der Disko beim ersten Kuss lief, die erste Kassette, die man nach bestandener Führerscheinprüfung ins Autoradio geschoben hat, der Soundtrack zum ersten Liebeskummer oder der Hit im Urlaub nach der erfolgreichen Abi-Prüfung.
Die WDR 5 LebensArt sucht genau diese Lieder: Ihre "Lebenslieder". Sascha Ziehn kriecht dann in seinen begehbaren Plattenschrank, sucht diese Lieder heraus und stellt die Geschichten vor.
A
Was die Beatles für die 1960er Jahre waren, waren Abba vielleicht für die 70er Jahre: Der Prototyp einer ganz neuen Band – und am Ende auch der Prototyp des "Pop": Mit extravaganten Kostümen, sensationellen Melodien und einer Inszenierung als große, bunte Familie bzw. Doppelehepaar.
Mit der Musik von Abba verbindet eine WDR 5-Hörerin, die anonym bleiben möchte, die Beziehung mit ihrem Ex-Mann. Und verschiedene Abba-Songs spiegeln quasi den Verlauf dieser Beziehung wieder. Verliebt zu "Dancing Queen" durch Südengland fahren, schon ein bisschen weniger leichtfüßig zu "Knowing Me, Knowing You" durch die Pfalz wandern und schließlich zu "The Winner Takes It All" die gemeinsame Wohnung ausräumen - Musik als Soundtrack für das Leben – in guten wie in schlechten Zeiten.
Man nennt ihn zärtlich den "Balladenkönig". Der kanadische Sänger Bryan Adams ist mit Songs wie "Straight From The Heart", "Heaven" oder "(Everything I Do) I Do It For You" in den 80er und 90er Jahren zum einem der erfolgreichsten Musiker der Welt geworden. Mittlerweile hat sich Adams auch als Fotograf einen Namen gemacht: Er hat unter anderem ein Portraitfoto von Queen Elisabeth II. geknipst, das es in seinem Heimatland Kanada sogar zu Briefmarke gebracht hat.
Sarah aus Bochum verbindet mit Bryan Adams vor allem eines: Den Song "Summer Of 69" und ihre Schulzeit inklusive Abiball. Die musikalische Hommage an den Hippiesommer hat Sarah durch ihre gesamte Schulzeit begleitet – und nach verhauenen Klausuren auch schon mal Trost gespendet…
Ende der 80er Jahre begann die Revolution: Acid House, Techno, House und Dance Music stellten die Musikwelt auf den Kopf. Plötzlich war es zum einen möglich, mit Computern Musik zu machen – jeder, der einen entsprechenden PC hatte, konnte plötzlich Komponist und Musiker werden. Zum anderen wurde das "Feiern" neu erfunden. Statt wie bisher einen Abend pro Woche gepflegt in die Disko zu gehen, gab es plötzlich 48-Stunden-Raves, die Freitag abends begannen und sich irgendwann am Sonntag langsam wieder auflösten.
Aus dieser aufregenden Zeit der Neuerfindung von Tanzmusik und Ausgehkultur stammt der Song "Show Me Love", im Original von Robin S. In der vor zwei Jahren von Steve Angello & Laidback Luke veröffentlichten Version ist "Show Me Love" das Lebenslied von Priscilla aus Köln. Sie hat den Song zusammen mit ihrer Freundin oft gehört, wenn sie sich für die Partynacht zurechtgemacht haben – um schon mal in Stimmung zu kommen...
Die Figur des Schlagzeugers "Animal" ist unbedingt eine der tollsten aus der "Muppet-Show". Der zottelig-struppige Kerl spricht nur wenig – und wenn, dann nur in dahingegrunzten Lauten. Aber wenn er einmal seine Schlagzeugstöcke in die Hand nimmt, fliegen die Fetzen.
An diese wunderbare "Muppet"-Figur erinnert Uwe aus Dortmund der Schweizer Schlagzeuger Charly Antolini. In seiner Jugend hat Uwe gerne den Antolini-Song "Come On Charly" gehört – und als er später irgendwann die "Muppet-Show" gesehen hat, dachte er bei "Animal" sofort: Der spielt ja genau so, wie Charly Antolini. Wir überprüfen im Plattenschrank mit Sascha Ziehn heute mal die schlagzeugerischen Gemeinsamkeiten von Antolini und Animal.
B
1712 veröffentlichte Antonio Vivaldi einen 12-teiligen Konzertzyklus, der ganz Europa begeisterte. Die Noten wurden in London und Paris nachgedruckt – und auch Johann Sebastian Bach, sieben Jahre jünger als Vivaldi, war von dem Zyklus seines italienischen Kollegen begeistert. So sehr, dass er direkt Bearbeitungen einiger dieser 12 Konzerte anfertigte, für Cembalo oder Orgel.
Und von Bachs Bearbeitung des 8. Konzerts in a-moll für Orgel wiederum ist Lucas Schmid begeistert. Lucas Schmid ist Manager und Produzent der WDR Big Band und erzählt uns in der heutigen "Plattenschrank"-Folge, was ihn so beeindruckt, an diesem Stück Barockmusik.
Den Wehrdienst zu verweigern – das war Ende der 1970er Jahre noch eine ziemlich komplizierte Sache. Man musste nämlich begründen, warum man sich moralisch nicht dazu in der Lage sah, den "Dienst an der Waffe" zu leisten. Die absurden Fragerunden, die es in solchen "Moralprüfungen" gab, nehmen Bap in ihrem Lied "Stell Dir vüür" sehr geistreich und witzig aufs Korn.
Und genau dieser Song war auch eine Art Initialzündung für Michael aus Köln: Denn dieses Lied hat ihn darin bestärkt, den Wehrdienst zu verweigern und statt dessen lieber Zivildienst in einem Krankenhaus zu leisten. Aus dem Wehrdienstverweigerer und Zivildienstleistenden ist mittlerweile ein Arzt geworden – und wer weiß, vielleicht wäre das alles ganz anders gekommen, ohne "Stell Dir vüür" von BAP …
Bei italienischer Musik denkt man in Deutschland vielleicht direkt an Adriano Celentanos "Azzuro" – ein Song, der es auch in Fußballstadien geschafft hat. Vielen italienischen Sängern ist der internationale Erfolg allerdings verwehrt geblieben, obwohl sie in ihrer Heimat "Superstars" sind. Zu diesen Sängern gehörte auch Lucio Battisti, dessen etwa 20 Alben in Italien fast alle lange auf Platz 1 der Charts waren. Versuche, auch in anderen Ländern erfolgreich zu sein, scheiterten mehr oder weniger. Denn: Italienische Musik ist, ähnlich wie deutschsprachige Musik, international nur schwer zu vermarkten.
"Ancora Tu" von Lucio Battisti allerdings hat es Michael Wegner angetan. Er hat diesen Song mit 16 zum ersten Mal gehört. Und "Ancora Tu" hat ihn durch viele Lebenslagen begleitet: Erste Liebe, Heirat, Geburt der Kinder – aber auch Trennungen und Todesfälle in der Familie. Und als Musiker hat er das Lied auch selbst gespielt, hat einen deutschen Text geschrieben – und fast ein Jahr gebraucht, um diesen Song wirklich perfekt hinzukriegen.
Am 22. März 1963, vor fast genau 50 Jahren, hat eine für die Geschichte der Popmusik nicht ganz unwichtige britische Band ihr Debütalbum veröffentlicht: The Beatles. "Please Please Me" heißt das in nur neun Studiostunden aufgenommene Debüt – und war 30 Wochen lang auf Platz 1 der britischen Charts. Und abgelöst wurde es ausgerechnet vom im November 1963 veröffentlichten zweiten Album der Fab Four. Die Beatlemania hatte die Insel fest im Griff.
In Deutschland kam die Beatlesbegeisterung mit einer kleinen Verspätung an. "Please Please Me" wurde hier erst ein Jahr später veröffentlicht. Im "Plattenschrank mit Sascha Ziehn" blicken wir zurück auf dieses holterdipolter aufgenommene Debüt und auf den Beginn der Beatlemania.
Es war das große Comeback der Bee Gees - in engen weißen Spandexanzügen und mit flottem Disco-Sound: Der Soundtrack zu dem Tanzfilm "Saturday Night Fever". Nachdem die Bee Gees in den 1960er Jahren als Konkurrenten der Beatles galten und sich Ende des Jahrzehnts schließlich für ein paar Jahre trennten, dümpelte die Karriere der Band nach ihrer Wiedervereinigung erst mal so ein bisschen vor sich hin – denn ihr neuer Disco-Sound fand nicht so wirklich viele Freunde. Bis eben „Saturday Night Fever“ 1977 in die Kinos kam – mit John Travolta in der Hauptrolle und der Musik von den Bee Gees. Der Soundtrack war so erfolgreich, dass er eine Zeit lang die meistverkaufte Platte der Musikgeschichte war.
Auch Claudia aus Schleiden hatte sich die Platte gekauft – in Chicago, wo sie 1977 für 6 Monate zum Schüleraustausch war. Und ihr USA-Import hat für viel Freude im Freundeskreis gesorgt: Die Platte wurde nach ihrer Rückkehr überall hin mitgenommen – bis sie dann während einer Jugendfreizeit dummerweise auf der Hutablage in einem Auto liegen blieb, das in der prallen Sonne stand. Und da sich Vinyl und Hitze nicht allzu gut vertragen, ist die Platte leider dahin geschmolzen…
Von den Bee Gees kommen derzeit vor allem besorgniserregende Nachrichten: Nachdem Robin Gibb bereits letztes Jahr wegen einer schweren Krebserkrankung behandelt wurde, ist er - nachdem er zwischendurch in Interviews schon davon gesprochen hatte, dass die Behandlung hervorragend angeschlagen habe – im April in ein Koma gefallen. Mittlerweile geht es Gibb ein bisschen besser, Medienberichten zu Folge ist der 62jährige allerdings sehr schwach.
Mit seinen Liedern hat Robin Gibb das Leben von ganz vielen Menschen geprägt – auch das von Heike aus Bochum. Bei dem Bee-Gees-Song "Staying Alive" denkt sie an ihre Premiere in der Tanzschule: Hochhackige Schuhe, links, rechts, eins zwei drei – und am Ende war sie fix und fertig, die Füße kaputt. Und Heike war glücklich ...
Dreistimmiger Falsettgesang, Discorhythmen und Paillettenanzüge mit viel Glitzer – damit verbindet man heute die Bee Gees. Dabei hat die Gruppe in den 1960er Jahren als australische Konkurrenz zu den Beatles angefangen, als lupenreine Beat-Band. Und als Beat-Band hatten die Bee Gees auch ihre ersten großen Erfolge, mit Songs wie "Massachusetts", "World" oder "Words". Und einer dieser Songs - nämlich "World" - war mit seinem naiven Refrain über die Rundungen der Erde im Februar 1968 auf Platz 1 der deutschen Charts. Wir reisen heute mit der Plattenschrank-Musikzeitmaschine 45 Jahre zurück – in die erste große Zeit der Bee Gees.
Skateboarder hören gerne Neo-Punk von Bands wie NoFX, The Offspring oder Fall Out Boy. Titus Dittmann allerdings, die deutsche Skateboardlegende schlechthin, fällt zum Thema "Lebenslied" etwas ganz anderes ein: Nämlich Ludwig van Beethovens "5. Sinfonie".
Denn bei der von ihm organisierten Skateboard-Weltmeisterschaft in der Dortmunder Westfalenhalle im Jahr 1999 lief diese Sinfonie quasi als Startschuss: Und Dittmann und seine Kollegen wurden in einem Korb von der Hallendecke ganz langsam zu Beethovens Musik hinabgefahren. Ein Moment, in dem sich selbst bei dem hartgesottenen Skater die Nackenhaare aufgestellt haben …
Wir schreiben heute "Postkarten aus Italien" – drei Tage, nachdem die italienische Nationalmannschaft im EM-Finale gegen Spanien verloren hat. Und diese Postkarten schreiben wir sozusagen aus Beirut – denn so heißt die Band, die dieses Lied "Postcards From Italy" geschrieben hat. Und um es geografisch richtig kompliziert zu machen: Beirut kommen nicht etwa aus dem Libanon, sondern aus Albuquerque, New Mexico, USA.
Von all diesen geografischen Vexierspielen hat sich Jonas aus Halle/Westfalen nicht verwirren lassen: Er hat "Postcards From Italy" zum ersten Mal gehört als er 16 Jahre alt war – und seitdem lässt ihn dieser Song nicht mehr los.
"Supergroup" – dieses Wort klingt im Jahr 2011 schon irgendwie oll, nach 70er Jahre Mief und verstärktem Rumgefrickel von gut ausgebildeten Musikern. Sogenannte Supergruppen sind Bands, die sich zusammen setzten aus Musikern, die vorher in anderen Bands oder als Solokünstler schon erfolgreich waren. Bekanntestes Beispiel für eine solche Supergruppe sind sicherlich die Traveling Wilburys, bei denen unter anderem George Harrison, Bob Dylan, Tom Petty und Roy Orbison mitgemacht haben.
Von einer solchen Supergroup kommt auch das Lebenslied von Joachim aus Münster: Bei Blind Faith waren unter anderem Eric Clapton und Steve Winwood dabei. Die Band hat es allerdings gerade mal auf ein Album gebracht, dann war schon wieder Feierabend. Bei dem Song "Had to Cry Today" denkt Joachim gerne zurück an ein Konzert von Eric Clapton und Steve Winwood in Düsseldorf – da eröffnete dieser Song das Konzert.
Blind Guardian - "Nightfall"
Es gibt Bands, die Millionen von Platten verkaufen, die aber trotzdem immer so ein bisschen in ihrer musikalischen Nische bleiben und jenseits dieser Nische kaum bekannt sind. Blind Guardian ist so eine Band und ihre Nische ist der Metal. Sie haben mit Speed Metal angefangen, sind dann aber immer "progressiver" geworden, haben Chöre und Experimente mit klassischer Musik in ihre Musik mit eingebaut. Die Band aus Krefeld und Meerbusch gibt es seit fast 30 Jahren, sie waren überall in der Welt unterwegs – und ihr letztes Album hat sich so gut verkauft, dass es auf Platz 2 in den deutschen Albumcharts gelandet ist.
Für David aus Aachen war die Begegnung mit Blind Guardian der erste Kontakt mit der Metal-Szene. Er war damals noch in der Schule und hatte vorher noch nie Metal gehört. Aber die schnell entfachte Liebe zu Blind Guardian hat ihn seit der Schulzeit nicht mehr losgelassen – deshalb ist ihr Song "Nightfall" sein Lebenslied.
Der gebürtige Rheinland-Pfälzer Frank Farian hatte immer schon ein Händchen dafür, sich Bands "auszudenken", die dann weltweit enorm erfolgreich waren. Boney M. hieß sein erster Streich, eine Mitte der 1970er Jahre zusammengecastete Truppe, die einen Hit nach dem anderen lieferte. In den 1980er Jahren war Farian dann mit Milli Vanilli nicht weniger erfolgreich – bis der Schwindel aufflog, denn die beiden Tanzhäschen von Milli Vanilli hatten ihre Lieder gar nicht selbst gesungen.
Das galt zwar für Boney M. auch – nur zwei Mitglieder des Quartetts haben tatsächlich gesungen -, dem Erfolg allerdings stand das nicht im Wege. Boney M. haben so an die 100 Millionen Tonträger verkauft – und waren am 24. April 1978 mit "Rivers Of Babylon" auf Platz 1 in den deutschen Charts, für insgesamt 17 Wochen.
Ein junger Mann, der in einer US-amerikanischen Rüstungsfirma arbeitet, gibt Geheimdienstinformationen an den KGB weiter. Davon handelt der Film "Der Falke und der Schneemann" von 1985. Den Titelsong zu dem Film haben David Bowie und die Pat Metheny Group geschrieben: "This Is Not America", ebenfalls 1985 erschienen, war weltweit ein großer Hit.
Helmut aus Lübbecke verbindet mit diesem Lied eine Zeit, in der er kurz in den USA gelebt hat. Die USA waren für ihn ein Traumland – als er jedoch dort war, hat er gesehen, dass der amerikanische Traum längst bröckelt: Verarmte Wohnviertel und Menschen, die nicht aufrichtig waren. An diese Zeit erinnert Helmut noch heute dieser Song mit dem sprechenden Titel "This Is Not America".
Er wollte eigentlich Eishockeyprofi werden, es hat dann aber doch nur zum Sänger gereicht. Aber immerhin: Michael Bublé hat über 30 Millionen Platten verkauft, ist seit vielen Jahren einer der erfolgreichsten Jazzsänger und wird von einigen als der "neue Sinatra" bezeichnet. Gut, wenn man eine solche Jobalternative hat…
Claudia aus Kierspe denkt bei der Musik von Michael Bublé allerdings weniger an Eishockey sondern an eine andere Sportart: Ans Segeln. Denn ihr Mann ist begeisterter Segler, sie allerdings war nicht so ganz wassertauglich. Allerdings: Sie hat die Seekrankheit in den Griff bekommen, unter anderem dadurch, dass sie auf dem MP3-Player immer "Summer Wind" von Michael Bublé gehört hat. Und heute denkt sie bei diesem Lied an vielen schöne Segeltörns bei lauem Sommerwind.
C
Es ist eines der erfolgreichsten Alben der frühen 1970er Jahre: "Tea For The Tillerman" von Cat Stevens, vielfach ausgezeichnet, in allen Bestenlisten vertreten und gespickt mit Hits: "Hard Headed Woman", "Wild World" oder "Father & Son".
Und dieses Lied, in dem ein Vater seinem Sohn ein paar Tipps zum Leben gibt, ist das Lebenslied von Markus Gend.
"Unterbewertetste Band aus Manchester" – diesen nur wenig schmeichelhaften Beinamen trägt die Band The Chameleons. Die haben zwischen 1983 und 1986 drei hervorragende Alben veröffentlicht, die kommerziell leider nicht wirklich erfolgreich waren. Aber: Die Chameleons haben nicht ganz kleine Spuren in der Musikgeschichte hinterlassen. Viele aktuell erfolgreiche Bands beziehen sich auf den atmosphärischen, melancholischen Sound der Chameleons, zum Beispiel Interpol oder die Editors.
Für Stephan aus Wuppertal war das Hören des ersten Chameleons-Albums "Script Of The Bridge" gar ein musikalisches Erweckungserlebnis. Er hat den Song "Don't Fall" damals im WDR gehört, sich am Tag darauf das Album besorgt – und diese eigentümliche und wunderschöne Musik der Chameleons hat ihn bis heute nicht wieder losgelassen.
Am 11. Juni 1988 saßen auf der ganzen Welt etwa 600 Millionen Menschen vor dem Fernsehen – und haben sich die Übertragung eines Konzerts der Superlative angeschaut. Anlässlich des 70. Geburtstags von Nelson Mandela haben im Londoner Wembley-Stadion Musiker wie Sting, die Bee Gees, George Michael, die Simple Minds oder die Eurythmics Mandela zum Geburtstag gratuliert – und gleichzeitig die Freilassung des Mannes gefordert, der 1988 bereits seit 25 Jahren in Südafrika inhaftiert war. Auch Tracy Chapman ist bei diesem Konzert für Nelson Mandela aufgetreten – und hat ihre erfolgreichen politischen Songs "Fast Car" und "Talking 'Bout A Revolution" gesungen.
Miriam aus Köln war zu dieser Zeit Schülerin – und hat sich aktiv gegen Ungerechtigkeit an ihrer Schule gewehrt. Sie hat sich zur Schülersprecherin wählen lassen, um sich für Mitschüler einzusetzen. Der "Soundtrack" zu Miriams Engagement kam passenderweise von Tracy Chapman – es war das Lied "Talking 'Bout A Revolution".
Mitte der 70er Jahre: In den Discotheken der Welt riecht es nach verschwitzten Polyesterhemden. Disco heißt die Musik, die die Tanzflächen zum Kochen bringt, mit Hits wie "Kung Fu Fighting", "Lady Marmelade", "Never Can Say Goodbye" oder "I Love To Love". Und mit eben diesem "I Love To Love" hatte die Engländerin Tina Charles 1976 ihren größten Hit.
Thomas aus Stuttgart, mittlerweile aber in Köln zuhause, hat 1986 auf einer Klassenfahrt nach Prag in einer Ostblock-Diskothek ein Mädchen kennengelernt, das ihm seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht. Und weil in dieser Diskothek dauernd "I Love To Love" lief, denkt er, sobald er diesen Song heute hört, reflexartig sofort wieder an dieses Mädchen – das er seitdem übrigens nie wieder gesehen hat…
An diesem Lied kommt man nicht vorbei, wenn es um italienische Musik geht: "Azzurro" ist ein absoluter Klassiker – das erkennt man schon daran, wie oft dieser Song von anderen Künstlern neu interpretiert wurde – und wie gerne er immer mal wieder in Fußballstadien angestimmt wird. Berühmt wurde das Lied von Paolo Conte durch Adriano Celentano, der hat "Azzurro" 1968 zum ersten Mal als Single veröffentlicht - es wurde die meistverkaufte Single des Jahres in Italien.
Für Christiane aus Köln hat das Lied aber noch eine ganz andere Bedeutung: Sie hat bei dem Lied ihren heutigen Mann kennen gelernt. Und immer, wenn die beiden heute "Azzurro" hören, denken sie zurück an die Zeit, in der für sie alles begann...
Wie viele "berühmte blaue Regenjacken" gibt es wohl in der Popgeschichte? Wahrscheinlich nur eine: Nämlich die von Leonard Cohen. Diese Regenjacke spielt in seinem Song "Famous Blue Raincoat" zwar nur eine Nebenrolle, durfte aber trotzdem Pate werden für den Titel des heutigen "Lebensliedes".
Dieser als Lied getarnter Brief über eine Dreiecksbeziehung erinnert Beate aus Köln an eine unglückliche Liebe Anfang der 1980er Jahre. Und hat ihr nachts ganz leise geholfen, über diese unglückliche Liebe hinweg zu kommen. Und auch sonst hat Leonard Cohen Spuren in ihrem Leben hinterlassen – denn sie hört seine Lieder noch immer: Auf dem iPod in der Straßenbahn…
Zwei Männer fahren schweigend in einem schwarzen Ferrari Daytona Spyder durch die Straßen des nächtlichen Miamis. Dazu läuft Musik von Phil Collins. Es ist eine der Szenen aus einer TV-Serie, die Geschichte geschrieben und nachhaltig die Ästhetik von Fernsehserien geprägt hat: 1984 startete "Miami Vice" – und in der Pilotfolge fahren Sonny Crockett und Ricardo Tubbs durch die Nacht, während "In The Air Tonight" von Phil Collins läuft.
"Videoclipästhetik" wurde dieses Stilmittel genannt: Eine Art Musikvideo innerhalb einer Serie, das eine bestimmte Stimmung erzeugen soll. Und "Miami Vice" hat mit dieser Videoclipästhetik die 80er Jahre visuell geprägt.
Sonja aus Neuss allerdings denkt bei "In The Air Tonight" eher ans, ähem, Knutschen. Anfang der 80er Jahre lief dieser Song in vielen Discos – und weil er eben ein bisschen ruhiger losgeht, wurde dazu auch gerne das ein oder andere Mal eng getanzt und geknutscht. Wenn Sonja das Lied heute hört, denkt sie gerne zurück an früher – und kriegt immer noch eine Gänsehaut…
D
Seine Texte sind Bestandteil des Schulunterrichts in Italien: Fabrizio De André aus Genua gehört bzw. gehörte zu den größten italienischen Sängern, Komponisten und Textdichtern. Der 1999 verstorbene Sänger hat sich intensiv mit Lyrik beschäftigt, hat Gedichte von Francois Villon oder Edgar Lee Masters vertont – und selbst Texte geschrieben, die eher Poesie als handelsübliche Popmusiktexte waren.
Die traurige Geschichte von Marinella, einem Mädchen, das in einem Fluss ertrinkt und "auf einem Stern zum Himmel fliegt", beschäftigt Ingrid Schormann noch heute: "La Canzone Di Marinella" von Fabrizio De André ist ihr Lebenslied.
Bei ihren Konzerten hüllen sich die Bandmitglieder in Plastikfolie ein, umwickeln sich mit Klebeband und lassen sich auch gerne mal auf einem Sofa sitzend vom Publikum durch die Halle tragen. Konzerte von der Hamburger Band Deichkind sind schon ziemliche Spektakel. Angefangen haben Deichkind mit deutschsprachigen HipHop, im Laufe ihrer Karriere wurden sie aber immer mehr zur krawalligen Elektro-Band.
Der größte Hit von Deichkind mit dem bezeichnenden Titel "Remmi Demmi" ist das Lebenslied von Martin aus Dortmund. Wenn er dieses Lied hört, denkt er an wilde Nächte mit den Kollegen aus der Schulzeit. Und an das Abitur, das er damals trotz viel "Remmi Demmi" bestanden hat.
Sie sind eine der größten Bands der Popgeschichte: Depeche Mode. Aber trotz aller "Superstarigkeit" sind Depeche Mode nie beliebig geworden – was ihnen die Fans danken. Sie sind eine eingeschworene und vor allem treue Gemeinde, es werden regelmäßig "Depeche Mode"-Parties veranstaltet, bei denen ausschließlich Musik der Band gespielt wird und die von vielen Leuten besucht werden. Und wer einmal zu einem richtigen Depeche Mode Fan geworden ist, der kauft auch heute immer noch die Alben und guckt sich die Konzerte an. Solche Fans wünschen sich viele Bands – aber Depeche Mode sind eine der wenigen Gruppen mit einer so treuen Fangemeinde.
Auch Sabine aus Bonn ist Depeche Mode Fan – und als sie auf einer Party einen Mann kennen lernte und ihm anbot, ihn noch nach Hause zu fahren, lief im Auto der Song "Halo" von Depeche Mode. Kurze Zeit später waren die beiden ein Paar...
Als "sehr großen Irrtum" hat Joesi Prokopetz seinen Hit "Codo" einmal in einem Interview bezeichnet. Prokopetz hat Anfang der 1980er Jahre zusammen mit einem Kumpel das kurzlebige Kleinkunstprojekt DÖF (= Deutsch-österreichisches Feingefühl) gemacht. Und auf Anraten eines findigen Produzenten haben DÖF zusammen mit den Humpe-Schwestern Annette und Inga dann den Song "Codo" aufgenommen und als Single veröffentlicht. Und plötzlich war dieses österreichische Kleinkunstduo, das sonst gerne Sprechtexte in Wiener Mundart zum Besten gab, europaweit auf Platz 1 mit einem Lied, das heute zu den Klassikern der Neuen Deutschen Welle gehört.
Im September 1892 reiste Antonin Dvorak in die USA, um dort einen Job als Direktor des New Yorker Musikkonservatoriums anzutreten. Während seinem 3jähirgen Aufenthalts in den USA hat Dvorak sich unter anderem mit den Musiktraditionen Amerikas beschäftigt: Mit der Musik der Indianer und den Spirituals der schwarzen Bevölkerung im Süden der USA. Diese Musiktradition hat er in seine 9. Sinfonie mit einfließen lassen: "Aus der neuen Welt" ist bis heute das populärste Stück von Dvorak, es gehört zu den weltweit meistgespielten Werken der klassischen romantischen Musik.
Der 4. Satz von "Aus der neuen Welt" ist das Lebenslied von Herbert Glamm. Er ist selbst Orchestermusiker – und erzählt seine Geschichte zur 9. Sinfonie von Antonin Dvorak heute im "Plattenschrank".
E
Element Of Crime haben immer so ein bisschen rumgedümpelt. Kritikerlieblinge in den 1990er Jahren – aber kommerziell waren sie nicht so richtig erfolgreich. Dann hat Sänger Sven Regener einen Roman geschrieben, "Herr Lehmann". Der wurde ein Bestseller und sogar verfilmt. Und plötzlich war Element Of Crime, die es schon seit 1985 gibt, die "Band vom Schriftsteller Sven Regener". Und dessen Erfolg kurbelte auch die Karriere von Element Of Crime noch mal an: Es gab Goldene Schallplatten und Spitzenpositionen in den Charts – ein Erfolg mit sehr langem Anlauf.
"Sperr mich ein" von dem Element Of Crime-Album "Weißes Papier" von 1993 ist das Lebenslied von Andrea aus Warstein. Ihre Ehe war gerade in die Brüche gegangen, als sie jemanden kennen lernte, der großer Fan von Element Of Crime war. Und "Sperr mich ein" hat ihr durch die schwierige Zeit der Trennung geholfen. Bis eine neue Liebe kam...
Mit großen Kulleraugen sang sich eine 20jähirge Schwedin Anfang 1999 in die Herzen der Deutschen und der Europäer: Emilia war mit "Big Big World" in vielen Ländern auf Platz 1 der Charts. Allerdings: So richtig groß war die musikalische Welt von Emilia dann doch nicht – denn nach diesem einen Hit hat man eigentlich nie wieder etwas von ihr gehört. Und überhaupt gab es im Jahr 1999 erstaunlich viele solcher "One Hit Wonder" in den deutschen Charts, unter anderem Lou Bega mit seinem "Mambo No. 5" und Eiffel 65 mit ihrem Sommerhit "Blue". Im Plattenschrank mit Sascha Ziehn machen wir heute einen kleinen musikalischen Ausflug ins Jahr 1999 – zu dessen Stärken nicht unbedingt gute Musik gehörte…
Musik und Trauer – das gehört genau so zusammen wie Musik und Freude. Das tolle Gefühl das man hat, wenn man verliebt ist oder sich auf einen Urlaub freut, kann ein Lied ausdrücken und konservieren. Ein Lied kann aber genau so gut Trost spenden, in schwierigen Lebenssituationen, weil es vielleicht genau diese Lebenssituation beschreibt und einem sagt: Du bist nicht allein in Deiner Trauer.
"I Still Can't Say Goodbye" von Tommy Emmanuel ist genau so ein Lied, das Karin aus Spenge in einer schwierigen Situation begleitet hat. Sie hörte dieses Lied, als Ihr Vater sehr krank war. Und nach dem Tod ihres Vaters war sie bei einem Konzert von Tommy Emmanuel, und ihr Mann hat sich diesen Song für seine Frau von dem Künstler gewünscht – und selbstverständlich hat Tommy Emmanuel dieses Lied dann auch für Karin gespielt...
F
2011 war ein gutes Jahr für die Foo Fighters. Die Band von Ex-Nirvana-Schlagzeuger Dave Grohl hat auf vielen großen Festivals als Headliner gespielt, ihr Album "Wasting Light" war weltweit sehr erfolgreich und die zweite Single aus diesem Album, "Walk", ist auf Platz 1 der amerikanischen Billboard-Rock-Charts eingestiegen – und hat ausgerechnet die erste Single aus dem Foo Fighters-Album vom Thron gestoßen. Eine Band macht sich selbst Konkurrenz…
Für Oliver aus Metelen steht "Walk" für einen beruflichen Neuanfang. Er hat sich aus seinem gelernten Beruf verabschiedet – und in einem anderen Bereich einen Neuanfang gewagt. Und nach dem Vorstellungsgespräch lief auf der Autofahrt nach Hause im Radio ausgerechnet sein Lebenslied – und passte in diesem Moment perfekt zu seiner neuen Situation.
Sie hatten nur einen Hit – dafür aber einen richtig großen. Fool's Garden waren mit ihrem "Lemon Tree" 1996 vier Wochen auf Platz 1 der deutschen Charts und wurden unter anderem in Frankreich, Dänemark, Malaysia, Singapur und Hong Kong mit goldenen bzw. Platinschallplatten ausgezeichnet.
Eine WDR 5 LebensArt-Hörerin, die anonym bleiben möchte, verbindet mit "Lemon Tree" eine tiefe, aber auch schwierige Freundschaft. Sie lebt in einem Heim für betreutes Wohnen und ist dort ganz eng mit einer Frau befreundet. Der Text von "Lemon Tree" beschreibt für sie diese Freundschaft.
Eigentlich ist er ja Literaturwissenschaftler... Michael Franks hat vergleichende Literaturwissenschaften unter anderem an der UCLA studiert, war da auch als Dozent tätig. Aber irgendwann hat seine Liebe zur Musik dann doch gewonnen: Franks hat seinen Literatur-Dozentenjob an den Nagel gehängt, um selbst Texte und Lieder zu schreiben. Mit dem ganz großen Durchbruch hat es für den Softjazz-Sänger und –Komponisten zwar nicht ganz geklappt, trotzdem hat Franks eine respektable Fangemeinde vor allem in den USA und seine Lieder wurden von vielen anderen Sängern und Sängerinnen interpretiert.
Ein Lied, das Michael Franks selbst gesungen hat, hat es Jasmin aus Köln angetan. Als sie noch zur Schule ging, hatte sie ein gefühlsintensives Techtelmechtel mit einem jungen Musiker. Diese Liaison hielt einige Wochen – dann fiel dem Musiker dummerweise ein, dass er doch noch zu sehr an seiner Ex-Freundin hängt. Zum Abschied hat er Jasmin die Platte geschenkt, die die beiden immer zusammen gehört haben: "The Lady Wants To Know" von Michael Franks.
G
Gib nicht auf, denn Du hast Freunde..." Mit diesen Worten tröstet Kate Bush ihren Duettpartner Peter Gabriel in dem Lied "Don't Give Up". Und in diesem wunderschönen Lied geht es nicht etwa um Herzschmerz – sondern um Arbeitslosigkeit. Denn der Peter-Gabriel-Charakter in dem Lied singt davon, dass er das Gefühl hat, keiner würde ihn mehr brauchen, nachdem er seinen Job verloren hat.
Eine ganz andere Form des "Nicht-Aufgebens" verbindet Jutta aus Bergisch Gladbach mit diesem Song: Sie hat drei ihrer vier Kinder zu Hause zur Welt gebracht. Und immer, wenn die Wehen einsetzten, hat sie sich zurück gezogen und dieses Lied in ihrem "geistigen Ohr" gehört – quasi ein Lied als Geburtshelfer und Mutmacher, dass schon alles gut wird und man bloß nicht aufgeben soll. Deshalb ist "Don't Give Up" von Peter Gabriel und Kate Bush ihr "Lebenslied".
Es gibt diese Lieder, die von unzähligen Interpreten immer und immer wieder gesungen und neu aufgenommen werden. Das "Girl From Ipanema" ist so ein Lied – und auch "A Groovy Kind Of Love" ist ein Song, den es in vielen verschiedenen Versionen gab. Die bekannteste ist sicherlich die von Phil Collins, aber auch Neil Diamond, Petula Clark oder Richard Clayderman haben sich dieses Liedes angenommen.
Eine Version hat es Ulrike aus Köln ganz besonders angetan: Die von dem 60er-Jahre-Kurzzeit-Teenieschwarm David Garrick. Dessen Version von "A Groovy Kind Of Love" war auf Platz 1 der deutschen Charts – und Ulrike hat vor dem Bravo-Starschnitt gesessen, den Papier-Garrick angehimmelt und dieses Lied gesungen. Das Lied singt sie heute immer noch gerne – wenn auch mittlerweile oft eher lautlos und in sich hinein...
Progressive Rock gibt es schon seit fast 50 Jahren: Bands wie Pink Floyd, Genesis oder King Crimson haben komplexe und lange Songs gemacht und wollten brechen mit dem Popmusik-Schema aus Strophe und Refrain. Vor allem in den 1990er Jahren schien der Progressive Rock mausetot – aber um die Jahrtausendwende herum haben sich wieder viele neue Prog-Bands formiert und die Ideen weiter gesponnen.
Harald aus Velbert ist großer Fan von Progressive Rock. Und bei dem Festival "Night Of The Prog" auf der Loreley hat er 2009 die norwegische Band Gazpacho gesehen und gehört. Besonders der Song "Tick Tock" hat es ihm angetan – und der "Night Of The Prog"-Termin ist seitdem jedes Jahr dick in seinem Kalender angestrichen.
Man kennt ihn als "King Of Swing", als "Professor" oder als "Patriarch der Klarinette": Benny Goodman, einer der wichtigsten Jazzmusiker der Musikgeschichte. 1938 hat Goodman ein legendäres Konzert in der New Yorker Carnegie Hall gespielt. Es war das erste Konzert mit "populärer" Musik in diesem weltweit bedeutenden Klassik-Tempel.
Dieses Konzert hat Bernd aus Kleve geprägt. Und vor allem der Titel "Sing Sing Sing" aus dem Konzert in der Carnegie Hall ist für ihn das tollste Stück, das jemals von Goodman und seinem Orchester gespielt wurde.
Als Klarinettist ist es gar nicht so einfach, Stücke für sein Instrument zu finden. Es gibt eben einfach mehr Musik für Violine und Klavier. Der legendäre Bandleader Benny Goodman war auch Klarinettist – und hat sich mangels Repertoire einfach Stücke schreiben lassen für sein Instrument. Er hat unter anderem mit Komponisten wie Leonard Bernstein, Aaron Copland oder Béla Bartók zusammen gearbeitet und bei ihnen Stücke für Klarinette in Auftrag gegeben.
Goodmans Interpretation von Wolfgang Amadeus Mozarts "Klarinettenkonzert in A-Dur, KV 622" hat es Reinhard aus Marl besonders angetan. Er ist sogar über diese Version von Goodman zur klassischen Musik gekommen.
"Schwingungen" hieß eine Sendung im Radioprogramm des ehemaligen WDR 1, in der Moderator Winfrid Trenkler von 1984 bis 1995 aktuelle elektronische Musik vorgestellt hat. Musik von Künstlern wie Jean-Michel Jarre, genau so wie von Musikern, die ihre Wurzeln im Krautrock der späten 60er und frühen 70er Jahre hatten.
Jürgen aus Bedburg erinnert sich noch immer gerne an diese Sendung. Er hat sie wegen der späten Sendezeit immer auf Kassette aufgenommen und am nächsten Tag gehört – und dann überlegt, welche der Platten, die in den "Schwingungen" gespielt wurden, er sich denn kaufen sollte. Viele dieser Platten hat er noch immer – und legt sie auch immer mal wieder auf seinen alten Plattenspieler. Dazu gehört auch die Titelmusik der "Schwingungen" – das Stück "So weit, so gut" von Harald Grosskopf.
Er hat die Musiken unter anderem für die Filme "Die Reifeprüfung", "Tootsie" oder "Nach eigenen Regeln" geschrieben, hat insgesamt 12 Grammies und einen Oscar gewonnen und gehört zu den erfolgreichsten Filmmusikkomponisten der USA. Aber: Dave Grusin kommt eigentlich aus dem Jazz, hat mit Benny Goodman und Quincy Jones zusammen gearbeitet. Ein Mann der Superlative also – und Rüdiger aus Lübbecke hat durch die Musik von Dave Grusin den Jazz lieben gelernt. In der Disco seines Vertrauens hat der DJ irgendwann zu früher Stunde "Rag Bag" von Grusin aufgelegt - woraufhin Rüdiger so begeistert war, dass er dem Discjockey 50 DM in die Hand gedrückt hat, damit der ihm von seinen wöchentlichen Plattensuchtrips nach Amsterdam das Album als Japan-Pressung mitbringt…
H
1976 schlich sich ein Mann in die deutschen Hitparaden, der mit seinem Beingewackel die Frauen reihenweise zum Dahinschmelzen brachte: "Schmidtchen Schleicher", gesungen von dem holländischen Entertainer und Sänger Nico Haak. Dieser Herr mit den "elastischen Beinen" lief im Radio rauf und runter und schaffte es auf Platz 4 der deutschen Charts.
Henrik aus Köln allerdings hat das Lied nicht in Deutschland entdeckt, sondern in Afrika. Dort hat er seine Kindheit verbracht, war – auch aufgrund der Sprachbarriere - viel allein und hat deshalb zur Ablenkung oft die aufgenommenen Kassetten von seinem Vater gehört. Auf einer dieser Kassetten war auch Nico Haaks "Schmidtchen Schleicher" – und Henrik war fasziniert von diesem Lied. Nicht zuletzt deshalb, weil er den leicht nach holländischer Mundart eingefärbten Text nur so halb verstanden und sich immer gefragt hat, was denn diese "elaschtischebaine" bloß sein könnten...
Legendäre Typen im Plattenschrank. Lionel Hampton ist es zu verdanken, dass das Vibraphon ein erstzunehmendes Instrument im Jazz wurde. Der 1908 geborene Musiker hat mit Benny Goodman, Billie Holiday oder Louis Armstrong zusammen gearbeitet – und ein komplettes Jahrhundert musikalisch geprägt.
Zu "Hey! Ba-Ba-Re-Bop" vom Lionel Hampton Orchestra hat der heute in Frechen lebende Hans-Jürgen aus Dessau in der Nachkriegszeit getanzt. Und verbindet mit diesem Lied ganz viel: Das Dessauer Bauhaus mit vernagelten Fenstern als Behelfs-Schulgebäude – und einen Mitschüler, der nicht nur Schallplatten, sondern auch einen Schallplattenspieler hatte…
"How do you call your hairstyle?" - "Arthur!" – diese wunderbare Antwort auf die Frage nach den Frisuren der Beatles kommt von George Harrison, dem vermeintlich "stillen Beatle". Harrison war immer eher introvertiert, hat sich als erster der Beatles für indische Kultur und Hinduismus interessiert – und mit der Sitar auch fernöstliche Instrumente in die Musik der Beatles eingebracht.
Wolfgang aus Binnen denkt bei George Harrison vor allem an ein Lied, das dieser lange Zeit nach dem Ende der Beatles geschrieben und aufgenommen hat: "Love Comes To Everybody" von 1978. Vor allem die Textzeile "It only takes time, till love comes to everybody" hat Wolfgang immer wieder Trost gespendet und Kraft gegeben – wenn er beides brauchte. Und deshalb ist "Love Comes To Everybody" sein Lebenslied.
Der Karneval kennt viele Hits: "Viva Colonia", "Superjeile Zick", "Wenn et Trömmelche jeiht" und viele mehr. Aber nur ein Karnevalslied hat es jemals auf Platz 1 in den deutschen Charts geschafft – und dazu musste sich der Song auch noch verkleiden, als Handballlied: Denn die Version von "Wenn nicht jetzt, wann dann?", die die Höhner 2007 als offizielles Lied zur Handball-WM in Deutschland beigesteuert haben, hat es kurz nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft für das Team von Heiner Brand auf Platz 1 der deutschen Charts geschafft.
Während in Deutschland Anfang bis Mitte der 1980er Jahre die Neue Deutsche Welle Geschichten von fehlgeleiteten Astronauten, seenotleidenden Frauen in Tretbooten oder Damen mit Namen Rosemarie oder Erika erzählten, war die Popmusik in England auch nach dem Punk der 1970er Jahre noch recht polititsch: Der Songwriter Billy Bragg wünschte sich ein "neues England", Musiker solidarisierten sich mit den streikenden Kohlearbeitern und veröffentlichten Benefizschallplatten - und die Housemartins aus Hull priesen auf ihrem Debütalbum Karl Marx.
Bei dem Song "Build" von den Housemartins denkt Christof aus Arnsberg allerdings nicht an Manifeste oder Politik – sondern einfach nur an seine Pubertät, durch die ihn dieser Song begleitet hat.
J
Eric Clapton hat mal über seine Musik gesagt: "Das Wesentliche sind die Feinheiten". JJ Cale ist der Minimalist unter den Country-, Blues- und Folksängern und –Gitarristen. Er hatte nur wenige große Hits – zum Beispiel "Cocaine" oder "After Midnight" – aber vor allem Musiker schätzen die großartige Musik von JJ Cale.
Auch Dirk Räke von der Plattenspielermanufaktur Transrotor in Bergisch Gladbach mag die Musik von JJ Cale. Zum einen hat er früher immer vor dem tollen Plattenspieler seines Vaters gesessen und JJ Cales "Hey Baby" gehört. Zum anderen mag er die unauffällige und doch ausgefeilte Produktion: Am Anfang denkt man, das ist ein eher schlichtes Stück – wenn man aber genau hinhört, entdeckt man die vielen Feinheiten dieser Musik von JJ Cale.
K
In den 1990er Jahren hingen die Poster von - vor allem - den knuddeligen kleinen Jungs in vielen Mädchenzimmern: Angelo und Paddy Kelly waren ein bisschen zottelig und hatten noch süßen Babyspeck im Gesicht. Sie waren die Gesichter der Kelly Family, die Mitte der 90er Jahre in Deutschland enorm erfolgreich war. Aber die Geschichte des musikalischen Familienunternehmens Kelly Family geht zurück bis weit in die 1970er Jahre, in denen sie als reisende Musikanten auf der ganzen Welt unterwegs waren. Das Lied "Alle Kinder brauchen Freunde" ist ein Lied aus der Frühphase der Kelly Family, von 1980.
Gabi aus Köln hatte eine strenge Mutter und keine Geschwister. In der Sommerfrische bei der Oma hat sie eine Kassette von der Kelly Family bekommen, auf der dieses Lied drauf ist - und die dann abends im Bett gehört und zu der Musik vom Glück geträumt.
Er zählt zu den besten und innovativsten Gitarristen der Welt: Der Brite Robert Fripp, der 1969 die Band King Crimson gründete. King Crimson – quasi der Prototyp der Progressive Rock Band – ist eine Band der vielen Wandlungen: Die Besetzung hat, mit Ausnahme von Fripp, immer wieder gewechselt und es gibt kaum einen Musikstil, an dem sich die Band nicht versucht hat. Die aktuelle Ausgabe von King Crimson macht z. B. experimentelle Techno-Variationen.
Vor allem die 80er Jahre New-Wave-Phase von King Crimson hat es Martin aus Overath angetan. "Neal And Jack And Me" von 1982 ist sein Lebenslied – und hat ihn davon überzeugt, dass es bei Musik um mehr geht als nur um "Hits" und um eingängige Songs, die man nach dem zehnten Hören schon wieder vergessen hat.
Feuerspucken, Pyrotechnik, Raketen, funkensprühende Gitarren, sonderbar angemalte Gesichter, irre Kostüme mit schwindelerregend hohen Plateauschuhen – das sind die Markenzeichen der legendären US-amerikanischen Hardrockband Kiss. In den 1970er Jahren waren sie die Sensation im musikalischen Marktsegment "Gitarrenmusik der härteren Gangart" – und sind mittlerweile zu einem weltweit operierenden Merchandisingunternehmen angeschwollen, das mehr Umsätze mit Kiss-Actionfiguren als mit Schallplatten macht. Obwohl: Auch die Konzertkarten verkaufen sich ja noch immer ganz gut…
"Detroit Rock City" von Kiss ist das Lebenslied von Nikola aus Solingen. Als er 11 Jahre alt war, hörte er das Lied in einer Liveversion auf dem Plattenspieler seiner Eltern – und die Liebe zu härteren Klänge hat ihn seitdem nicht wieder los gelassen.
L
Wenn man ihn Gitarre spielen hört, könnte man denken, hier sei ein Octopus am Werk – denn Werner Lämmerhirt spielt so virtuos, dass ihn viele für einen der besten Gitarristen Deutschlands halten. Lämmerhirt spielt den so genannten "Fingerstyle" – eine komplizierte Zupftechnik, bei der die Basssaiten mit dem Daumen angeschlagen und mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger Melodien gespielt werden.
Matthias aus Oberhausen findet, dass dieser Ausnahmegitarrist zu sehr in Vergessenheit geraten ist. Er hatte mal eine Platte von Werner Lämmerhirt, auf der das Lied "Corinna, Corinna" drauf war – leider ist diese Platte irgendwann verschwunden. Neulich auf einem Flohmarkt hat Matthias dann genau diese Platte wieder gefunden – für einen Euro. Seitdem läuft "Corinna, Corinna" fast täglich auf dem alten Plattenspieler, den er von seiner Tante Erika bekommen hat ...
Es gibt so ein paar Cinderella-Geschichten in der Popmusik: Wenn ohne großes Brimborium und riesige Promotionkampagnen plötzlich eine unbekannte, kleine Band richtig groß wird. Bei "Wir sind Helden" aus Berlin war das zum Beispiel so. Ihre Single "Guten Tag" wurde im öffentlich-rechtlichen Radio ganz oft gespielt, den Leuten gefiel der Song – und plötzlich landete die Band ohne große Plattenfirma im Rücken in den Charts.
Wer weiß, vielleicht geht es der Berliner Band "Laing" ja ähnlich. Ihre Single "Morgens immer müde" – eine Coverversion eines Trude-Herr-Songs – wird gerade gerne bei den Berliner Kollegen von Radio Fritz gespielt. Da hat Tobias aus Münster das Lied auch zum ersten Mal gehört, als er seine Freundin in Berlin besucht hat. Und seitdem geht ihm das Lied genausowenig aus dem Kopf wie seine Freundin…
Am 21. September 1973 lief im ZDF der Krimi "Sonderbare Vorfälle im Hause von Professor S." aus der Reihe "Der Kommissar" mit Erik Ode. Und bereits während dieser Film noch lief, soll im ZDF Studio dutzendfach das Telefon geklingelt haben – viele Menschen wollten wissen, wie denn nur dieses Lied hieß, das immer wieder in dieser "Kommissar"-Folge lief. Es war "I'd Love You To Want Me" von Lobo. Und kurz nach der Ausstrahlung des "Kommissars" fand sich dieser Song auf Platz 1 der deutschen Singlecharts wieder. So einfach war Musikpromotion früher…
Uwe aus Bochum denkt bei diesem Lied von Lobo aber nicht an den "Kommissar" – sondern an seine Verlobte. Mit der war er Anfang der 1970er Jahre oft Eislaufen – und da lief immer dieses Lied: "I'd Love You To Want Me".
M
Am 26. April 1986 explodierte der Reaktor 4 des Atomkraftwerks in Tschernobyl. Der Super GAU hat in der Rock- und Popmusik erstaunlich wenig Spuren hinterlassen. Kraftwerk haben den Songtext ihres Liedes "Radioaktivität" geändert und sangen fortan "Stoppe Radioaktivität, weil's um unsere Zukunft geht". Und Wolf Maahn hat einen Song veröffentlicht, in dem er direkt über die Katastrophe gesungen hat: Die Single "Tschernobyl".
Als sich die Nachricht des havarierten Reaktors langsam in Deutschland verbreitete, lag Thomas aus Herne an einem Baggersee. Das Lied von Wolf Maahn hat ihn damals sehr berührt – und scheint heute wieder so aktuell wie damals, als es veröffentlicht wurde.
Es ist eine wirkliche "Supergroup": Mitte der 90er Jahre haben sich der Cellist Yo-Yo Ma, der Violinist Mark O'Connor und der Bassist Edgar Meyer zusammen getan, um neue Interpretationen klassischer amerikanischer Lieder aus dem 18. und 19. Jahrhundert aufzunehmen. Auf dem Album "Appalachian Journey" findet sich die Trio-Interpretation von dem Lied "Hard Times Come Again No More" von 1854.
Und dieses Lied erinnert Anna aus Rotterdam an ihren Freund – denn als sie für ein paar Monate nach Buenos Aires gezogen ist, hat er ihr dieses Lied kurz vor ihrer Abreise vorgespielt. Und weil Anna bald wieder nach Argentinien geht - dieses Mal sogar für acht Monate - muss "Hard Times Come Again No More" sie wieder einmal über die befristete räumliche Trennung hinweg trösten.
Fünf junge, gut aussehende Männer in engen Jeans, engen schwarzen Lederjacken und mit gut nicht-sitzenden Frisuren: Mando Diao aus Schweden sind so etwas wie die Posterboys des melodiös-schrammeligen Alternative Rock. Und: Wie so viele schwedische Bands haben sie ein tolles Händchen für großartige Melodien. Vielleicht steckt doch auch ein bisschen Abba in Mando Diao…
Claudia aus Sankt Augustin hat es besonders der Song "Ode To Ochrasy" angetan. Als sie ihren heutigen Ehemann kennengelernt hat, hat der ihr dieses Lied mit amourösen Hintergedanken immer auf der Gitarre vorgespielt. Es hat gewirkt – und die Hochzeitsreise führte dann folgerichtig ins Heimatland von Mando Diao, nach Schweden. Und da haben die beiden sich dann auch das Album gekauft.
In der Dance Music wird gerne geklaut. Die Produzenten von solcher Musik, die vor allem in Clubs die Menschen zum Tanzen und Feiern animieren soll, schnappen sich gerne Refrains aus Hits und legen eine wummernde Bassdrum drunter. So kann man auch zu einem Song tanzen, der im Original mal eine Ballade war – hat aber trotzdem den Wiedererkennungswert und den Mitgröhleffekt. Die bekanntesten Vertreter dieser Spezies sind sicherlich Scooter, die unter anderem "Was wollen wir trinken?" von Bots und Peter Maffays "Nessaja" verwurstet haben. Auch Minimalistix aus Belgien haben für ihre Dance-Stücke gerne geklaut, unter anderem aus dem Soundtrack zu "Twin Peaks" oder das bekannte Gepfeife aus "Young Folks" von Peter, Björn & John.
"Whistling Drive" – so haben Minimalistix ihren bei Peter, Björn & John gemopsten Song genannt – hat es Elena aus Bonn angetan. Sie verbindet damit die Reisen nach Bulgarien zu ihrem Opa – und das Gefühl, für ein paar Wochen in die Kindheit zurück zu kehren.
Unsere Hörer haben Sascha Ziehn ja schon häufiger mal beauftragt, wahrlich nicht ganz alltägliche Radiomusik aus seinem Plattenschrank zu holen: Einen Song der Krawall-Elektro-Band Deichkind zum Beispiel, oder 20-minütiges Progressive-Rock-Gefuchtel von der Band Camel. Schlager gab es auch schon mal – aber heute gehen wir noch einen Schritt weiter und wagen einen Blick in die Volksmusik.
Das Lied "Drei weiße Birken" von 1960, komponiert von Paul Lemberg, erinnert Willi aus Alfter daran, wie er seine Frau kennen gelernt hat. Sie war aus Spanien nach Deutschland gekommen – und das erste Lied, das sie auf deutsch singen konnte, war eben dieses "Drei weiße Birken". Und als sich das Ehepaar vor 16 Jahren ein Haus gekauft hat, standen auf dem Grundstück tatsächlich drei weiße Birken. Diese Birken stehen immer noch und werden natürlich gehegt und gepflegt – und das Ehepaar denkt bei diesem Anblick immer wieder an dieses Lied zurück.
"Stoner Rock" – dieser Begriff bezeichnet eine Spielart des Heavy Metal, in der die Gitarren noch ein bisschen tiefer gehängt und das Tempo ein raus genommen wird. Metal in Zeitlupe, könnte man sagen. Und dieser Begriff "Stoner Rock", legt das ja auch schon ein wenig nahe: Schließlich bedeutet "stoned" im amerikanischen Slang "bekifft".
Monster Magnet aus New Jersey gehören neben Kyuss zu den Gründungsvätern des Genres. Und der Song "Nod Scene" vom ersten Monster Magnet-Album "Spine Of God" erinnert Lasse aus Köln an den Aufbruch in seine eigene Welt: Die Abnabelung vom Elternhaus als Teenager, sprießende Hormone, mit den besten Kumpels irgendwelchen Unsinn machen – und dazu wurde eben Monster Magnet gehört, Anfang der 1990er Jahre, als Lasse 16 war. Und wenn die Kumpels aus Pubertätstagen heute nach Köln kommen, wird immer noch gerne Monster Magnet aufgelegt.
N
Indischer Stirnschmuck, bauchfreie T-Shirts und wahlweise knallblond, pink oder blau gefärbte Haare: Gwen Stefani gilt mit ihren manchmal einigermaßen durchgeknallten Outfits als Stilikone. Kein Wunder, dass die Sängerin von No Doubt auch noch ein sehr erfolgreiches Modelabel macht. Der größte Hit von No Doubt hingegen liegt schon ganz schön lange zurück: 1996 erschien "Don't Speak" als Single – und wurde zum erfolgreichsten Radiosong des Jahres in den USA und schaffte es in vielen Ländern auf Platz 1 der Charts.
Für Tabea aus Köln ist "Don't Speak" das ultimative Freundschaftslied. Sie war damals mit ihrer Mädchenclique unterwegs und die Clique war auch auf einem No Doubt Konzert in Oberhausen - für dessen Besuch übrigens die Schule geschwänzt wurde. Die Mädchenclique besteht zwar nicht mehr, aber immer, wenn Tabea "Don't Speak" hört, denkt sie wieder zurück an diese lustigen Teenagerjahre.
P
1991 war das Jahr der Karohemden und der zerrissenenen Jeans: Mit Nirvanas Single "Smells Like Teen Spirit" wurde die Musikrichtung Grunge zu einem weltweiten Phänomen. Grunge war so was wie der Punk der frühen 1990er Jahre: Roh, ungebügelt und dreckig. Und in den Texten ging es nicht darum, dass der Sänger gerade die Liebe seines Lebens getroffen hat, sondern es ging um die Probleme junger Leute, um die "Teenage Angst", um Entfremdung in einer zunehmend globalisierten Gesellschaft. Auch Pearl Jam, die wie Nirvana aus der Grunge-Geburtsstadt Seattle stammen, schafften in dieser Zeit den weltweiten Durchbruch. Ihr Album "Ten" und ihre Debütsingle "Alive" gelten heute als moderne Klassiker der Rockmusik.
Und der Song "Alive" hat Milan aus Köln durch seine Uniprüfungen begleitet. Das Lied war quasi immer sein Startschuss zum Lernen: Einmal "Alive" hören - und dann ab an den Schreibtisch. Und wenn Milan das Lied heute hört, sieht er sofort wieder seinen Schreibtisch und die ganzen Bücher vor sich…
Es gibt nur wenige Musiker, bei denen die tragische persönliche Geschichte in einem so krassen Gegensatz steht zu der positiven Wirkung, die ihre Musik für viele Menschen hat, wie Édith Piaf. Sie hat Mann und Tochter verloren, hatte mehrere schwere Autounfälle, war alkohol- und morphiumabhängig und ist im Alter von nur 47 Jahren gestorben. Und sie hat Musik gemacht, die viele Menschen in schwierigen Situationen begleitet, ihnen Kraft gibt und positive Gefühle schenkt.
Auch für Pari ist die Musik von Édith Piaf eine Art Kraftspender: Nach einer Trennung hat sie immer wieder "Padam … Padam …" von Édith Piaf gehört – und das Lied hat ihr geholfen, über den Trennungsschmerz hinweg zu kommen. Und obwohl sie das Lied seit Jahrzehnten kennt, bekommt sie noch immer eine Gänsehaut, wenn sie es hört.
Die Szenerie ist folgende: Ein Mann trötet bluesig in seine Mundharmonika. Dazu gesellt sich ein weiterer Mann, der verträumt Gitarre spielt. Und an einer Leine liegt eine weiße russische Wolfshündin auf dem Bühnenboden und jault beherzt in ein ihr vor die Schnauze gehaltenes Mikrophon. Die beiden Musiker sind David Gilmour und Roger Waters, die Hündin heißt Nobs. Und sie spielen gerade mit ihrer Band Pink Floyd ein Konzert im Amphitheater von Pompeji. Das Ganze geschah 1972. Und ein Song aus diesem Konzert ist eben der zweiminütige Hundegejaule-Blues namens "Mademoiselle Nobs".
Dieses lustige kleine Liedchen hat es Daniela aus Wermelskirchen ganz besonders angetan. Sie hört generell gerne Musik aus der "guten alten Zeit". Aber durch ihren Sohn hat sie auch viele aktuelle Bands kennen gelernt, die so ein bisschen den Geist der psychedelischen Musik von Pink Floyd in die Gegenwart herüber tragen, zum Beispiel John Frusciante oder Tool. Und umgekehrt hört der Sohn auch gerne "alte" Bands wie Pink Floyd.
In den Jahren 1996 und 1997 eskalierte der Streit zwischen Rappern von der amerikanischen Ost- und der Westküste – und endete für zwei berühmte und erfolgreiche Rapper tödlich: 1996 wurde Tupac Shakur erschossen, nur ein paar Monate später der New Yorker Rapper The Notorious B.I.G. Den Tod seines Freundes "Biggie" verarbeitete Puff Daddy zusammen mit Faith Evans in einem Song "I'll Be Missing You", basierend auf einem Sample von The Police. Er wurde zu einem weltweiten Hit und war der Startschuss für die internationale Karriere von Puff Daddy, der heute der wohlhabendste Rapper der Welt ist.
Gordon aus Beckum denkt bei diesem Song an seine Frau. Beziehungswiese an seine Ex-Frau. Beziehungsweise an seine Scheidung. Denn diese Scheidung war für Gordon ein Moment, in dem er das Gefühl hatte, seine Freiheit wieder erlangt zu haben. Und daran erinnert ihn dieser Song.
Q
Wir gucken im "Plattenschrank mit Sascha Ziehn" immer mal wieder auf die deutschen Hitlisten der Vergangenheit – und versuchen nachzuvollziehen, was die großen Hits auch über die Zeitgeschichte aussagen. Heute gehen wir 50 Jahre zurück, ins Jahr 1963. Und der Anfang dieses Jahres wurde dominiert von dem erfolgreichsten deutschsprachigen Sänger der 50er und 60er Jahre, von Freddy Quinn. Sein "Junge, komm bald wieder" war 14 Wochen auf Platz 1 der deutschen Charts. Dagegen hatten nicht einmal die Beatles eine Chance…
R
Sie sind eine der außergewöhnlichsten Bands der Welt: Radiohead haben sich nie sonderlich darum geschert, ob nun ein Album oder eine Single kommerziell erfolgreich ist. Und die Bandmitglieder sind erfrischend unglamourös: Es geht nicht ums Ego, um Exzesse oder Skandale – es geht um Musik. Und die Musik von Radiohead ist komplex, intelligent arrangiert, manchmal sperrig, manchmal Kunst, aber eben manchmal dann doch auch hitverdächtig.
"Creep" von 1993 ist die Radiohead-Single, die für Saskia aus Köln ihr Lebensgefühl als Teenager perfekt beschreibt. Und sie war Mitte der 90er Jahre auf einem Radiohead Konzert – und nach langem Bitten hat die Band den Song zum Schluss des Konzerts dann auch endlich gespielt.
Es gibt nicht allzu viele Songs in der Rockgeschichte, die einer Kaffeemaschine gewidmet sind. Boots Randolph allerdings war von seinem Perkolator so begeistert, dass er einfach darüber singen musste. Perkolatoren sind Kaffeemaschinen, bei denen das kochende Wasser in eine Kanne aufsteigt – so wie bei diesen Schraub-Espressomaschinen, die auf den Herd gestellt werden.
Manfred aus Mettmann denkt bei dem Lied allerdings nicht an Kaffee, sondern an seine Jugend in den 1950er Jahren. Und nachdem er "Percolator" von Boots Randolph eine ganze Zeit lang nicht gehört hatte und es plötzlich mal wieder im Radio lief, musste er sich den Song einfach besorgen.
Ein Mann im Anzug, mit geligen Haaren, schwingt den Mikrofonständer über seinem Kopf und wackelt mit den Hüften hin und her… 1957 war das wilder Rock'n'Roll, was Johnnie Ray auf der Bühne gemacht hat. Sein "Yes Tonight Josefine" war einer der großen Hits der goldenen Rock'n'Roll-Ära der 50er Jahre.
Irmhild aus Rheinbrohl findet, dass das Lied viel zu selten im Radio gespielt wird. Als sie 16, 17 Jahre alt war, war "Yes Tonight Josefine" ihr Lieblingslied. Und weil sie das Radio sofort lauter stellen würde, wenn sie das Lied noch mal hören könnte, spielen wir Johnnie Rays "Yes Tonight Josefine".
Er ist einer der tollsten deutschen Songschreiber überhaupt: Rio Reiser, in den 70er Jahren Sänger und Kopf der Agitprop-Band Ton Steine Scherben und vor allem in der 80er Jahren als Solokünstler erfolgreich. Und die Lieder von Rio Reiser, der 1996 im Alter von 46 Jahren gestorben ist, sind noch immer aktuell: Künstler wie Jan Delay, Fettes Brot oder Freundeskreis haben seine Songs gecovert – und wenn man aktuelle deutschsprachige Bands nach ihren Einflüssen fragt, fällt fast immer der Name Rio Reiser.
Annika aus Remscheid hat Rio Reiser in dem Tatort "Im Herzen Eiszeit" von 1995 gesehen – und auch gehört. Denn neben einer Hauptrolle in den Film kommt auch die Titelmusik von Rio Reiser: "Träume" heißt der Song - und Annika musste lange suchen, bis sie ihn endlich zufällig bei einer Freundin wieder gehört hat – denn bis dahin wusste sie nicht, von wem das Lied eigentlich ist und konnte deshalb auch nicht danach fahnden. Und als sie den Song dann endlich gefunden hatte, kamen ihr beim Hören die Tränen, weil sie solche Sehnsucht nach diesem Lied hatte…
Ein Lied von 1973 hatte im Jahre 2005 im Wahlkampf der CDU ein kleines "Comeback": "Angie" von den Rolling Stones wurde bei Wahlkampfverstaltungen von Angela Merkel gerne gespielt – was die Rolling Stones übrigens gar nicht so lustig fanden und sich gegen die Wahlkampfbeteiligung ihres Liedes heftig und juristisch gewehrt haben.
Eveline aus Herten denkt bei diesem Lied nicht an Politik, sondern an Liebe: Vor 37 Jahren hat sie ihren damals frisch angetrauten Ehemann in Holland besucht – er hat da seinen Wehrdienst geleistet. Und die beiden haben es richtig krachen lassen: Bis 22 Uhr waren die beiden am Samstag Abend in einer Diskothek. Und wenn Eveline "Angie" heute hört, denkt sie immer zurück, an dieses Wochenende in Holland.
Ein Riff ist eine kleine musikalische Figur, die meistens am Anfang eines Songs steht und ein einprägsames Motiv sein soll, das sich sofort im Gehörgang fest brennt. Es gibt Riffs, die Musikgeschichte geschrieben haben, zum Beispiel das Gitarrenmotiv aus "Smoke On The Water" von Deep Purple - und natürlich auch das aus "(I Can't Get No) Satisfaction" von den Rolling Stones. Diese beiden Gitarrenriffs streiten sich wahrscheinlich darum, welches denn nun das berühmteste der Musikgeschichte ist...
Für Anna aus Köln steht der Gewinner fest: "Satisfaction". Diesen Song hat sie Mitte der 1970er immer gehört, während ihrer Ausbildung, in der WG, in der sie damals gewohnt hat. Sie hat zu dem Song morgens wild getanzt, auf dem Bett und durch die Wohnung – denn schließlich war es die erste eigene Wohnung – und die verströmt ja immer diesen leckeren Duft der Freiheit...
Es gibt Lieder, auf die kann man mit seinem Notenschlüssel so viel einprügeln wie man will – sie sind einfach nicht tot zu kriegen. Und wenn man sie dann morgens einmal im Radio gehört hat, singt und summt man sie dummerweise gleich den ganzen Tag – ob man will oder nicht. Zu diesen Liedern gehört auch der Schlager-Schlager "Er gehört zu mir" von Marianne Rosenberg. Dieses "Na-nana-na-nana-naaa" kriegt man einfach nicht mehr aus dem Kopf. Und das ist ja schon auch eine Qualität, dass dieser Schlager, obwohl mittlerweile fast 40 Jahre alt, immer noch gespielt, gesungen und gegrölt wird – und zwar generationsübergreifend.
Und genauso generationsübergreifend ist "Er gehört zu mir" anscheinend für die Familie von Larissa aus Herford: Sie hat das Lied zur Ehren der Großmutter an deren 70. Geburtstag geschmettert. Und wenn das Lied im "Plattenschrank" läuft, singt die ganze Familie noch mal mit…
"Sleaze Rock" heißt übersetzt so viel wie "Schmieriger Rock". Dabei war die Musik gar nicht so schmierig, sondern viel mehr die Typen, die sie gemacht haben: Zottige Matten, enge, speckige Lederhosen und dazu allerlei Tätowierungen. Die Roxx Gang aus Florida galt in den 80er Jahren mal kurz als kleine bis große Hoffnung des Genres – was allerdings recht schnell wieder verpuffte.
Bei Jörg aus Solingen hat die Band trotzdem einen bleibenden Eindruck hinterlassen: "Red Roses" von der Roxx Gang ist sein "Lebenslied" – und er war in den 80er Jahren auch einer der wenigen Käufer des Vinylalbums der Band.
S
In den späten 1970er Jahren erlebte der jamaikanische Ska eine Art Wiedergeburt – in England! Denn in Coventry wurden diverse neue Ska-Bands gegründet, die die Originalversion aus Jamaika weiterentwickelten: The Specials, Madness oder The Selecter bauten Punk-Elemente in den Ska ein und schrieben sozialkritische Texte: Über Ungerechtigkeit, Rassismus und Ausgrenzung.
Das Lied "Three Minute Hero" von The Selecter begleitet Lars bereits seit seiner Schulzeit – es ist für ihn zu so einer Art Hymne geworden, die er immer noch gerne auflegt.
Simple Minds-Sänger Jim Kerr möchte gerne aus dem Regen raus und zur "Waterkant" – auch, wenn es noch eine Million Jahre dauert ... Ok, der Text ergibt nicht wirklich viel Sinn – und doch wurde "Waterfront" zu dem Song, der den Simple Minds zum Durchbruch verholfen hat. Das Lied war immerhin auf Platz 1 der neuseeländischen Charts – und danach ging es, vor allem mit Singles wie "Don't You (Forget About Me)" oder "Alive & Kicking" steil bergauf.
Thomas aus Wuppertal verbindet mit "Waterfront" seine Zeit in Papua-Neuguinea. Da war er für ein paar Jahre als Entwicklungshelfer und hat das Lied in den 1980er Jahren immer wieder im australischen Radio gehört. Was das für ein Song war, wusste er allerdings damals noch nicht. Das hat er erst nach seiner Rückkehr nach Deutschland 10 Jahre später erfahren. Aber noch heute spürt Thomas, wenn er "Waterfront" hört, das Gefühl von wohliger Tropenhitze mit weit offenem Horizont und Sternenhimmel.
Um das Jahr 1993 herum dominierte der sogenannte Eurodance von Ein-Hit-Wundern wie Snap!, Dr. Alban oder Culture Beat die deutschen Charts. Aber ein Musiker schlich sich mit einem Raggamuffin-Hit ganz nach oben: Der kanadische Jamaika-Afficionado Snow war im Juni 1993 mit "Informer" 7 Wochen lang auf Platz 1.
"Nuevo Cancion" heißt eine Musikrichtung, die sich in den 1960er Jahren im spanischsprachigen Lateinamerika entwickelt hat. "Nuevo Cancion" heißt "Neues Lied" – und das neue an diesen Liedern war, dass hier über sozialpolitische Themen gesungen wurde: Über die Armut der Bevölkerung, über Revolutionen und über Menschenrechte. In Argentinien war Mercedes Sosa eine der wichtigsten Vertreterinnen dieses "Nuevo Cancion" – und hat mit einem Konzert in Buenos Aires und einem Livealbum nach dem Ende der Militärdiktatur 1982 die argentinische Geschichte mitgeschrieben und geprägt: Denn sie und ihre Musik waren ein Symbol für den Neuanfang als demokratisches Land.
Susanne aus Detmold allerdings denkt bei der Musik von Mercedes Sosa eher an Schmetterlinge im Bauch. Sie war Ende der 1980er Jahre sehr verliebt – und war mit dem Angebeteten bei einem Konzert von Mercedes Sosa. Und die Musik – und natürlich auch ihr Partner – haben sie so berührt, dass sie einfach nur glücklich war – und den perfekten Moment erlebt hat.
Eine bayrische Rock'n'Roll Band landet einen Nummer 1 Hit in Deutschland? Die Spider Murphy Gang hat das geschafft, im Jahr 1982, mit ihrem Song "Skandal im Sperrbezirk". Denn wie viele andere deutsch singende Bands wurden auch die Münchner von der Neuen Deutschen Welle mitgerissen – obwohl sie mit dieser NDW nun wirklich nichts zu tun hatten.
Carsten aus Witten verbindet mit diesem Song ein eher traumatisches Erlebnis: Er hatte im Jahr 1982 als 12jähriger einen schweren Straßenverkehrsunfall. Und im Krankenhaus lief in jedem Radio und Kassettenrekorder der "Skandal im Sperrbezirk". Genau dieser Song lief auch eine Woche vor seinem Unfall auf der Karnevalsparty einer Schulfreundin rauf und runter. Und die Erinnerung an diesen Song bezeichnet Carsten auch heute noch als "lohnenswert" – trotz der eher schlimmen Erinnerungen an den Unfall und die Folgen.
Er ist schon ein Tausendsassa: Yoga-Profi, Schachspieler, Umweltschützer, Bauer, Bioladenbesitzer – und Musiker. Sting war als Sänger von The Police einer der größten Rockstars der 1980er-Jahre, und auch seine Solokarriere war höchst erfolgreich.
Hildegard aus Köln allerdings kann mit der Musik von Sting nicht wirklich viel anfangen. Bis auf dieses eine Lied, bis auf "Moon Over Bourbon Street". Immer, wenn dieser Song im Radio läuft, bleibt sie wie angewurzelt stehen und muss wie paralysiert zuhören. Denn dieses Lied trifft sie mit seiner melancholischen Stimmung so sehr.
Wenn Musiker auch Schauspieler sein möchten, geht das meistens mächtig in die Hose – siehe Madonna oder Britney Spears. Barbra Streisand allerdings ist so sehr Multitalent, dass sie neben den zahlreichen Musikauszeichnungen – unter anderem acht Grammys – für ihre schauspielerische Leistung auch noch einen Oscar gewonnen hat. Streisand ist Sängerin, Schauspielerin, Regisseurin und Filmproduzentin – und das alles auf sehr hohem Niveau.
Für Erika aus Saerbeck allerdings zählt nur ein Song von Barbra Streisand: "Woman In Love", ihr Lebenslied. Denn zu diesem Song hat sie im Karneval 1981 mit ihrer großen Liebe getanzt – und diese bis heute nicht wieder losgelassen, denn die beiden sind immer noch zusammen. Und weil die Schallplatte von Erika schon ziemlich runtergerockt ist, spielen wir dieses Lied heute, 31 Jahre nach dem Karneval 1981.
Es gibt so ein paar Filme, die an Weihnachten einfach nicht fehlen dürfen. "Ist das Leben nicht schön?" von Frank Capra wird immer wieder gerne gesendet und geguckt, genau so wie die "Muppets Weihnachtsgeschichte" nach Charles Dickens und Loriots "Weihnachten bei den Hoppenstedts" – und auch der tschechische Märchenfilmklassiker "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" darf nicht fehlen – lief dieses Jahr auch wieder in der Vorweihnachtszeit in der ARD und in den dritten Programmen.
Für Henning aus Köln hat der Film bzw. die Musik aus dem Film schon auch etwas mit Weihnachten zu tun – aber vor allem mit seiner Hochzeit. Denn als er vor einem Jahr geheiratet hat, wurde als Hochzeitswalzer das entsprechende Lied aus "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" gespielt. Und deshalb ist es sein Lebenslied.
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Zwei minderjährige Mädchen in knapp sitzenden Schulmädchenuniformen küssen sich leidenschaftlich – im Regen, hinter Gittern…
Der Videoclip zu dem Lied "All The Things She Said" von dem russischen Mädchenduo t.A.T.u. sorgte für viele Diskussionen und wurde heftig kritisiert. Die Sängerinnen und ihr Management meinten zwar, der Clip richte sich gegen die Diskriminierung von Homosexuellen – aber dieses Spiel mit einem Lolita-Lesben-Image war dann doch recht durchschaubar: Hier ging es eher um Erfolg als um Gesellschaftskritik. "All The Things She Said" war Ende März 2003 auf Platz 1 in den deutschen Charts.
Im Jahr 2001 kam die US-amerikanische R&B Sängerin Aaliyah bei einem Flugzeugabsturz ums Leben – im Alter von gerade einmal 22 Jahren. Einige Jahre später hat ihr Freund und Produzent Timbaland zusammen mit dem Rapper Magoo und Sänger Wyclef Jean den Song "Hold On" aufgenommen, in dem die drei ihre Gefühle über den Tod von Aaliyah zu beschreiben versuchen: All das Geld, das sie verdient haben, hilft nicht wirklich weiter, bei so einem Verlust.
Für Nils aus Bielefeld hat diese Hommage an Aaliyah eine ganz andere Bedeutung. Er und seine Freundin haben dieses Lied immer zusammen gehört. Er war damals auf Konzerttour in Italien und hat mit seiner Freundin eine Fernbeziehung geführt. Und "Hold On" war quasi der Soundtrack zu dieser Fernbeziehung.
In den 1990er Jahren haben in Deutschland Bands wie Blumfeld, Cpt. Kirk & oder Die Sterne Musik gemacht, die zumindest in den Texten über "normale" Popmusik hinaus gehen sollte. In der "Hamburger Schule" wurde über die Möglichkeiten von Pop nachgedacht, sich auch in aktuelle politische Debatten einzumischen. Tocotronic haben auf ihrem zweiten Album quasi als Einschulungshymne "Ich bin neu in der Hamburger Schule" gesungen – und wurden mit ihren direkten, sloganhaften Texten schnell zu einer Band, mit der sich ganz viele junge Leute direkt identifizieren konnten.
Die Musik und die Texte von Tocotronic begleiten Verena aus Witten schon ganz lange. Ein Freund ihres Bruders hat ihr in der Oberstufe eine Kassette mit Songs von Tocotronic aufgenommen – und es gab immer wieder Tocotronic-Songs, die quasi zum "Soundtrack ihres Lebens" wurden. Und: Sie hat keine Band so oft live gesehen, wie eben Tocotronic.
Alexander DeLarge ist schon ein wirklich fieser Typ: Er klaut, prügelt und vergewaltigt. Alexander DeLarge, genannt Alex, ist der Protagonist in Stanley Kubricks Film "Uhrwerk Orange" von 1971. Dieser Film – eine Adaption des gleichnamigen Romans von Anthony Burgess - war 1972 für einen Oscar nominiert und hatte durch den besonderen Einsatz von Musik und die visuelle Gestaltung einen enormen Einfluss auf die Popkultur: In einer Folge der Zeichentrickserie "The Simpsons" gibt es Referenzen an "Uhrwerk Orange", die Outfits der Jugendgang aus dem Film war für diverse Musiker eine Inspirationsquelle – und die Toten Hosen haben dem Protagonisten direkt ein Lied gewidmet: "Hier kommt Alex".
Dieser Song ist das Lebenslied von Christina aus Neuss. Sie hat den Song entdeckt, als sie in der 4. Klasse war – ein Freund hatte ihn für sie auf eine Kassette aufgenommen. Seitdem ist Christina ein großer Fan von den Toten Hosen – und die Begeisterung für die Punks aus Düsseldorf hat mittlerweile auch auf ihre Tochter abgefärbt…
W
Es ist zwar ein Klischee – aber ein bisschen was Wahres ist vielleicht doch dran: Männer gucken sich im Kino am liebsten Filme an, in denen oft irgendwas explodiert, Frauen dagegen wollen lieber eine gute Story und vor allem gute Dialoge hören.
Über diesen kleinen aber pikanten Geschmacksunterschied haben die Wise Guys aus Köln ein Lied gemacht: "Alles in die Luft" heißt es und ist das Lebenslied von Theresa aus Bonn. Die allerdings denkt bei diesem Song nicht ans Kino, sondern an ihre beste Freundin. Nach einer Operation hat diese Freundin Theresa jeden Tag im Krankenhaus besucht. Und als Theresa für ein Jahr nach Australien gezogen ist, ist sie jeden Morgen um 4 Uhr aufgestanden, um mit dieser Freundin zu telefonieren… Und diese besondere Freundschaft ist nicht "in die Luft" geflogen, sondern besteht immer noch.
Y
Am Freitag (26.10.2012) hat er mit "Psychedelic Pill" sein 37. Studioalbum veröffentlicht: Neil Young, Rocklegende, Zausel von Weltruf und Workaholic. Seit über 50 Jahren macht Neil Young Musik – und er gilt neben Bob Dylan als einer der bedeutendsten Songschreiber der Musikgeschichte.
1972 landete bei Familie Blaschy ein Album von Neil Young unter dem Weihnachtsbaum: "Harvest", sein viertes Album und - so finden viele Neil Young-Gläubige - auch sein bestes. Auch Sohn Thomas fand direkt Gefallen an dem Album, besonders an dem ersten Song auf "Harvest", "Out On The Weekend". Und noch heute kommen die Erinnerungen an Heiligabend 1972 hoch, wenn er dieses Lied bzw. das komplette Album hört – und das kommt bis heute noch immer recht häufig vor.
Playlist Musik
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23:23
Jimmy McGriff"Blue juice"
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20:49
Allen Toussaint"Singin' the blues"
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19:18
Nickodemus"Sun Children (Instrumental)"
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18:59
Shawn Lee's Ping Pong Orchestra"Moodbender"
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17:54
Ugress"Autumn colours"



