Kultur
Das Wichtigste zu Kult und Kultur
Kultur Nachrichten
Die WDR 5 Radionachrichten immer aktuell zum Nachlesen und Nachhören. Alle Verkehrsmeldungen und die Wetteraussichten für Nordrhein-Westfalen. Dazu Nachrichten mit dem Wichtigsten zu Kult und Kultur und Spannendes aus der Wissenschaft.
Die Bauarbeiten an der Hamburger Elbphilharmonie können weitergehen. Die Hamburger Bürgerschaft hat in einer Sondersitzung den neu ausgehandelten Verträgen zwischen der Stadt und dem Bauunternehmen Hochtief zugestimmt. Danach übernimmt der Essener Konzern nun sämtliche Risiken und baut das Konzerthaus bis 2016 zum Gesamtpreis von 575 Millionen Euro zu Ende. Die Gesamtkosten für das Projekt inklusive aller Neben- und Planungsposten belaufen sich inzwischen auf 789 Millionen Euro. Das ist zehnmal so viel wie ursprünglich geplant.
Mit dem Rheingau-Musikpreis wird in diesem Jahr der türkische Pianist und Komponist Fazil Say ausgezeichnet. Die Jury nannte ihn einen Ausnahmekünstler mit "unverwechselbarem Gestaltungswillen" und einen Brückenbauer zwischen musikalischen Welten. Fazil Say gibt in diesem Jahr mehrere Konzerte beim Rheingau-Musik-Festival. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Das Preisgeld stellt das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst zur Verfügung.
Der Wieland-Übersetzerpreis geht in diesem Jahr an Eike Schönfeld. Er erhält die Auszeichnung für seine Übersetzung des amerikanischen Klassikers "Winesburg, Ohio" von Sherwood Anderson. Zur Begründung hieß es, Schönfeld bilde die schmucklose und zugleich hoch artifizielle Sprache mit Präzision und großem Einfühlungsvermögen im Deutschen nach. Es gelinge ihm, das klassische Werk dem heutigen Leser neu zu erschließen. Eike Schönfeld lebt in Hamburg. Er übersetzt seit fast dreißig Jahren englischsprachige Literatur, darunter Werke von J. D. Salinger, Nicholson Baker, Saul Bellow und Jonathan Franzen. Der mit 12.000 Euro dotierte Preis wird unter anderem vom baden-württembergischen Wissenschaftsministerium vergeben.
Mitglieder des Kölner Gürzenich-Orchesters unterstützen junge Musiker im Irak. Sieben Musiker des Orchesters werden in der kommenden Woche in den kurdischen Teil des Landes reisen, um dort Mitglieder des Nationalen Irakischen Jugendorchesters zu unterrichten. Es ist das erste Mal, dass im Irak Meisterkurse für Musik stattfinden. Das irakische Jugendorchester wurde 2009 gegründet und vereint Nachwuchsmusiker aus allen Teilen des Landes. Vor zwei Jahren war das Jugendorchester beim Bonner Beethovenfest zu Gast.
Archäologen haben im Osten Mexikos eine bislang unbekannte Maya-Stadt entdeckt. Wie die mexikanischen Behörden mitteilten, liegt sie in einem Naturschutzgebiet im Bundesstaat Campeche verborgen. Die Stadt umfasste mehr als 22 Hektar und hatte ihre Blütezeit zwischen 600 und 900 nach Christus. Nach den Erkenntnissen der Archäologen gab es in der Maya-Stadt pyramidenförmige und palastartige Bauwerke von bis zu 23 Metern Höhe, aber auch Wohnhäuser und Sportplätze. Die Wissenschaftler fanden außerdem Stelen und Altäre, von denen einige noch mit Stuck geschmückt sind.
Die Seilbahn über den Rhein bei Koblenz kann vorerst bleiben. Das Welterbekomitee der Unesco hat den Betrieb der Anlage bis zum Jahr 2026 erlaubt. Die Seilbahn war zur Bundesgartenschau in Koblenz vor zwei Jahren aufgebaut worden. Ein beratendes Gremium hatte empfohlen, die Seilbahn wieder abzubauen, um den Status des Mittelrheintals als Weltkulturerbe nicht zu gefährden. Gleichzeitig sprach sich das Welterbekomitee gegen die Sommerrodelbahn auf der Loreley aus und verlangte deren Abbau. Auch geplante Hotelbauten auf dem Felsen lehnte die Unesco ab, um die einzigartige Kulisse am Mittelrhein nicht zu stören.
Die Unesco hat die 3.600 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra aus Sachsen-Anhalt zum Weltdokumentenerbe erklärt. Sie gilt als früheste bekannte Abbildung des Sternenhimmels. Außerdem wurden das Kommunistische Manifest und der erste Band des Kapitals von Karl Marx in das Register aufgenommen. Auch die Goldene Bulle und ein mittelalterliches Arzneibuch aus dem Kloster Lorsch gehören jetzt zum Weltdokumentenerbe der Unesco. Die Liste umfasst bislang 299 Einträge, davon kommen 17 aus Deutschland. Dazu zählen auch die Gutenberg-Bibel, Beethovens Neunte Symphonie und das Nibelungenlied.
In Frankreich hat eine Gewerkschaft zu einer Demonstration gegen die Kürzungen im Kulturetat aufgerufen. Die Kundgebung soll während des Theaterfestivals in Avignon Mitte Juli stattfinden. In ihrem Aufruf kritisiert die CGT, dass die Kultur nur noch 0,68 Prozent des gesamten Staatshaushalts ausmache. Das sei seit 30 Jahren noch nie vorgekommen. Das französische Kulturbudget wurde in diesem Jahr um eine Milliarde Euro gekürzt. Das weltgrößte Theaterfestival beginnt am 5. Juli in Avignon.
In den jahrelangen Rechtsstreit um das Millionenerbe des verstorbenen Künstlers Jörg Immendorff ist Bewegung gekommen. Die Anwälte des unehelichen Sohns und der Witwe von Immendorff haben sich darauf geeinigt, einen Vergleich auszuarbeiten. In dem Zivilprozess vor dem Düsseldorfer Landgericht geht es darum, wie hoch der Pflichtteil des Erbes ist, der dem Sohn zusteht. Der Anwalt des Jungen hat vorgeschlagen, seinen Mandanten mit acht Kunstwerken aus dem Nachlass Immendorffs auszuzahlen.
WDR-Hörfunkdirektor Wolfgang Schmitz hat in Köln die neuen Chefdirigenten für den Rundfunkchor und das Rundfunkorchester vorgestellt. Die Leitung des WDR-Rundfunkchors übernimmt zur nächsten Spielzeit Stefan Parkman. Der schwedische Dirigent gilt als Spezialist für skandinavische und zeitgenössische Chormusik. Zum gleichen Zeitpunkt wird Wayne Marshall Chefdirigent des WDR-Rundfunkorchesters. Der Schwerpunkt des Briten liegt auf US-amerikanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, wie George Gershwin oder Leonard Bernstein.






