Donnerstag, 23.05.2013

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Kultur

Modernes Gebäude mit erleuchtetem Rundfenster (Rechte: dpa)

Das Wichtigste zu Kult und Kultur


Kultur Nachrichten

Die WDR 5 Radionachrichten immer aktuell zum Nachlesen und Nachhören. Alle Verkehrsmeldungen und die Wetteraussichten für Nordrhein-Westfalen. Dazu Nachrichten mit dem Wichtigsten zu Kult und Kultur und Spannendes aus der Wissenschaft.


Der Theaterkritiker und Gründer der Zeitschrift "Theater heute", Henning Rischbieter, ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Rischbieter war einer der bedeutendsten Theaterkritiker der Nachkriegszeit. 1960 gründete er in Hannover die Zeitschrift "Theater heute", die sich zu einer der wichtigsten Theaterpublikationen im deutschsprachigen Raum entwickelte. Von 1977 bis 1995 hatte Rischbieter eine Professur für Theaterwissenschaft an der Freien Universität in Berlin.

Der Kölnische Kunstverein hat einen neuen Direktor. Der Vorstand entschied sich für den Kunsthistoriker Moritz Wesseler. Der 32-Jährige arbeitete bisher als künstlerischer Leiter der privaten Stiftung "Fürstenberg Zeitgenössisch" in Donaueschingen/Heiligenberg. Zuvor absolvierte er ein wissenschaftliches Volontariat an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Wesseler tritt die Nachfolge von Sören Grammel an, der zum Basler Museum für Gegenwartskunst wechselt. Wesseler wird die Leitung des Kölnischen Kunstvereins am 1. Juli übernehmen.

In Bonn hat es am Mittwochabend einen Überfall auf das Pantheon-Theater gegeben. Die Täter raubten den Kassierer des Theaters während der laufenden Vorstellung aus. Der Mann wurde niedergeschlagen und musste mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Täter erbeuteten die Tageseinnahmen des Pantheon-Theaters. Die Polizei in Bonn hat von ihnen bisher noch keine konkrete Spur.

Die Kunstsammlung des Software-Milliardärs Hasso Plattner soll das Palais Barberini in Potsdam beziehen. Der Oberbürgermeister von Potsdam sagte, es gebe keine Einwände gegen die Nutzung. Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert soll nun für die Kunstsammlung saniert und umgebaut werden. Die Fertigstellung ist für Ende 2016 geplant. Neben der Sammlung von Hasso Plattner, die Werke von Künstlern aus der ehemaligen DDR umfasst, sollen Wechselausstellungen gezeigt werden. Das nach römischem Vorbild erbaute Palais Barberini ist der dritte Versuch, einen Standort für die Kunstsammlung zu finden.

Das Museum Kunstpalast in Düsseldorf bietet Besuchern einen virtuellen Blick in seine Galerieräume. Das Museum kündigte an, dass Kunstinteressierte über 300 Werke in hoher Qualität betrachten können. Zu den Höhepunkten gehöre das Gemälde "Venus und Adonis" von Peter Paul Rubens. Die Nutzer könnten die Abbildungen vergrößern und einzelne Pinselstriche erkennen. Das Museum Kunstpalast arbeitet für seine virtuelle Präsentation mit dem Art Project des Internetunternehmens Google zusammen.

Der französische Komponist Henri Dutilleux ist im Alter von 97 Jahren in Paris gestorben. Er galt als bedeutender Erneuerer zeitgenösischer Musik. Henri Dutilleux arbeitete nach seinem Studium zunächst als Chorleiter und Pianist und wurde bereits in den 1950er Jahren mit seinen Sinfonien international bekannt. Er arbeitete für den französischen Rundfunk und unterrichtete an Pariser Musikhochschulen. Henri Dutelleux komponierte neben sinfonischen Werken auch Kammermusik, Solokonzerte und Ballettmusik. 2005 wurde er mit dem hochdotierten internationalen Ernst von Siemens Musikpreis ausgezeichnet.

Der Intendant des Hamburger Balletts, John Neumeier, erhält den russischen Ballettpreis "Benois de la danse" für sein Lebenswerk. Der Preis gilt als wichtige internationale Auszeichnung und wird auch als "Tanz-Oscar" bezeichnet. Der 71-jährige John Neumeier arbeitet seit fast 40 Jahren in Hamburg. Er baute dort eine international anerkannte Compagnie auf und gründete das Ballettzentrum, eine Ausbildungsstätte für den Tanznachwuchs. Der russische Tanzpreis wird ihm im kommenden Jahr während einer Gala im Moskauer Bolschoi Theater verliehen.

Der chinesische Künstler Ai Weiwei hat seine Zeit im Gefängnis in einem Musikvideo verarbeitet. Am Mittwoch stellte er den Film ins Internet. Die Szenen werden von seinem Lied "Dumbass" - übersetzt "Dumpfbacke" - begleitet. Ai Weiwei erklärte, er wolle mit dem Video die Wahrheit über das chinesische Sicherheitssystem zeigen. 2011 hatte der Künstler 81 Tage in Gefangenschaft verbracht.

Russland will das 1948 aufgelöste Moskauer Museum Moderner Westlicher Kunst wiedereröffnen. Russischen Medien zufolge soll es allerdings nur virtuell zu besuchen sein. Wie genau die Kunstwerke im Internet präsentiert werden sollen, ist unklar. Ein virtueller Rundgang soll aber noch in diesem Jahr möglich werden. Zu der Sammlung des Museums Moderner Westlicher Kunst gehören Werke berühmter Maler wie Claude Monet und Pablo Picasso. Sie waren auf das Moskauer Puschkin-Museum und die Eremitage in St. Petersburg aufgeteilt worden.

Eine ägyptische Altertumsexpertin hat eine Lösung im Streit um den Verbleib der antiken Büste der Nofretete vorgeschlagen. Danach könnte die weltberühmte Statue im Berliner Ägyptischen Museum als Dauerleihgabe bleiben, wenn im Gegenzug bei jeder Eintrittskarte ein Aufschlag von einem Euro erhoben würde. Mit diesem Geld könne dann Ägypten seine Altertümer restaurieren. Seit Jahren gibt es Streit über den Verbleib der Nofretete, die die Hauptattraktion des Berliner Ägyptischen Museums ist. Die Büste war 1912 bei Ausgrabungen in Ägypten entdeckt worden und nach der Aufteilung der Fundstücke an Deutschland gefallen. Nach Ansicht der ägyptischen Expertin war der Transfer zwar legal. Dennoch würde Ägypten immer wieder verlangen, dass die Nofretete zurückkommt. Der frühere Antikenminister Ägyptens hatte wiederholt die Rückgabe gefordert.

In Moskau haben Denkmalschützer den Bau eines Hubschrauberlandeplatzes im Kreml kritisiert. Sie sehen den Charakter und die Bausubstanz des Weltkulturerbes der Unesco gefährdet. Die Unesco war bisher nicht über das Bauprojekt informiert. Bauliche Veränderungen an Welterbestätten dürfen den Charakter des Denkmals nicht verändern, ansonsten droht der Entzug des Titels. Nach Angaben der russischen Denkmalschützer steht Moskau ohnehin wegen Bauarbeiten am Kreml in der Kritik. So werde ohne Rücksprache ein Turm restauriert und ein neues Gebäude errichtet. Der Kreml ist der Amtsitz des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Die Dichterin Sarah Kirsch ist tot. Wie jetzt bekannt wurde, starb sie am 5. Mai im Alter von 78 Jahren in Heide in Schleswig-Holstein. Sarah Kirsch gehörte zu den wichtigsten deutschen Lyrikerinnen. Sie wurde im Harz geboren und lebte bis zu ihrer Ausbürgerung 1977 in Ost-Berlin. Eines der zentralen Motive ihrer Lyrik ist die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Für ihr dichterisches Werk wurde Sarah Kisch mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet, darunter 1996 mit dem Georg-Büchner-Preis. Zuletzt erschien 2012 ihr Band "Märzveilchen".

In London hat die Versteigerung einer Erstausgabe von "Harry Potter und der Stein der Weisen" mehr als 175.000 Euro erbracht. Die Ausgabe mit Zeichnungen und Kommentaren der Autorin Joanne K. Rowling war Teil einer Buchversteigerung zugunsten des englischen PEN Clubs. Mit dem Erlös sollen Projekte zur Förderung der Meinungsfreiheit unterstützt werden. Mehr als 50 Autoren hatten für die Auktion Erstausgaben ihrer Bücher kommentiert und illustriert, darunter Ian McEwan, Roald Dahl und Margaret Atwood.

Der Deutsche Bühnenverein will die deutsche Theaterlandschaft zum Weltkulturerbe der Unesco machen. Präsident Klaus Zehelein sieht die Theater durch Sparmaßnahmen in ihrer Existenz gefährdet. Deshalb will er auf dem Jahrestreffen des Bühnenvereins am kommenden Wochenende einen entsprechenden Beschluss unterstützen. Eine Anerkennung des deutschen Theatersystems mit öffentlich geförderten Bühnen und Orchestern als immaterielles Weltkulturerbe könnte dazu beitragen, dass die Theaterlandschaft ernster genommen wird.

Der Direktor des Duisburger Lehmbruck Museums, Raimund Stecker, ist mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden worden. Dies teilte die Stadt Duisburg mit. Das Kuratorium der Museumsstiftung und er hätten sich einvernehmlich auf eine Aufhebung seines Vertrages zu Ende September geeinigt. Grund seien unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige künstlerische Ausrichtung des Museums. Nachfolgerin wird die Kunsthistorikerin Söke Dinkla. Sie arbeitete bereits als Kuratorin am Lehmbruck Museum und war zuletzt für die Kunst im öffentlichen Raum in Duisburg zuständig. Raimund Stecker war wegen finanzieller Schwierigkeiten des Museums in die Kritik geraten, sein Vertrag war bereits zum Jahresende gekündigt worden.

In Leipzig ist ein Denkmal des Komponisten Richard Wagner enthüllt worden. Der Bildhauer Stephan Balkenhol schuf eine lebensgroße Figur des jungen Wagner, die vor einem vier Meter hohen Schatten des übermächtigen Künstlers aufgestellt wird. Stephan Balkenhol verbindet sein Konzept mit einem Entwurf von Max Klinger aus dem Jahr 1913, der nicht umgesetzt wurde. Anlass ist der 200. Geburtstag des Komponisten. Richard Wagner wurde in Leipzig geboren und verlebte dort seine Schulzeit. Im Kellergeschoss seiner ehemaligen Schule informiert eine neue Dauerausstellung über die Jugend des Musikers, der bis zu seinem 21. Lebensjahr in Leipzig gelebt hat.

Der Kameramann Peter Przybylski ist tot. Er starb unerwartet in Berlin, über die Umstände seines Todes wurde nichts bekannt. Der 1967 geborene Peter Przybylski war nach Angaben des WDR an zahlreichen Produktionen für Kino und Fernsehen beteiligt. Für seine Arbeit beim Tatort "Der tote Chinese" wurde er 2009 mit dem Deutschen Fernsehkrimipreis als bester Kameramann ausgezeichnet. Am Mittwoch sollten die Dreharbeiten zum neuen "Schimanski" mit Goetz George für den WDR beginnen.

Deutschland und Frankreich bieten einen gemeinsamen Studiengang der Musikwissenschaften an. Studierende können an der Universität des Saarlandes und an der Pariser Sorbonne deutsche und französische Musikgeschichte erforschen. Sie verbringen das erste Jahr in Paris und das zweite in Saarbrücken, der Abschluss gilt in Frankreich und Deutschland. Ziel ist es, den Zugang zu künstlerischen Berufen, zum Lektorat und zu kulturellen Einrichtungen zu erleichtern.





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