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Japanische Forscher haben die chemische Ursache dafür gefunden, warum der Wirkstoff des Medikamentes Contergan zu schweren Missbildungen führt. Er stoppt eine bestimmte biochemische Reaktion bei der Bildung von Gliedmaßen. Nun hofft man, die negativen Einflüsse ausschalten und das Medikament nebenwirkungsfrei nutzen zu können – etwa bei der Behandlung von Lepra oder Blutkrebs. Ob sich diese Hoffnungen erfüllen, ist derzeit allerdings noch nicht absehbar. In den fünfziger und sechziger Jahren hatte Contergan eine Katastrophe ausgelöst. Tausende Kinder waren mit schweren Missbildungen an den Gliedmaßen zur Welt gekommen, nachdem ihre Mütter während der Schwangerschaft Contergan als Schlafmittel eingenommen hatten.
Quelle: Science
Was Contergan so schädlich macht – Leonardo-Sendung vom 12.03.2010
Kannenpflanzen auf Borneo sind so etwas wie ein Spitzhörnchenklo – und alle Beteiligten ziehen daraus Nutzen. Die Spitzhörnchen lecken Nektar, während sie sich auf die topfartige Pflanze hocken. Die Pflanzen werden mit Nährstoffen versorgt – nämlich dann, wenn das auf dem Topf sitzende Eichhörnchen zufällig sein Geschäft verrichtet. Die Kannenpflanzen sind dazu in der Lage, nicht nur Insekten, sondern auch Kot zu zersetzen.
Quelle: New Phytologist
Wer im Bioladen kauft, hält das für eine gute Tat – und gönnt sich danach gerne eine schlechte. Das haben kanadische Forscher heraus gefunden. Sie stellten fest, dass Bioladen-Kunden ihre Mitmenschen eher unfair behandeln als Käufer konventioneller Ware.
Quelle: Universität Toronto
Die Zahl der Abtreibungen in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gesunken: Es wurden rund 111.000 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet. Die meisten Frauen, die abtreiben ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahre alt, nur wenige waren minderjährig. Fast alle Abtreibungen wurden ambulant in Arztpraxen oder Krankenhäusern vorgenommen, am häufigsten mit der Absaugmethode. Knapp 6 Prozent der Frauen fuhren für den Eingriff in ein anderes Bundesland.
Quelle: Statistisches Bundesamt
In elektronischen Geräten kann bereits ab Werk schädliche Software enthalten sein. Auch in einem fabrikneuen Handy wurde ein Computervirus gefunden. Beim Anschluss an einen PC hätte er sich ausgebreitet. Das seien Einzelfälle, sagen die Verkäufer.
Quelle: ZDnet
Neukauf schützt vor Virus nicht – Leonardo vom 11. 03.2010
Hören Kinder in einem bestimmten Alter zu wenig, behindert das die Entwicklung des Gehirns. Eine kurzzeitige Taubheit durch eine Mittelohrentzündung kann so zu dauerhaften Hörstörungen führen. Das fanden US-Wissenschaftler bei Ratten heraus: Sie verschlossen den Tieren jeweils ein Ohr und spielten ihnen einige Wochen lang Klänge vor. Der Gehirnbereich, der mit dem verschlossenen Ohr verbunden ist, war danach unterentwickelt, während der Bereich, der für das offene Ohr zuständig ist, gut ausgebildet war. Am auffälligsten zeigte sich das bei jungen Tieren. Die Wissenschaftler folgern: Fehlt dem Gehirn Training, kann es nicht richtig hören lernen. Sie wollen nun herausfinden, ob einwandfreies Hören in dem Fall im Nachhinein noch gelernt werden kann.
Quelle: Neuron
Auch stark von Aids betroffene Bevölkerungsgruppen sind bisher vermutlich kaum genetisch widerstandsfähiger gegen das Virus geworden. Zwar könnte die Evolution bewirken, dass wir weniger schnell erkranken. Aber auch dort, wo rund 30 Prozent der Bevölkerung HIV-infiziert ist, werden deutliche Veränderungen unserer Gene noch mindestens 50 Jahre auf sich warten lassen, berechneten Forscher. Wo die Krankheitsraten niedriger und Medikamente besser verfügbar sind, werden noch hunderte von Jahren vergehen, bis die Evolution uns zu deutlich mehr Widerstandskraft gegen das HI-Virus verhilft.
Quelle: Proceedings of the Royal Society B
Forscher haben aus jahrtausende alten Eierschalen erfolgreich Genmaterial von ausgestorbenen Vögeln gewonnen. Sie kamen so auch an Erbmaterial des riesigen Elefantenvogels, der auf Madagaskar lebte. Versuche, diese Informationen aus Knochenfunden des Vogels herauszuholen, waren bisher gescheitert. Der Riesenvogel wurde bis zu drei Meter groß und über 400 kg schwer. Warum er vor rund tausend Jahren ausstarb, ist allerdings unklar. Aus seinen Genen erhoffen sich die Wissenschaftler auch dazu neue Erkenntnisse. Ausgestorbene Riesenvögel nun wiederauferstehen zu lassen, sei allerdings Science Fiction, sagen die Forscher.
Quelle: Proceedings of the Royal Society B / AFP
Viel Auswahl führt bei der Partnerwahl offenbar zu simplen Kriterien. Beim Massen-Speed-Dating entscheiden meist Äußerlichkeiten darüber, ob man jemanden noch einmal treffen möchte. Beim Speed-Dating mit weniger Teilnehmern haben Beruf oder Gewohnheiten mehr Einfluss.
Quelle: Psychological Science
Herpesviren können ihr Erbgut in menschliche Chromosomen einbauen. Amerikanische Wissenschaftler haben entdeckt, dass sich die Viren-DNA bei manchen Menschen an die Endstücke der Chromosomen – die so genannten Telomere – anheftet. Gut versteckt vor dem Immunsystem wird das Herpes-Erbgut so nach einer „Ruhepause“ an die Nachkommen weiter gegeben. In den Kindern kann die Infektion dann wieder ausbrechen. Das ist eine Überraschung für die Forscher. Bislang war nur ein anderer „Wohnort“ der Herpesviren bekannt: Oft liegen sie leicht aufgerollt im Kern menschlicher Körperzellen und warten auf einen günstigen Augenblick. Fast jeder Mensch hat sich in seiner Kindheit mit Herpesviren angesteckt, manchmal kommt es aber ein Leben lang nicht zu einem Ausbruch der Krankheit.
Quelle: Proceedings of the National Academy of Sciences
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