Kultur
Das Wichtigste zu Kult und Kultur
Kultur Nachrichten
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Experten haben in Bochum die bisher ältesten Saurierspuren in Deutschland geborgen. Sie meißelten die Steinplatte mit den Abdrücken aus einem stillgelegten Steinbruch an der Ruhr. Die rund 20 Zentimeter großen Abdrücke sind mehr als 300 Millionen Jahre alt. Ein Spaziergänger hatte sie im vergangenen Herbst zufällig entdeckt. Die Fundstelle wurde aber zunächst geheim gehalten. Das Tier, das die Spuren hinterlassen hat, war ein Ursaurier - ein Vorläufer der Dinosaurier. Die Saurierspuren sollen jetzt präpariert und später im Bergbaumuseum in Bochum ausgestellt werden.
Mehr als tausend Trauergäste haben in Tübingen Abschied von Walter Jens genommen. Der Publizist und Rhetorikprofessor war vor einer Woche im Alter von 90 Jahren gestorben. Walter Jens zählte zu den wichtigsten Intellektuellen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Auf Wunsch der Familie gab es bei der Trauerfeier keine Nachrufe. Stattdessen wurde das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart gespielt. Anschließend wurde der Sarg auf dem Tübinger Stadtfriedhof beigesetzt. Dort liegen unter anderem Friedrich Hölderlin und Ludwig Uhland begraben.
Das Archiv für Künstlernachlässe in Pulheim bei Köln gibt erstmals Einblick in seine Bestände. Am Montagabend eröffnet Kulturstaatsminister Neumann dort eine Ausstellung über Künstlerarchive. Zu sehen sind Werke und Briefwechsel der vier Künstler Reiner Ruthenbeck, Gerhard Wind, Ludger Gerdes und Fritz Rahmann. Das Archiv für Künstlernachlässe wurde vor drei Jahren auf dem Gelände der Abtei Brauweiler eingerichtet. Mittlerweile beherbergt das vom Bund geförderte Archiv Arbeiten von mehr als 20 Nachkriegskünstlern.
Die Stadt Köln gibt ein Gemälde von Oskar Kokoschka an die Erben des jüdischen Kunstsammlers Alfred Flechtheim zurück. Wie die Stadt mitteilte, soll die Übergabe des Gemäldes "Porträt Tilla Durieux" noch diese Woche erfolgen. Das Museum Ludwig hatte den Erben angeboten, das Bild zurückzukaufen. Doch lehnten sie dies ab. Museumsdirektor Kaiser sagte, man respektiere die Entscheidung der Erben, auch wenn es bedauerlich sei, sich von einem wichtigen Werk der Sammlung trennen zu müssen. Die Beratende Kommission zur NS-Raubkunst hatte im April eine Rückgabe des Gemäldes empfohlen. Nach Ansicht des Gremiums lässt sich die Geschichte des Bildes zwar nicht mehr lückenlos klären. Es sei aber davon auszugehen, dass Flechtheim es verfolgungsbedingt verkauft habe.
Der Deutsche Kulturrat hat die Entscheidung der EU-Staaten gelobt, den Kulturbereich aus dem geplanten Freihandelsabkommen mit den USA auszuklammern. Der Verband sprach von einem "Etappensieg der europäischen Kultur", den man der französischen Regierung zu verdanken habe. Frankreich hatte in einer Marathonsitzung der EU-Partner durchgesetzt, dass der Bereich Film, Musik und andere Medien aus den Verhandlungen ausgeschlossen wird - zumindest vorerst. Die französische Regierung befürchtet, die heimische Filmindustrie oder andere Kulturbereiche sonst nicht mehr mit Subventionen fördern zu können. Die Bundesregierung vertrat eine andere Auffassung: Sie wollte ohne Ausnahmeregelungen in die Verhandlungen mit den USA gehen.
Regisseure und Schauspieler haben an Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, sich für ein Ende der Gewalt in der Türkei einzusetzen. In einem offenen Brief fordern sie, Merkel solle gemeinsam mit den europäischen Regierungschefs die türkische Regierung dazu bewegen, die Gewalt gegen die Bevölkerung zu beenden. Den Appell haben Film- und Theaterregisseure wie Fatih Akin, Dani Levy, René Pollesch und Lukas Langhoff unterzeichnet. Auch die Schauspieler Sibel Kekilli und Jan Josef Liefers gehören zu den Unterzeichnern des Briefes. Mit der gewaltsamen Räumung des Protestlagers im Istanbuler Gezi-Park ist die Krise in der Türkei eskaliert.
Das Welterbekomitee der Unesco berät darüber, welche Stätten neu in die Welterbeliste aufgenommen werden. Bei dem Treffen in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh stehen 32 Kulturdenkmäler und Naturwunder aus aller Welt zur Auswahl. Deutschland hat den Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe vorgeschlagen. Der Ende des 17. Jahrhunderts angelegte Landschaftspark ist vor allem durch seine Wasserspiele und seine Herkulesstatue bekannt. Die Entscheidung des Unesco-Komitees wird voraussichtlich am kommenden Wochenende fallen. Auf der Welterbeliste stehen schon 962 Natur- und Kulturdenkmäler, davon 37 in Deutschland.
In der Synagoge Stommeln ist ein neues Kunstprojekt eröffnet worden. Es handelt sich nicht um eine klassische Ausstellung, sondern um ein Kunst-Buch-Projekt. Die beiden Buchgestalter Christoph Keller und Mirko Borsche haben einen sogenannten "Stommelner Psalter" geschaffen, der sich auf die religiöse Funktion des Raums bezieht. Stommeln gehört zur Stadt Pulheim, die westlich von Köln liegt. Die Stadt lädt seit mehr als zwanzig Jahren Künstler ein, sich mit der ehemaligen Landsynagoge zu beschäftigen. Unter anderem Rosemarie Trockel, Sol LeWitt, Santiago Sierra und Daniel Buren entwickelten Arbeiten für den Raum.
Der Philosoph Peter Sloterdijk hat in der Frankfurter Paulskirche den Ludwig-Börne-Preis erhalten. In seiner Laudatio sagte der Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht, Sloterdijk sei der "sprachmächtigste deutsche Philosoph seit Nietzsche". Der 65-jährige Autor habe die deutsche Öffentlichkeit immer wieder "in intensive Zustände intellektueller Wachheit versetzt". Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird für Essays und Reportagen vergeben. Er erinnert an den Frankfurter Publizisten Ludwig Börne, der sich im 19. Jahrhundert für Freiheit und Demokratie einsetzte.






