Kultur

Modernes Gebäude mit erleuchtetem Rundfenster (Rechte: dpa)

Das Wichtigste zu Kult und Kultur


Kultur Nachrichten

Die WDR 5 Radionachrichten immer aktuell zum Nachlesen und Nachhören. Alle Verkehrsmeldungen und die Wetteraussichten für Nordrhein-Westfalen. Dazu Nachrichten mit dem Wichtigsten zu Kult und Kultur und Spannendes aus der Wissenschaft.


Der Mitbegründer der Rockgruppe "The Doors", Ray Manzarek, ist tot. Er starb im Alter von 74 Jahren nach langer Krankheit in einer Klinik in Deutschland. Der Keyboarder Ray Manzarek hatte "The Doors" 1965 zusammen mit dem Sänger Jim Morrison in Kalifornien gegründet. Mit Songs wie "Light My Fire" und "Riders on the Storm" wurde die Band weltbekannt. Ray Manzarek sorgte mit seinem Keyboard für den unverwechselbaren Sound der Rockband. Zwei Jahre nach dem Tod von Jim Morrison 1971 löste sich die Gruppe auf.

Zum Abschluss des 50. Berliner Theatertreffens sind zwei Preise verliehen worden. Der Alfred-Kerr-Darstellerpreis ging an Julia Häusermann. Die Schweizerin kam mit dem Down-Syndrom zur Welt. Julia Häusermann überzeugte den Alleinjuror Thomas Thieme mit ihrer Leistung in dem Stück "Disabled Theater" des französischen Choreografen Jérome Bel, ein Projekt des Theater Hora in Zürich. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird für besondere Leistungen einer Nachwuchsschauspielerin verliehen. Den 3sat-Preis für eine innovative künstlerische Leistung erhielt die Schauspielerin Sandra Hüller. Sie wurde für ihre Darstellung in Elfriede Jellineks Stück "Die Straße. Die Stadt. Der Überfall" in einer Inszenierung der Münchner Kammerspiele von Johan Simons geehrt. Diese Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert.

Die Neuauflage des Kinderbuchs "Die kleine Hexe" von Otfried Preußler ist sprachlich überarbeitet worden. Wie die Tageszeitung Die Welt berichtet, sind Figuren wie das "Negerlein" und die "Türken" gestrichen worden. Stattdessen hat es die kleine Hexe mit "Cowboys" und "Messerwerfern" zu tun. Aus dem "Hottentottenhäuptling" sei ein "Seeräuber" geworden. Der im Februar verstorbene Otfried Preußler soll die Textänderungen nach Angaben seiner Töchter noch selbst vorgeschlagen haben, nachdem er sich zuvor lange gegen eine Überarbeitung gesträubt hatte. Der Kinderbuchklassiker soll in der neuen Fassung Mitte Juli erscheinen.

Das Riverside Museum für Reisen und Transport in Glasgow ist das Europäische Museum des Jahres 2013. Das schottische Ausstellungshaus wurde für seine besonders publikumsfreundliche Präsentation ausgezeichnet. Das entschied die Jury des European Museum Forum. 2010 war das Ozeaneum in Stralsund als europäisches Museum des Jahres geehrt worden.

Der Internetkonzern Yahoo kauft die Blogging-Plattform Tumblr. Der Kaufpreis von rund 855 Millionen Euro wurde von dem Unternehmen bestätigt. Auf der 2007 gegründeten Plattform veröffentlichen Online-Autoren derzeit über 100 Millionen Blogs. Mit der Übernahme will Yahoo mehr junge Internetnutzer erreichen und mit Facebook in Konkurrenz treten.

In New York sorgt eine Kunstausstellung mit Fotos aus dem alltäglichen Leben für Ärger. Unter dem Titel "die Nachbarn" zeigt eine Galerie Aufnahmen, die der Fotograf Arne Svenson ohne das Wissen der Menschen in seiner Nachbarschaft gemacht hatte. Er fotografierte aus seiner Wohnung heraus mit einem Teleobjektiv durch die Fenster in andere Häuser hinein. Einige Nachbarn reagierten empört. Sie sehen sich in ihrer Privatsphäre gestört. Der Fotograf sieht das anders, er habe lediglich die tägliche Routine studiert, Gesichter seien auf den Abbildungen nicht zu sehen. Mittlerweile wurde einige Fotografien für mehrere Tausend Euro verkauft.

Der Historiker und Buchautor Ernst Klee ist im Alter von 71 Jahren in Frankfurt am Main gestorben. Er erwarb sich internationales Renomme mit seinen Schriften zu den Verbrechen der Nationalsozialisten an behinderten und psychisch kranken Menschen. 1983 erschien sein Buch "Euthanasie im NS-Staat". Die Vernichtung lebensunwerten Lebens", in dem er bis dahin weitgehend unbekanntes Archivmaterial öffentlich machte. Im August soll sein letztes Buch über das Konzentrationslager Auschwitz herauskommen. Ernst Klee arbeitete auch als Filmemacher. Für seinen Film über das Leben eines Kleinwüchsigen wurde er 1982 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

In Köln findet im Juni erstmals ein Festival der Philosophie statt. Die "Phil.Cologne" steht unter dem Motto "Die Suche hat begonnen...". In 44 Veranstaltungen geht es um den aufrechten Gang, den Tod, den Weltraum und auch um Fußball. Zu den Veranstaltungen werden Philosophen wie Richard David Precht, Oskar Negt und Rüdiger Safranski erwartet, aber auch die frühere Bischöfin Margot Käßmann und Astronaut Reinhold Ewald. Die "Phil.Cologne" ist eine Tochter des etablierten Literaturfestivals "Lit.Cologne", das in diesem Jahr mehr als 90.000 Besucher anzog. Das Festival der Philosophie beginnt am 26. Juni und dauert fünf Tage.

Die Bayreuther Festspielchefin Katharina Wagner will den Nachlass ihres Vaters Wolfgang in Kürze dem Bayerischen Staatsarchiv zur Verfügung stellen. Im Gespräch mit dem Berliner Tagesspiegel sagte sie, damit habe die Forschung Zugang zu dem Material. Nachlässe des Wagner-Clans sind von besonderer Brisanz, weil die Familie in der NS-Zeit einen engen Umgang mit den Nazi-Größen pflegte. In den vergangenen Jahren wurde diskutiert, wie mit dem Nachlass Wolfgang Wagners umgegangen werden soll. Der Enkel von Richard Wagner hatte die Festspiele nach dem Zweiten Weltkrieg übernommen und sich auch mit der braunen Vergangenheit der Familie auseinandergesetzt. Er starb 2010.

Der Lette Andris Nelsons wird neuer Chefdirigent des Boston Symphony Orchestra. Das Orchester zählt zu den fünf bedeutendsten in den USA. Es nominierte den 34-Jährigen als 15. Musikdirektor seit seiner Gründung vor mehr als 100 Jahren. Nelsons löst James Levine ab, der den Posten seit 2004 innehatte. Nelsons leitete bis 2009 die Nordwestdeutsche Philharmonie in Herford und arbeitete in letzten Jahren mehrfach mit dem WDR Sinfonieorchester Köln zusammen.

Die Sage über den Rattenfänger von Hameln soll UNESCO-Kulturerbe werden. Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann sagte, die Rattenfängersage gelte als hohes, weltweit verbreitetes Kulturgut und sei einzigartig. Hameln hat eine Wissenschaftlerin engagiert, die das Antragsverfahren vorantreiben soll. Die Rattenfängersage wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und ist nach Schätzungen rund einer Milliarde Menschen bekannt. Die UNESCO schützt nicht nur Bauwerke, sondern auch herausragende immaterielle Kulturgüter als gemeinsames Erbe der Menschheit.

Das internationale Musikfestival in Moers beginnt am Freitag mit einem Konzert des New Yorker Komponisten und Saxofonisten John Zorn. Am Eröffnungsabend sind gleich vier Konzerte seiner Musik gewidmet, die mit Elementen des Jazz, der Klassik und des Rock arbeitet. Bis Sonntag treten Musiker aus Europa, Afrika, Lateinamerika und den USA im Moerser Schlosspark auf. Es ist das letzte Mal, dass das Moers Festival im Zirkuszelt stattfindet. Aus Kostengründen zieht das traditionsreiche Musikfest im kommenden Jahr in eine feste Veranstaltungshalle um.

Der Kleist-Preis 2013 geht an die Schriftstellerin Katja Lange-Müller. Die Kleist-Gesellschaft teilte mit, die 62-Jährige sei eine der sprachmächtigsten Autorinnen der deutschen Gegenwartsliteratur. Lange-Müller wuchs in der DDR auf und reiste 1984 nach West-Berlin aus. Sie schreibt Erzählungen und Romane. Zuletzt erschien ihr Roman "Böse Schafe", in dem sie eine deutsch-deutsche Liebesgeschichte im Berlin der 80er Jahre schildert. Der Kleist-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.

Die letzte Wohnstätte von Kaiser Wilhelm II. im niederländischen Exil bleibt erhalten. Das "Huis Doorn" in der Nähe von Utrecht wird von September an ein Museum über den Ersten Weltkrieg beherbergen. Der Museumsdirektor sagte zur Begründung, Wilhelm II. habe eine Hauptrolle im Ersten Weltkrieg gespielt. Nachdem im vergangenen Jahr die staatlichen Subventionen für das Haus drastisch gekürzt worden waren, drohte der Villa das Aus. Der Museumsdirektor kündigte an, dass das neue Museum ausschließlich mit Ehrenamtlichen arbeiten werde. Kaiser Wilhelm II. hatte von 1920 bis zu seinem Tod im Jahr 1941 auf dem kleinen Landgut gelebt.

In China ist ein bekannter tibetischer Autor zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Wie der Radiosender "Radio Free Asia" berichtet, wurde der 36-jährige Gartse Jigme zu fünf Jahren Haft verurteilt. Ihm wird vorgeworfen, sein Buch "Der Mut des Königs" verbreitet zu haben. Jigme schildert darin die Leiden Tibets und der Tibeter und schreibt auch über den Dalai Lama, die Exilregierung und die Selbstverbrennungen. Gartse Jigme war im Januar festgenommen worden. Seitdem hat seine Familie keine Nachrichten mehr von ihm erhalten.

In Berlin ist der Civis-Medienpreis für Integration und kulturelle Vielfalt verliehen worden. Der mit gut 20.000 Euro dotierte Preis ging an acht Radio- und Fernsehprogramme aus Deutschland, Polen und der Schweiz. Auch zwei Produktionen des Westdeutschen Rundfunks wurden ausgezeichnet. So kürte die Jury das Porträt eines iranischen Boxtrainers als beste lange Radioreportage. Einen Preis erhielt auch die Fernsehdokumentation "Die story: Friedhof der Illegalen". Autor Andreas Morell zeigt darin das Elend der Flüchtlinge, die über die türkisch-griechische Grenze nach Europa einreisen wollen. Der Civis-Medienpreis würdigt Beiträge, die das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft fördern.






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