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Ein Krebsmedikament hilft im Tierversuch auch gegen Alzheimer. Das berichtet das Magazin Science. Zwei US-Forscher testeten demnach das Medikament "Bexaroten" an genetisch veränderten Mäusen. Nach etwa zwei Wochen hatten sich die für die Alzheimer-Erkrankung typischen Ablagerungen im Gehirn der Mäuse um 75 Prozent zurückgebildet. Auch ihr Verhalten normalisierte sich wieder. Ob sich aus diesen Ergebnissen Schlüsse auf die Behandlung von Menschen ziehen lassen, ist derzeit aber noch ungewiss. Klinische Studien sollen das jetzt klären. Diese Studien könnten jedoch deutlich schneller beginnen als in anderen Fällen: Das Medikament ist für den Einsatz am Menschen schließlich schon zugelassen.
Quelle: Science
Wer Fotos von Kindern im Internet veröffentlicht, der setzt diese möglicherweise einem bisher unterschätzten Risiko aus. Davor warnt eine britische Wissenschaftlerin. Sie suchte in frei zugänglichen Fotodiensten nach Bildern von Kindern. Dann wertete sie die von vielen Digitalkameras und Smartphones automatisch zu jedem Foto mit gespeicherten Positionsdaten aus. Zu vielen Gesichtern ließ sich bis auf die Postleitzahl genau ermitteln, wo das Foto gemacht wurde. Waren die Daten bei mehreren Fotos gleich, erlaubte dies Rückschlüsse auf den Aufenthaltsort des Kindes. Die Forscherin fordert nun die Betreiber von Foto-Websites dazu auf, ihre Nutzer deutlich darauf hinzuweisen, dass die Sicherheit und Privatheit durch die Mitveröffentlichung von Positionsdaten gefährdet sein könnten.
Quelle: International Journal of Electronic Security and Digital Forensics
Je jünger eine Fruchtfliege ist, desto attraktiver ist sie als Sexualpartner. Grund: Die Sexual-Duftstoffe der Fliegen verändern sich mit dem Alter und sind bei ‚Jugendlichen’ besonders anziehend. Das konnten US-Forscher nachweisen. Als sie den Fliegen die Duftstoffe abwuschen, waren alle wieder gleich interessant.
Quelle: The Journal of Experimental Biology
Amerika und Eurasien werden in knapp 150 Millionen Jahren auf Höhe des Nordpols zusammenprallen und den Superkontinent „Amasia“ bilden. Weitere Millionen Jahre später sollen sich auch Australien und Afrika dem Superkontinent anschließen. Dieses Szenario halten US-amerikanische Forscher für sehr wahrscheinlich, nachdem sie Daten über frühere Wanderungen der Kontinente ausgewertet und daraus Prognosen abgeleitet haben. Vor etwa 150 Millionen Jahren war der letzte Superkontinent Pangaea zerbrochen. Die Bruchstücke drifteten auseinander und bildeten die heutigen Kontinente. Weil sich die Erdplatten immer noch jährlich um einige Zentimeter verschieben, werden sie in ferner Zukunft wieder zusammentreffen. Bisher ging man allerdings davon aus, dass sich der nächste Superkontinent wieder auf Höhe des Äquators bilden würde – ungefähr dort, wo Pangaea einst lag.
Quelle: Nature
Auch Bremsen machen Halt vor Zebrastreifen. Anders ausgedrückt: Zebras halten sich mit ihrem Streifenmuster die lästigen Insekten vom Leib. Das zeigen Versuche, die Forscher aus Ungarn und Schweden durchgeführt haben. Sie stellten Pferde-Attrappen auf und prüften wie viele Insekten auf schwarze, graue, weiße und gestreifte Modelle fliegen. Ergebnis: Die Bremsen ließen sich vor allem auf den einfarbigen Attrappen nieder. Das Muster mit der größten Ähnlichkeit zum echten Zebrafell zog die wenigsten Insekten an. Damit war bewiesen, was zuvor nur vermutet wurde. Schon länger ist dagegen bekannt, dass die Streifen im Fell dazu dienen, Raubtiere zu täuschen: Einzelne Zebras sind im Flimmerlicht der Savannen oder in einer galoppierenden Herde durch die bewegten Streifen kaum zu erkennen.
Quelle: Journal of Experimental Biology
Tai-Chi ist nach Ansicht von Medizinern der optimale Sport für Parkinson-Patienten. Die langsamen Kampfkunstbewegungen schulen Haltung und Gleichgewicht der Erkrankten besser als andere Bewegungstherapien.
Quelle: New England Journal of Medicine
Russische Forscher sollen einen seit 15 Millionen Jahren von Eis bedeckten See in der Antarktis angebohrt haben. Der Wostoksee liegt 3750 Meter unter der Oberfläche des Südpol-Eises und gilt als einer der letzten unerforschten Lebensräume der Erde. Er könnte bisher unbekannte Arten beherbergen: Mikroorganismen etwa, die sich an Kälte, Druck, Dunkelheit und die chemische Zusammensetzung des Sees angepasst haben. Durch die Bohrung könnte der See allerdings verunreinigt werden. Laut Plan sollte der Bohrkopf daher sofort nach dem Durchstoßen des Eises zurückgezogen, Seewasser angesaugt und das Loch so mit einem Eispfropf verschlossen werden. Die meisten Wissenschaftler haben die Station am Montag verlassen. Für den nächsten antarktischen Sommer planen sie die Erkundung des Sees mit einem Unterwasserroboter. Zunächst wollen sie jetzt Daten auswerten, um zu klären, ob der Bohrkopf den See tatsächlich erreicht hat.
Quelle: Nature
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Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat das Wissenschaftsjahr 2012 unter dem Motto „Zukunftsprojekt Erde“ eröffnet. Das Jahr soll „die Wirksamkeit wissenschaftlicher Arbeit für die Nachhaltigkeit“ zeigen, hieß es zum Start. Das Jahr beginnt mit der Initiative „ZukunftsWerkStadt“, in der Wissenschaftler und Bürger gemeinsam nachhaltige Entwicklungskonzepte für Städte und Gemeinden diskutieren sollen. In NRW sind solche Foren in Bonn, Bottrop, Dortmund, Essen, Münster, Steinfurt, Unna und Wermelskirchen geplant. Die Ergebnisse sollen in eine Förderinitiative zur „CO2-neutralen, energieeffizienten und klimaangepassten Stadt“ einfließen. Im Wissenschaftsjahr werden viele andere Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit stattfinden.
Quelle: BMBF/WID
Weniger Schiffe, weniger Stress: Als der Schiffsverkehr nach den Anschlägen vom 11. September 2001 abnahm, produzierten Wale weniger Stresshormone. Biologen wiesen das an Kotproben nach. Sie wurden 2001 bis 2005 in einer kanadischen Bucht gesammelt.
Quelle: Proceedings of the Royal Society B
Ein Liebeslied aus der Zeit der Dinosaurier haben Forscher jetzt rekonstruiert und hörbar gemacht. Es handelt sich um Töne, die ein männliches Exemplar der Laubheuschrecke Archaboilus musicus vor rund 165 Millionen Jahren erzeugt haben soll, vermutlich um Weibchen anzulocken. Dass das Zirpen der längst ausgestorbenen Art jetzt wieder erklingen kann, ist einem besonders gut erhaltenen Fossil zu verdanken. Es lässt bestimmte Teile an den Flügeln erkennen, mit denen Heuschrecken Töne produzieren: Eine Schrillleiste mit Zähnchen, die beim Zirpen über eine scharfe Kante geschoben werden. Aus dem Abstand der Zähnchen und der Länge der Schrillleiste schließen die Forscher, dass Archaboilus musicus einen Ton erzeugt haben muss, der höher war als der höchste Ton auf dem Klavier. Bislang war unklar, wie und wann sich der Gesang von Grillen und Heuschrecken entwickelt hat, da es kaum Fossilien mit erhaltenem Zirpapparat gab.
Quelle: PNAS
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