Kultur
Das Wichtigste zu Kult und Kultur
Kultur Nachrichten
Die WDR 5 Radionachrichten immer aktuell zum Nachlesen und Nachhören. Alle Verkehrsmeldungen und die Wetteraussichten für Nordrhein-Westfalen. Dazu Nachrichten mit dem Wichtigsten zu Kult und Kultur und Spannendes aus der Wissenschaft.
Deuschland und Frankreich bieten einen gemeinsamen Studiengang der Musikwissenschaften an. Studierende können an der Universität des Saarlandes und an der Pariser Sorbonne deutsche und französische Musikgesichte erforschen. Sie verbringen das erste Jahr in Paris und das zweite in Saarbrücken, der Abschluss gilt in Frankreich und Deutschland. Ziel ist es, den Zugang zu künstlerischen Berufen, zum Lektorat und zu kulturellen Einrichtungen zu erleichtern.
In Berlin wird das Archiv des österreichischen Architekten Gustav Pechl Ende Mai eröffnet. Zu der Sammlung gehören mehr als 3.000 Pläne, Zeichnungen und Modelle. Der 85-jährige Architekt hat das Archiv der Akademie der Künste als Schenkung überlassen. Gustav Pechl entwarf zwischen 1978 und 1999 zahlreiche Gebäude, unter anderem die Bundeskunsthalle in Bonn sowie den Erweiterungsbau für das Städel in Frankfurt.
In Sachsen-Anhalt haben Kulturschaffende gegen drohende Kürzungen im Kulturetat des Landes protestiert. In Magdeburg gingen mehrere Hundert Menschen auf die Straße. Zu der Aktion "5 vor 12" hatten mehrere Verbände aufgerufen, darunter der Deutsche Bühnenverein, die Deutsche Orchestervereinigung und der Landesmusikrat. Sie wollen erreichen, dass der harte Sparkurs in Sachsen-Anhalt gestoppt wird, die Rede ist von einer Kürzung um 25 Prozent. Aktuell gibt das Land rund 85 Millionen Euro für Kultur aus. Ein von der Landesregierung eingesetzer Kulturkonvent hatte im Januar empfohlen, den Kulturetat aufzustocken. Außerdem soll sich der Bund an der Finanzierung der Unesco-Weltkulturerbestätten in Sachsen-Anhalt beteiligen.
Im Südwesten Mexikos ist eine Statue eines Ballspielers aus der Zeit vor der spanischen Kolonialherrschaft entdeckt worden. Nach Angaben der Wissenschaftler wurde die 1,65 Meter große Figur beim Bau einer Wasserleitung gefunden und könnte über 1.000 Jahre alt sein. In der Nähe der Fundstätte Piedra Labrada wurden außerdem mehrere Gebäude sowie fünf Spielfelder ausgegraben. Nach den Erkenntnissen der Forscher haben dort die Einwohner noch vor der Ankunft der Spanier Ball gespielt.
Der Literaturpreis der deutschen Wirtschaft geht in diesem Jahr an den österreichischen Schriftsteller Clemens J. Setz. Nach Ansicht der Jury setzt sich Clemens J. Setz in seinem Romanen mit den Gefahren seelischer Belastung auseinander und erzählt seine Geschichten mit subtilem Horror und grotesken Ideen. Sein letzter Roman "Indigo" stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Die Auszeichnung des Kulturkreises der Wirtschaftsverbände ist mit 20.000 Euro dotiert. Den diesjährigen Poesiepreis erhält Nora Gomringer für ihren Zyklus "Monster-Poems". Diese Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 10.000 Euro verbunden.
Der Mitbegründer der Rockgruppe "The Doors", Ray Manzarek, ist tot. Er starb im Alter von 74 Jahren nach langer Krankheit in einer Klinik in Deutschland. Der Keyboarder Ray Manzarek hatte "The Doors" 1965 zusammen mit dem Sänger Jim Morrison in Kalifornien gegründet. Mit Songs wie "Light My Fire" und "Riders on the Storm" wurde die Band weltbekannt. Ray Manzarek sorgte mit seinem Keyboard für den unverwechselbaren Sound der Rockband. Zwei Jahre nach dem Tod von Jim Morrison 1971 löste sich die Gruppe auf.
Zum Abschluss des 50. Berliner Theatertreffens sind zwei Preise verliehen worden. Der Alfred-Kerr-Darstellerpreis ging an Julia Häusermann. Die Schweizerin kam mit dem Down-Syndrom zur Welt. Julia Häusermann überzeugte den Alleinjuror Thomas Thieme mit ihrer Leistung in dem Stück "Disabled Theater" des französischen Choreografen Jérome Bel, ein Projekt des Theater Hora in Zürich. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird für besondere Leistungen einer Nachwuchsschauspielerin verliehen. Den 3sat-Preis für eine innovative künstlerische Leistung erhielt die Schauspielerin Sandra Hüller. Sie wurde für ihre Darstellung in Elfriede Jellineks Stück "Die Straße. Die Stadt. Der Überfall" in einer Inszenierung der Münchner Kammerspiele von Johan Simons geehrt. Diese Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert.
Die Neuauflage des Kinderbuchs "Die kleine Hexe" von Otfried Preußler ist sprachlich überarbeitet worden. Wie die Tageszeitung Die Welt berichtet, sind Figuren wie das "Negerlein" und die "Türken" gestrichen worden. Stattdessen hat es die kleine Hexe mit "Cowboys" und "Messerwerfern" zu tun. Aus dem "Hottentottenhäuptling" sei ein "Seeräuber" geworden. Der im Februar verstorbene Otfried Preußler soll die Textänderungen nach Angaben seiner Töchter noch selbst vorgeschlagen haben, nachdem er sich zuvor lange gegen eine Überarbeitung gesträubt hatte. Der Kinderbuchklassiker soll in der neuen Fassung Mitte Juli erscheinen.
Das Riverside Museum für Reisen und Transport in Glasgow ist das Europäische Museum des Jahres 2013. Das schottische Ausstellungshaus wurde für seine besonders publikumsfreundliche Präsentation ausgezeichnet. Das entschied die Jury des European Museum Forum. 2010 war das Ozeaneum in Stralsund als europäisches Museum des Jahres geehrt worden.
Der Internetkonzern Yahoo kauft die Blogging-Plattform Tumblr. Der Kaufpreis von rund 855 Millionen Euro wurde von dem Unternehmen bestätigt. Auf der 2007 gegründeten Plattform veröffentlichen Online-Autoren derzeit über 100 Millionen Blogs. Mit der Übernahme will Yahoo mehr junge Internetnutzer erreichen und mit Facebook in Konkurrenz treten.
In New York sorgt eine Kunstausstellung mit Fotos aus dem alltäglichen Leben für Ärger. Unter dem Titel "die Nachbarn" zeigt eine Galerie Aufnahmen, die der Fotograf Arne Svenson ohne das Wissen der Menschen in seiner Nachbarschaft gemacht hatte. Er fotografierte aus seiner Wohnung heraus mit einem Teleobjektiv durch die Fenster in andere Häuser hinein. Einige Nachbarn reagierten empört. Sie sehen sich in ihrer Privatsphäre gestört. Der Fotograf sieht das anders, er habe lediglich die tägliche Routine studiert, Gesichter seien auf den Abbildungen nicht zu sehen. Mittlerweile wurde einige Fotografien für mehrere Tausend Euro verkauft.
Der Historiker und Buchautor Ernst Klee ist im Alter von 71 Jahren in Frankfurt am Main gestorben. Er erwarb sich internationales Renomme mit seinen Schriften zu den Verbrechen der Nationalsozialisten an behinderten und psychisch kranken Menschen. 1983 erschien sein Buch "Euthanasie im NS-Staat". Die Vernichtung lebensunwerten Lebens", in dem er bis dahin weitgehend unbekanntes Archivmaterial öffentlich machte. Im August soll sein letztes Buch über das Konzentrationslager Auschwitz herauskommen. Ernst Klee arbeitete auch als Filmemacher. Für seinen Film über das Leben eines Kleinwüchsigen wurde er 1982 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.
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