Kultur
Das Wichtigste zu Kult und Kultur
Kultur Nachrichten
Die WDR 5 Radionachrichten immer aktuell zum Nachlesen und Nachhören. Alle Verkehrsmeldungen und die Wetteraussichten für Nordrhein-Westfalen. Dazu Nachrichten mit dem Wichtigsten zu Kult und Kultur und Spannendes aus der Wissenschaft.
Der Paul Hindemith-Preis geht in diesem Jahr an den Organisten und Komponisten Maximilian Schnaus. Die Auszeichnung wird vom Schleswig-Holstein Musik Festival im Rahmen eines Kompostitionswettbewerbs für Orgel vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Maximilian Schnaus wurde 1986 im fränkischen Bad Neustadt geboren. Ausgezeichnet wurde er für seine Komposition "Come sweetest death", die im Juli in Lübeck uraufgeführt wird.
Beim Filmfest in Cannes hat der deutsche Kurzfilm "Komm und Spiel" den Preis für die beste Neuentdeckung erhalten. Regisseurin Daria Belova erzählt von dem Jungen Grisha, der in Berlin Krieg spielt - bis auf einmal Bilder der Gegenwart mit denen aus dem Zweiten Weltkrieg verschmelzen. Daria Belova wurde in St. Petersburg geboren und studiert seit 2008 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. "Komm und Spiel" ist einer der wenigen deutschen Beiträge beim diesjährigen Filmfest in Cannes.
Die Göttinger Universitätsbibliothek hat NS-Raubgut nach Frankreich zurückgegeben. Dabei handelt es sich um drei Bände zur Kunstgeschichte in Indien und Siam sowie um mehr als 4.000 Landkarten. Bereits im Februar hatte die Universitätsbibliothek 38 Bücher an die polnische Stadt Posen zurückgegeben. Insgesamt haben Wissenschaftler in einem Forschungsprojekt rund 1.100 Bücher aus dem Göttinger Bestand als eindeutige oder verdächtige NS-Raubgutfälle identifiziert. Im Dritten Reich waren neben Kunstwerken auch Bücher in großem Umfang beschlagnahmt und geraubt worden.
Forscher haben im Nordosten Mexikos fast 5.000 gut erhaltene Höhlenmalereien entdeckt. Dargestellt sind unter anderem Menschen, Hirsche, Eidechsen und Tausendfüßler. Nach Auffassung der leitenden Archäologin Martha García Sánchez belegt der Fund, dass in der Region drei Jäger- und Sammlerkulturen aus der Zeit vor der spanischen Eroberung gelebt haben müssen. Sie hätten sich offenbar 200 Jahre lang der spanischen Kontrolle entzogen.
Die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft soll nach dem Willen des Deutsche Bühnenvereins zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt werden. Der Präsident des Bühnenvereins, Klaus Zehelein, sagte in einem Zeitungsinterview, eine Anerkennung von der UNESCO als Weltkulturerbe werde zwar keinen zusätzlichen Cent in die Kassen spülen. Die Aufmerksamkeit gegenüber der Theaterlandschaft werde aber dann eine andere sein. In Kiel treffen sich die Intendanten und Direktoren der deutschen Theater und Orchester zur Jahreshauptversammlung des Deutschen Bühnenvereins.
Nike Wagner wird neue Intendantin des Bonner Beethovenfestes. Der Rat der Stadt wählte die Urenkelin von Richard Wagner einstimmig auf den Leitungsposten des Musikfestivals. Nike Wagner folgt auf die scheidende Intendantin Ilona Schmiel, die an die Tonhalle Zürich wechselt. Wagner tritt ihr Amt zu Beginn des kommenden Jahres an. Bekannt wurde die 1945 in Bayreuth geborene Kulturwissenschaftlerin unter anderem durch die kritische Auseinandersetzung mit ihrer Familiengeschichte. Nike Wagner leitet seit 2004 das Kunstfest "Pèlerinages" in Weimar.
Eine Frankfurter Wissenschaftlerin hat ein verschollen geglaubtes Streichquartett von Max Bruch entdeckt. Der Komponist war 14 Jahre alt, als er sich damit 1852 um ein Stipendium der Frankfurter Mozart-Stiftung bewarb. Er gewann mit dem Streichquartett ein Vierjahres-Stipendium. Die Musikwissenschaftlerin Ulrike Kienzle fand die Handschrift bei Recherchen über die Geschichte der Mozart-Stiftung und ihrer Stipendiaten.
Die Freiluftausstellung Emscherkunst ist von der UNESCO als Beitrag zur UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgezeichnet worden. Das teilten die Veranstalter des Projektes in Essen mit. Premiere hatte die Emscherkunst im Kulturhauptstadtjahr 2010. Mit der Ausstellung sollte der Umbau des Abwasserflusses Emscher hin zu einer natürlichen Flusslandschaft künstlerisch begleitet werden. Ab dem 22. Juni folgt für genau 100 Tage eine Neuauflage des Kunstprojektes. Herzstück der Ausstellungsfläche ist wieder die Emscherinsel zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal.
Das Europaparlament hat sich dafür ausgesprochen, die Kultur aus dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA auszuklammern. Das Straßburger Plenum verlangte in einer Entschließung, dass die "kulturelle und sprachliche Vielfalt Europas" gewahrt bleiben müsse. Kulturschaffende fürchten, dass im Zuge einer Liberalisierung Möglichkeiten wegfallen könnten, Filme und andere Kulturgüter öffentlich zu fördern. Die Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und den USA sollen im Sommer beginnen.
Die amerikanische Fotografin Annie Leibovitz erhält den spanischen Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte Kommunikation und Humanwissenschaften. Zur Begründung hieß es, Leibovitz habe den internationalen Fotojournalismus dynamisiert. Der Prinz-von-Asturien-Preis gilt als die "spanische Version des Nobelpreises". Er wird alljährlich in acht Sparten vergeben und ist mit jeweils 50.000 Euro dotiert. Die Auszeichnungen werden den Preisträgern im Oktober vom spanischen Kronprinzen Felipe überreicht.
Die Deutsche UNESCO-Kommission sorgt sich um die kulturelle Vielfalt in der Europäischen Union. Anlass dafür ist das zwischen der EU und den USA geplante Freihandelsabkommen. Dieses Abkommen dürfe nicht zu einem Verbot öffentlicher Förderung von Kultur, Wissenschaft, Bildung und Medien führen, heißt es in einer Erklärung der deutschen Sektion der Weltkulturorganisation UNESCO. Vergangene Woche hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels erklärt, er sorge sich mit Blick auf das Freihandelsabkommen um die Buchpreisbindung in Deutschland. Der Verband forderte die Bundesregierung auf, der EU-Kommission nur dann ein Verhandlungsmandat für das Abkommen zu erteilen, wenn der Kultur- und Mediensektor ausgenommen werde.
Der französische Sänger und Komponist Georges Moustaki ist tot. Der Chansonnier starb am Donnerstagmorgen im Alter von 79 Jahren. Moustaki wurde als Sohn jüdisch-griechischer Eltern in Ägypten geboren. 1951 ging er nach Paris, wo er den Chansonnier Georges Brassens kennenlernte. Brassens ermutigte ihn, sich für eine Karriere als Musiker zu entscheiden. Moustaki schrieb rund 300 Chansons für Interpreten wie Edith Piaf, Yves Montand und Juliette Gréco. Zu seinen bekanntesten Kompositionen zählt der 1958 für Edith Piaf geschriebene Titel "Milord". Später sang er seine Lieder auch selbst. Vor zwei Jahren hatte Moustaki von unheilbaren Atemproblemen berichtet, die ihm das Singen unmöglich machten.
Das Düsseldorfer Schauspielhaus hat ein Stück des chilenischen Autors Guillermo Calderón vom Spielplan gestrichen. Das Stück mit dem Titel "Schuss" sollte im März 2014 uraufgeführt werden. Calderón wollte darin auch auf die Ermordung von Detlev Karsten Rohwedder eingehen. Der Vorsitzende der Treuhandanstalt war 1991 erschossen worden, am Tatort lag ein Bekennerschreiben der RAF. Nachdem die Witwe Rowedders gegen die Pläne des Düsseldorfer Schauspielhauses intervenierte, will Intendant Manfred Weber nun Calderón mit einem Stück zu einem anderen Thema beauftragen.
Der Theaterkritiker und Gründer der Zeitschrift "Theater heute", Henning Rischbieter, ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Rischbieter war einer der bedeutendsten Theaterkritiker der Nachkriegszeit. 1960 gründete er in Hannover die Zeitschrift "Theater heute", die sich zu einer der wichtigsten Theaterpublikationen im deutschsprachigen Raum entwickelte. Von 1977 bis 1995 hatte Rischbieter eine Professur für Theaterwissenschaft an der Freien Universität in Berlin.
Der Kölnische Kunstverein hat einen neuen Direktor. Der Vorstand entschied sich für den Kunsthistoriker Moritz Wesseler. Der 32-Jährige arbeitete bisher als künstlerischer Leiter der privaten Stiftung "Fürstenberg Zeitgenössisch" in Donaueschingen/Heiligenberg. Zuvor absolvierte er ein wissenschaftliches Volontariat an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Wesseler tritt die Nachfolge von Sören Grammel an, der zum Basler Museum für Gegenwartskunst wechselt. Wesseler wird die Leitung des Kölnischen Kunstvereins am 1. Juli übernehmen.
In Bonn hat es am Mittwochabend einen Überfall auf das Pantheon-Theater gegeben. Die Täter raubten den Kassierer des Theaters während der laufenden Vorstellung aus. Der Mann wurde niedergeschlagen und musste mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Täter erbeuteten die Tageseinnahmen des Pantheon-Theaters. Die Polizei in Bonn hat von ihnen bisher noch keine konkrete Spur.
Trotz eines langjährigen Berufsverbots hat ein iranischer Regisseur bei den Festspielen in Cannes seinen neuen Film vorgestellt. In Mohammad Rasoulofs Beitrag "Manuskripte brennen nicht" geht es um einen politischen Häftling im Iran. Nach Festivalangaben wurde der Film im Geheimen gedreht. Mohammad Rasoulof wurde vor drei Jahren wegen "Propaganda" zu sechs Jahren Gefängnis und 20 Jahren Berufsverbot verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, einen regierungskritischen Film zu drehen. Seine Gefängnisstrafe wurde später auf ein Jahr reduziert.






