ZeitZeichen

Ältere Frau mit Kopfhörern liegt auf einer Wiese und hat ihren kopf auf die Hand gestützt; sie schaut zufrieden und interessiert (Rechte: photos.com)

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ZeitZeichen im WDR Radio zum Mitnehmen

Ob Staatsgründung oder Machtverfall, Lebensdaten großer Frauen und Männer, Wendepunkte der Menschheitsgeschichte, Friedensverträge und Katastrophen, Erfindungen und Entdeckungen - im ZeitZeichen auf WDR 5 wird Geschichte lebendig.

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In Hannover geboren und in Hannover gestorben, dazwischen fast ein Jahrhundert, 50 Jahre davon in England - ihre glücklichste Zeit. Dorthin folgte Karoline Herschel ihrem Bruder William und sie folgte ihm von der Musik zu den Sternen - die Sängerin wurde Sternguckerin. Acht Kometen entdeckte sie - für eine Frau einmalig, so wie das Gehalt vom König für ihre Astronomenarbeit. Sie war ein Star - beinahe so berühmt wie William. Nur, sein Ruhm strahlt noch heute, während keiner mehr Karoline kennt, seine Schwester und Assistentin. Autor: Wolfgang Burgmer © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Lange Zeit seines Lebens war Joseph von Lassberg ein Objekt der öffentlichen Neugier: als Geliebter der regierenden Landesherrin Elisabeth zu Fürstenberg, die diesen Donaueschinger Forstmeister als Geheimen Rat 1804 in ihr Kabinett und ihr Bett holte. Sogar einen gemeinsamen Sohn hatten sie, obwohl Laßberg verheiratet war. Doch als der eigentliche Thronfolger volljährig wurde, widmete sich das Paar einer anderen Leidenschaft: sie sammelten Bücher und alte Handschriften. Die berühmteste von ihnen war die mittelalterliche Handschrift des Nibelungenliedes. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Er war ein Multitalent: Einhard baute mit am Aachener Dom und errichtete Brücken, er übernahm für seinen Kaiser schwierige außenpolitische Missionen, begleitete ihn auf Kriegszügen, organisierte das neue Frankenreich und schrieb am Ende eine epochale Biografie über seinen Freund und Herrscher Karl den Großen. Der Hans Dampf an Karls Seite war ein kleiner Mann mit herausragenden Fähigkeiten. Autor: Heiner Wember © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Ein Leben zwischen Genie und Wahnsinn. Hugo Wolf, slowenischer Herkunft und hineingewachsen in die Wiener Fin-de-siècle-Welt des ausgehenden 19. Jahrhunderts, blieb ein Außenseiter. Seine einzige Festanstellung als Musiker dauerte gerade einmal drei Monate. Wolf erwarb sich als Kritiker den Ruf eines sarkastischen Lästermauls. Danach konzentrierte er sich nur aufs Komponieren. Knapp neun Jahre reichten aus, um seinen Weltruhm zu begründen. Autor: Christoph Vratz © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Über den lebenslangen Bruderzwist im Hause Mann sind ganze Bücher geschrieben worden. Nur einmal, kurz nach dem Ersten Weltkrieg, hatte der vier Jahre ältere Heinrich Mann die Nase vorn: mit seinem satirischen Bestseller "Der Untertan". Die Linke entdeckte und vereinnahmte ihn von da an als engagierten Literaten. Doch nicht einmal der Welterfolg des Films "Der Blaue Engel", gedreht nach seinem Roman "Professor Unrat", konnte den Literaturnobelpreis für Bruder Thomas aufwiegen. Autor: Christoph Vormweg © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Er war zwar für den Wehrdienst untauglich, stand aber im Alter von 54 Jahren an der Spitze der Atommacht Sowjetunion. Michael Gorbatschow galt schon als Reformer, bevor ihn das Politbüro zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei wählte. Seine Abrüstungsverhandlungen mit den USA sorgten für Entspannung und die von ihm gebrauchten Begriffe "Glasnost" (Offenheit) und "Perestroika" (Umbau der Gesellschaft) wurden für den gesamten Ostblock zu Synonymen der Erneuerung. Autor: Wolfram Stahl © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Es war Zufall, dass man sie überhaupt entdeckt hat. Als Tomás de Berlanga, Bischof von Panama, im Frühjahr 1535 mit dem Schiff nach Peru wollte, half kein Navigieren. Bei Flaute trugen starke Strömungen das Schiff weit ab vom Kurs. Der Bischof und seine Mannschaft strandeten am 10. März 1535 an einer unwirtlichen Vulkaninsel mitten im Pazifik.Die "Verzauberten Inseln" waren entdeckt. Autorin: Andrea Kath © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

9. März 1895: Der Todestag des österreichischen Schriftstellers Leopold von Sacher-MasochDass man ihn 1886 zum Namensgeber für Unterwerfungsphantasien machte den Begriff "Masochismus" einführte, hat ihn empört und gekränkt. Und genau wie er es vorausgesehen hatte, haftete ihm seitdem das schmuddelige Etikett des sexuell Abartigen an. Leopold von Sacher-Masoch hat jedoch viel mehr hinterlassen, als nur erotische Geschichten, wie die berühmte "Venus im Pelz". Autorin: Maren Gottschalk © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Er war der Lastesel des kleinen Mannes und der Motor des Wirtschaftswunders - der VW Bulli. Ob als Kastenwagen, Transporter oder Pritsche; er war der Lieferwagen für jeden Zweck - robust, preiswert und entsprechend begehrt. Bald transportierte das Auto nicht nur Waren sondern auch Menschen: Der VW Bus bot bis zu neun Plätze und als Campingwagen sogar ein komplettes Ferienheim. Während die Familienväter mit dem Bus die Welt erkundeten, bemalten die Blumenkinder ihre betagten Vehikel mit Peace- und Love Symbolen. Überall auf dem Erdball wurde der VW Bus zum bunten Symbol der Aussteiger. Autor: Dieter Saake © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Wahrhafter Sozialist. Charismatiker einer Intellektuellenbewegung. Unermüdlicher Inspirator. Aber auch: friedliebend, sanft, christlich. Rudi Dutschke ist vor allem als Wortführer der westdeutschen Studentenbewegung der 1960er Jahre in Erinnerung geblieben. Im April 1968 wurde ein Attentat auf ihn verübt, das er schwer verletzt überlebte und an dessen Spätfolgen er 1979 im Alter von nur 39 Jahren starb. Autoren: Veronika Bock und Ulrich Biermann © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Die Inuit im winterlichen Labrador kannten es nicht anders: Kaum hatten sie den Fisch aus dem Wasser, so war er auch schon steinhart gefroren. Bei Außentemperaturen weit unter minus 30 Grad blieb ihr Fang - auch nach Wochen - so lecker wie am ersten Tag. Als der Biologe Clarence Birdseye von einer Labrador-Forschungsreise in die wärmeren Breiten Amerikas zurückkehrt, hat er eine Idee: Was wäre, wenn mittels künstlicher Kälte Nahrung dauerhaft haltbar gemacht werden könnte? Autor: Marko Rösseler © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Das Schicksal der Kölner Ärztin, Lilli Jahn, ist so dramatisch und traurig wie repräsentativ für das Kapitel "Privilegierte Mischehe" im Dritten Reich. Denn Lilli Jahn, die promovierte Medizinerin, war Jüdin, verliebt in einen evangelischen Kollegen, den sie 1926 heiratete. Die beiden eröffneten eine gemeinsame Praxis. Fünf Kinder wurden geboren. Doch von 1933 an wurde Lilli Jahn das Leben zur Hölle gemacht. Autor: Günther Bernd Ginzel © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Ein Zeitungsartikel ist der Auslöser: Während des Algerienkriegs liest Edmond Kaiser, ein gebürtiger Franzose, der in der Schweiz lebt, eine Reportage über algerische Flüchtlingslager. Das Elend von anderthalb Millionen Menschen, darunter unzählige Kinder, erschüttert ihn so sehr, dass er beschließt, etwas zu unternehmen. 1960 gründet Edmond Kaiser das Kinderhilfswerk "Terre des Hommes" in Lausanne, um so Kindern in Not sofort und direkt zu helfen. Autorin: Martina Meißner © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Wie groß ist eigentlich die Unendlichkeit? Ist unendlich immer gleich unendlich? Oder gibt es verschiedene Stufen des eigentlich Unfassbaren? Schon die Fragen können einem Angst machen. Wie soll man dann erst mit möglichen Antworten umgehen? Vor diesem Problem stand Georg Cantor. Er hat die Unendlichkeit erforscht und sich dabei in eine Welt vorgewagt, in der niemand vor ihm war. Autor: Sven Preger © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Alle reden vom Ökostrom. Aber keiner weiß, wer ihn erfunden hat: Papst Leo XIII. Schon fast neunzig war der Heilige Vater, als er beim Gang durch die Vatikanischen Gärten vor seinem Lieblingsbrunnen, der Fontana dell`Aquila, sinnend stehenblieb. Seit langem war Leo von technischen Erfindungen begeistert. Vor der Fontana dell`Aquila kam ihm die zündende Idee. Und er gab die Anweisung, das Wasser dieses barocken Brunnens nutzbar zu machen für ein winziges Kraftwerk. Zwecks Elektrifizierung der päpstlichen Gemächer. Autor: Hans Conrad Zander © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Am 1. November 1830 verließ Frédéric Chopin sein Heimatland. Zu diesem Zeitpunkt war Polen nach drei Teilungen durch die Großmächte von der politischen Landkarte getilgt. Chopin fand in Paris ein Auskommen als Klavierpädagoge und Komponist, er wurde in den Salons als brillanter Pianist gefeiert, galt aber auch als "überzuckerte Auster" oder als kränkelnder Schwächling. Mittlerweile entdecken Chopin-Forscher in seiner Persönlichkeit auch vitale, sogar sarkastische Züge und beschreiben sein Werk als bahnbrechend für die Epoche der Romantik. Autorin: Hildburg Heider © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

28. Februar 380: Der römische Kaiser Theodosius ebnet dem Christentum den Weg zur StaatsreligionNahezu drei Jahrhunderte hindurch waren die Christen im Römischen Weltreich eine verachtete, verfolgte Minderheit. Erst das Toleranzedikt von 313 garantierte ihnen Religionsfreiheit und Gleichberechtigung. Im 4. Jahrhundert gefährdete allerdings der Streit um das Wesen Christi die Einheit der Kirche. Kaiser Theodosius I. beendete am 28. Februar 380 die Auseinandersetzung. Autor: Herwig Katzer © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Am 3. Dezember 1721 wurde Johann Sebastian Bach, "HochFürstlicher Capell-Meister" in Köthen, mit "Jungfer Anna Magdalena, Herrn Johann Caspar Wülckens, HochFürstl. Weißenfelßischen Hoftrompeters eheliche jüngste Tochter copulieret". Über die Frau an seiner Seite wurde immer schon heftig spekuliert und fabuliert: 1925 schrieb die britische Schriftstellerin Esther Meynell eine "Kleine Chronik der Anna Magdalena Bach", die das Genie ganz privat zeigte. Sie wurde für historisch bare Münze genommen, die Anna-Magdalena-Legende war perfekt. Autor: Holger Noltze © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Der Name Cuauhtémoc bedeutet "sich herabsenkender Adler". Der Mann, der diesen poetischen Namen trug, war der letzte Herrscher der Aztekenstadt Tenochtitlán. Vielleicht hieß er so, weil er sich auf seine Gegner stürzte wie ein Adler auf seine Beute. Cuauhtémocs Widersacher waren die spanischen Eroberer, die sich das Reich der Azteken untertan machen wollten. Cuauhtémoc leistete kompromisslosen Widerstand, doch ohne Erfolg. Autorin: Andrea Klasen © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

"Freigegeben ab 12 Jahre"- Solche Angaben gibt es seit der Neufassung des Jugendschutzgesetzes im Jahr 1985 nicht nur bei Kinofilmen, sondern auch bei Videofilmen und Computerspielen. Zuständig für die Bewertung aller bewegten Bilder ist die FSK, die"?Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft". Ob "Harry Potter" oder "Jurassic Parc" - auch bei Blockbustern gibt es regelmäßig heftige Diskussionen über Sinn und Zweck einer Alterszugangsbeschränkung. Autor: Walter Liedtke © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Für Helmut Schmidt war er "Sozi mit Leib und Seele", für die Medien "der Bonner 007 für heikle Missionen" und Willy Brandt gab ihm den berühmten Spitznamen "Ben Wisch": Hans-Jürgen Wischnewski - ein deutscher Politiker, der weltweit bekannt und geschätzt war. Seine Kontakte und sein diplomatisches Geschick führten 1977 zur Befreiung der Geiseln in der deutschen Lufthansamaschine "Landshut". "Die Arbeit ist erledigt", sagte Wischnewski damals schlicht. Autorin: Ariane Hoffmann © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Nach verlustreichen Kämpfen erobern die Amerikaner die strategisch wichtige japanische Insel Iwo Jima. Das Foto dazu - fünf US-Marines rammen dynamisch eine Flagge in einen Trümmerhaufen - gilt als eines der wirkungsmächtigsten der ganzen Fotografie-Geschichte: Es hat drei Spielfilme, eine Briefmarke, einen Swing-Hit und viele Kunstwerke inspiriert. Immer wieder wurde es nachinszeniert und kopiert. Autor: Thomas Pfaff © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Bei einem Abendessen im Hause ihres Stiefvaters im April 1912 lernt Alma Mahler den jungen Oskar Kokoschka kennen. Er soll ein Porträt von ihr malen und verliebt sich in die junge Witwe. Die beiden verbindet eine von Eifersucht dominierte Beziehung, an deren Ende Kokoschka fast zerbricht. Eines seiner berühmtesten Gemälde, die "Windsbraut", illustriert diese intensive Liebe. Seine Bilder sind so ganz anders als die der Jugendstilkünstler. Die Presse nennt ihn den "Oberwildling von Wien". Autorin: Anke Rebbert © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Ob in "Sansibar oder der letzte Grund", "Die Kirschen der Freiheit", "Die Rote" oder "Fahrerflucht": Im Mittelpunkt der Romane, Erzählungen und Hörspiele von Alfred Andersch stehen häufig Außenseiter. Und meistens geht es um die Frage der Freiheit des Einzelnen. Alfred Andersch gehörte zu den Gründungsmitgliedern der "Gruppe 47" und von 1948 bis 1958 arbeitete Andersch als immer einflussreicher werdender kulturell-literarischer Rundfunk-Redakteur und Herausgeber mehrer Buchreihen und Zeitschriften. Autorin: Stefanie Junker © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Er ist der reichste Deutsche. Doch wo und wie er seinen Ehrentag begeht, ist unbekannt. Genauso wie es Spekulation ist, ob Karl Albrecht tatsächlich ein Vermögen von 17 Milliarden Euro sein Eigen nennt, wie die jüngste Forbes-Liste behauptet. Karl Albrecht, der Gründer der Discountkette Aldi, ist ein Phantom. Wie sein zwei Jahre jüngerer Bruder Theo taucht er seit Jahrzehnten nicht in der Öffentlichkeit auf. Autor: Kay Bandermann © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Haben Mondphasen Einfluss auf den Krankheitsverlauf? Entscheidet eine Seele in uns mit darüber, ob wir gesund sind oder nicht? Oder ist der Mensch doch bloß eine hydraulische Maschine? Über diese Fragen streiten die Mediziner zur Zeit der Aufklärung. Der erste Medizinprofessor an der 1693 gegründeten Universität in Halle, Friedrich Hoffmann, bahnt den Übergang von der philosophisch geprägten zur naturwissenschaftlichen Medizin. Autorin: Edda Dammmüller © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

"Pluto is a planet! - Pluto is a planet!" skandierten aufgebrachte Studenten in den USA im August 2006, denn ein nationales Symbol war degradiert worden: der Planet Pluto. Die Internationale Astronomische Union hatte den einzigen von einem Amerikaner entdeckten Planeten zum Zwergplaneten degradiert, und damit auch einen echten "American Hero", den Pluto-Entdecker Clyde Tombaugh. Aber Pluto war von Anfang an ein Außenseiter - buchstäblich, denn er zieht seine ungewöhnliche Bahn ganz außen im Sonnensystem. Autor: Wolfgang Burgmer © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Eine Unbekannte wird aus dem Berliner Landwehrkanal gezogen. Die junge Frau hat versucht, sich umzubringen. Die Boulevardpresse spekuliert: Handelt es sich bei dem Selbstmordversuch um die russische Zarentochter Anastasia? Hat sie das Massaker an ihrer Familie 1918 in Jekatarinburg überlebt, und nur psychisch nicht verkraftet? Der Fall vom 17.Februar 1920 ist der Beginn einer Legende, die 74 Jahre lang leben und immer neu genährt wird. Autor: Ralph Erdenberger © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

16. Februar 2005: Das Kyoto-Protokoll tritt in KraftDie Atmosphäre ist angespannt. Kein Wunder, denn es geht um die Zukunft des blauen Planeten. Die Pole schmelzen, die Meeresspiegel steigen und ganze Staaten drohen zu versinken. Das alles lässt sich nur noch aufhalten, wenn es ein weltweit verbindliches Abkommen zum Klimaschutz gibt. Das Ziel: Es sollen weniger Treibhausgase in die Atmosphäre gepustet werden. Das Problem: Alle müssen mitmachen! Doch wie lässt sich das erreichen? Das Kyoto-Protokoll war ein Anfang. Autor: Sven Preger © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Eigentlich war er als Jazzpianist bekannt, nur gelegentlich präsentierte Nat King Cole auch einen Song am Klavier. Doch spätestens mit der 1946 erschienenen Single "The Christmas Song" machte er Karriere als Sänger. Diesen Wechsel in die populäre Musik verziehen ihm seine Jazzfans nicht. Für sie war der neue Weg Nat King Coles ein künstlerischer Ausverkauf, auch wenn er immer noch Jazz-Platten herausbrachte. Aber seine seidene Stimme war sehr erfolgreich. Autor: Thomas Mau © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Als Richard Allen geboren wurde, war er Sklave. Aber das blieb er nicht. Als er erwachsen war, kaufte er sich frei. Und er schaffte noch mehr. Er gründete eine eigene Kirchengemeinde: Die African Methodist Episcopal Church. Heute hat sie über zwei Millionen Mitglieder. Sie war und ist für die Afroamerikaner ein spirituelles Zuhause. Autorin: Irene Geuer © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Das Wort "Film" ist noch gänzlich unbekannt, als die französischen Brüder Auguste und Louis Lumière am 13. Februar 1895 das Patent für ihren Kinematographen anmelden. Der komische Kasten ist Kamera, Kopiergerät und Projektor in einem. Schon Thomas Alva Edison hatte die Idee gehabt, seine Filmrollen zu perforieren, um bewegte Bilder zu projizieren, aber erst den Fotografen Auguste und Louis gelingt es, das flimmernde Bild dank Greifzähnen zu stabilisieren. Autorin: Heike Schmidt © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Vom Heimchen am Herd zur Frau an der Front. 1935 tönte Hitler noch: "Ich würde mich schämen, ein deutscher Mann zu sein, wenn jemals im Falle eines Krieges auch nur eine Frau an die Front müsste." Doch als im Laufe des Krieges das "Männermaterial" knapp wurde, waren alle ritterlichen Bedenken verschwunden. Das weibliche Geschlecht wurde als Flakhelferin oder Funkerin eingesetzt. Am 12. Februar 1945 rief Reichsminister Martin Bormann Frauen und Mädchen zu Hilfsdiensten im so genannten Volkssturm auf, dem letzten Aufgebot Adolf Hitlers. Autorin: Almut Finck © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Mit 15 wird Prinz Faruk zur Ausbildung nach London geschickt, mit 16 ist er schon König von Ägypten. "In ein paar Jahren wird es nur noch fünf Könige auf der Welt geben - den König von England und die vier Könige im Kartenspiel", sagt Faruk 1950 seinen eigenen Sturz voraus. Nach der Revolution muss er 1952 abdanken und Ägypten verlassen. Es ist ein rastloses Leben, das Faruk geführt hat, getrieben von der Sucht nach Zeitvertreib. Autor: Tobias Mayer © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

"Bin am End, ein Tier im Netze. Fern gibt?s Menschen, Freiheit, Licht. Hinter mir der Lärm der Hetze, und nach draußen kann ich nicht." Diese Zeilen stammen aus Pasternaks Gedicht "Nobelpreis" von 1959. Ein Jahr zuvor soll ihm der Nobelpreis für seinen regimekritischen Roman "Doktor Schiwago" verliehen werden; doch Pasternak verzichtet auf die hohe Auszeichnung. Er will die sowjetischen Machthaber nicht verärgern und er will auf keinen Fall sein geliebtes Russland verlassen müssen. Autorin: Andrea Klasen © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Agnès Sorel war wirklich schön, hatte ungewöhnlich große Augen, rasierte sich den Haaransatz und starb mit etwa 28 Jahren an einer Quecksilbervergiftung. Man kennt die Mätresse Karls VII. von Frankreich durch zwei berühmte Gemälde: Auf beiden wird sie mit einer ebenso perfekten wie entblößten linken Brust dargestellt. Offen bleibt allerdings weiter, ob die laut Zeitzeugen auch intelligente, fröhliche und gutmütige junge Frau umgebracht wurde oder einem ärztlichen Kunstfehler erlag. Autorin: Sabine Mann © WDR 2010Peak Search ok [Zur Audiodatei]

Angefangen hat Max Liebermann als "Armeleutemaler" mit Szenen aus der Arbeitswelt. Als er berühmt war, porträtierte er die Reichen und Schönen der Hauptstadt Berlin. Mit seiner naturalistisch-impressionistischen Malweise zählte er zu den wichtigsten Künstlern des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Autorin: Heide Soltau © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Bei der Einweihung des Niederwald-Denkmals, einem gewaltigen Denkmal bei Rüdesheim, wollten zwei Anarchisten Kaiser Wilhelm I. samt Familie in die Luft sprengen. Mit Dynamit in einem Drainagerohr. Doch der Kopf der Gruppe, August Reinsdorf, konnte das Attentat nicht selber durchführen. Er lag im Krankenhaus. Seine zwei Gehilfen versagten. Sie kauften eine Lunte, die nicht wasserfest war. Wegen Regens fiel das Attentat buchstäblich ins Wasser. Autor: Heiner Wember © WDR 2010 Peak Search ok [Zur Audiodatei]

Während seiner Berliner Zeit zwischen 1886 und 1920 jagte eine Reformidee die nächste. Erst engagierte sich Bruno Wille im progressiven Literatenverein "Durch", im "Genie-Konvent" und im "Ethischen Klub". Dann gründete er den legendären Friedrichshagener Dichterkreis und die "Freie Volksbühne", die dem "einfachen Arbeiter" das Theater nahe bringen sollte. Autor: Christoph Vormweg © WDR 2010 Peak Search ok [Zur Audiodatei]

"Cuius regio, eius religio" - "Wer das Land regiert, bestimmt den Glauben". Auf diese politische Kompromissformel einigten sich die Fürsten und Stände der deutschen Lande vor 455 Jahren im so genannten "Augsburger Religionsfrieden". Die Reformation und die danach folgenden immer heftiger werdenden Unruhen zwischen Protestanten und Katholiken erforderten eine politische Lösung. Religionsfreiheit wurde nach dem Augsburger Reichstag zur Freiheit der Fürsten, allerdings nicht zur Freiheit der Untertanen. Autorin: Marfa Heimbach © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

"Wie alle wissen, bin ich ein Mann von sehr wenig Tiefsinn", hat er über sich selbst geschrieben. Dabei war Carl Michael Bellman ein Genie, nicht nur literarisch, sondern auch musikalisch. Im Schweden des 18. Jahrhunderts gab es keinen, der an ihn herangereicht hätte. 21 Bände umfasst seine Werkausgabe, die neben den berühmten Liedern auch Komödien, Kantaten, Parodien oder politische Dichtungen enthält. Autorin: Christiane Kopka © WDR 2010 peacksearch o.k. [Zur Audiodatei]

Sein Name bedeutet "Speer Gottes", doch er selbst hätte ihn niemals als Rechtfertigung für Gewalt verstanden. In Wirklichkeit war Ansgar ein besonders friedfertiger, freundlicher Mensch. Doch um als Missionar in den heidnischen Norden zu ziehen, brauchte es mehr als Milde und Gottvertrauen. Ansgar war einer der mutigsten Männer seiner Zeit. Er wagte es, den "wilden" Dänen und Schweden das Evangelium zu verkünden. Autorin: Maren Gottschalk © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

"Manchmal komme ich mir wie ein wandelndes Monument vor", schrieb Max Schmeling in seinen Erinnerungen. Damals war er 72 Jahre alt und hatte noch 27 Lebensjahre vor sich. Er gilt als Sportlegende und wurde als National- und Volksheld gefeiert: 70 Profikämpfe, 56 Siege, 40 durch k.o., WM- und EM-Titel, zahlreiche Auszeichnungen, Ehrungen und Titel schmücken seinen Lebenslauf. Viel wichtiger aber: Im Laufe seines Lebens hat er sich neben sportlichem auch gesellschaftlichen Ruhm erboxt. Autorin: Susanne Rabsahl © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Regiegiganten wie Orson Welles und Akira Kurosawa haben ihn verehrt. Durch ihn wurde John Wayne zum Star und das Monument Valley zu einer legendären Filmkulisse. John Ford hat 124 Hollywoodfilme gedreht, die Hälfte davon waren Western. Ein Kritiker nannte ihn "den größten Mythenpoet des amerikanischen Films". Vier mal wurde Ford mit dem Oscar als bester Regisseur ausgezeichnet. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehören: "Ringo", "Der schwarze Falke" und "Der Mann, der Liberty Valence erschoss". Autor: Detlef Wulke © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Es war ein revidierter Verfassungsentwurf, der an diesem Tag verkündet wurde. Von einem allgemeinen Wahlrecht, wie zwei Jahre zuvor, war keine Rede mehr. Preußen ließ seinen Landtag fortan in drei Klassen wählen, eine bizarre Verzerrung der Stimmen. Abhängig von der Steuerkraft wurden Wahlklassen samt ihrer Wahlmänner eingeteilt. Das führte dazu, dass etwa im Jahr 1904 vier Prozent der wohlhabenden Bevölkerung ebenso viele Wahlmänner bestimmen konnten wie die Geringverdiener, die 82 Prozent der Gesamtbevölkerung stellten. Das preußische Dreiklassenwahlrecht fiel erst 1918 mit der Novemberrevolution. Autor: Jörg Beuthner © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Januar 1945: Die Rote Armee rückt näher. Tausende fliehen aus dem eingekesselten Ostpreußen an die Küste nach Gotenhafen. Hier fährt bald ein Schiff nach Kiel: Die "Wilhelm Gustloff". Über 10 000 Menschen drängen sich an Bord des ehemaligen Nazi-Paradedampfers, davon mehr als 9000 Flüchtlinge. Am 30. Januar wird das Schiff von dem sowjetischen U-Boot S13 verfolgt. Drei Torpedos reißen die "Wilhelm Gustloff" auf, und das Schiff sinkt innerhalb von einer Stunde. Es gibt viel zu wenig Rettungsboote und nur 1252 Schiffbrüchige können gerettet werden. Autorin: Martina Meißner © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Anton Tschechow ist Russlands Theatergott, der bis heute mit seinen Stücken die Bühnen seiner Heimat beherrscht. Aber auch sonst vergeht kein Jahr, in dem nicht in irgendeinem Theater "Der Kirschgarten", "Die Möwe" oder "Die drei Schwestern" zu sehen wären. Tschechow - im Hauptberuf Arzt - seziert die Befindlichkeit der bürgerlichen Gesellschaft wie ein Naturwissenschaftler. Aber er nimmt seine Protagonisten ernst und fühlt mit ihnen. AUtorin: Jutta Duhm-Heitzmann © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Es begann mit einem Riesenknall. Wieder einmal war ein Dampfkessel explodiert. Seit Ingenieure um 1800 die Hochdruckdampfmaschine erfunden hatten, flogen den Leuten die Kessel um die Ohren - bis es nicht mehr so weiter ging. Abhilfe musste her. Für Sicherheit sollte der DÜV sorgen, der Dampfkessel-Überwachungs-Verein. Diesen Vorläufer des TÜV gründete die Industrie, die so bis heute die technische Sicherheit kontrolliert. Autor: Wolfgang Burgmer © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Sein berühmtestes Werk wurde geklaut: die Quadriga auf dem Brandenburger Tor. Napoleon ließ den von Johann Gottfried Schadow geschaffenen Vierspänner 1806 abschrauben und nach Paris verschleppen, 1814 holten die Preußen ihn wieder zurück. Auch sonst erlebte der bedeutende Bildhauer manche Überraschung in seinem Leben. Schados vielleicht schönstes Werk: das zauberhafte Doppelstandbild der preußischen Kronprinzessin und späteren Königin Luise und ihrer Schwester Friederike, ein Hauptwerk des Berliner Klassizismus. Autorin: Almut Finck © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Weggefährten beschreiben die Österreicherin Maria Augusta von Trapp als cholerische Naturgewalt. Dabei hatte sie eigentlich Nonne werden wollen! Doch als sie 1925, mit gerade zwanzig Jahren, den verwitweten Korvettenkapitän Georg Ludwig von Trapp und vor allem seine sieben Kinder kennenlernt, ist es um sie geschehen. Die "Trapp-Familie" steht am Beginn einer rasanten Weltkarriere, die sie bis nach Südamerika und Australien führen wird. Autorin: Kerstin Hilt © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Ein Grab in der alten gotischen Kirchenhalle der Christ Church Cathedral, Oxford: Die Büste eines Mannes blickt mit starren Augen den Besucher an. Hohe Stirn, Vollbart, weiße Halskrause. Es ist das Grab von Robert Burton - ein akademischer Exzentriker, der unter seinem Pseudonym Demokrit Junior der Nachwelt eine seltsame Schrift mit dem Titel "Die Anatomie der Melancholie" hinterließ. Dieses Werk versucht zu ergründen, warum Genie und Wahnsinn gern dicht beisammen wohnen. Aber auch, warum sich knapp vier Jahrhunderte später ein Torwart vor einen Zug wirft. Autor: Marko Rösseler © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Neben Wilhelm Backhaus, Wilhelm Kempff und Walter Gieseking gehörte Edwin Fischer zu den Hauptvertretern der deutschen Klavierkunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. "Wildheit und Zartheit wohnten in seinem Klavierspiel nahe beieinander", schrieb sein Schüler Alfred Brendel, "und dämonischen Ausbrüchen folgte wie durch Zaubermacht innerer Friede." Autor: Michael Struck-Schloen © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

In einem "allerhöchsten Dekret" befiehlt August der Starke, König von Polen und Kurfürst von Sachsen am 23. Januar 1710 die Gründung einer Porzellanmanufaktur. Auf der Albrechtsburg in Meißen wird sie eingerichtet, geschützt von dicken Mauern, denn das Geheimnis des Porzellans ist kostbarer als Gold. Autor: Jörg Biesler © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Ob die Schwarzwälder Brinkmanns, die Kölschen Beimers oder die Beckers aus dem Saarland: Familienserien hat es im deutschen Fernsehen schon immer gegeben. Eine der ersten war "Die Firma Hesselbach" und sie stellte die Deutschen aus Nord und Süd vor ein Sprachproblem: Denn Babba Kall, Mamma Mariesche und alle anderen Personen babbelten hessisch. Die Einschaltquoten lagen bei 90% - allerdings gab es auch nur ein Fernsehprogramm. Autorin: Ariane Hoffmann © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Viele junge Frauen hat er unter die Haube gebracht. Aus sieben Metern Stoff bestand damals das gefaltete weiße Ungetüm auf ihren Köpfen. Das tägliche Falt-Zeremoniell gönnte den Schwestern wenigstens am Morgen ein paar Minuten für sich selbst. Denn Diakonissen sind übersetzt Dienerinnen der Gemeinschaft. Am Anfang war es eine Befreiung junger Frauen: Als Diakonisse konnten unversorgte, nicht verheiratete Frauen Anfang des 19. Jahrhunderts erstmals das professionell tun, was sie sonst auch taten: Erziehen und Pflegen. Autorinnen: Anja und Doris Arp © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Ernesto Cardenal, der Millionärssohn, schließt sich schon früh der sandinistischen Guerilla an. Mit Gedichten, Gebeten und Gewehren kämpft er gegen die Diktatur in seiner Heimat Nicaragua. Seine "Psalmen" werden zur Grundlage für die Theologie der Befreiung und seine christliche Gemeinschaft auf den Solentiname-Inseln im Großen See von Nicaragua zu einer Keimzelle der Revolution. Autor: Matthias Wurms © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Sie hat sich nie Illusionen über ihren Job gemacht: "Jedes Mädchen kann glamourös sein. Alles, was du zu tun hast, ist still stehen und dumm dreinschauen." Dabei war Hedy Lamarr der Inbegriff des Glamours, eine Hollywood-Göttin, strahlend und geheimnisvoll. Als sie 1937 in der Traumfabrik eintraf, feierte man sie als die "schönste Frau der Welt". Autorin: Christiane Kopka © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Er ist das jüngste Baby in der Airbus-Flotte - ein Riesenbaby. Sechs Stockwerke hoch, 80 Meter Spannweite und 600 Tonnen schwer. Der A380 überragt deutlich den amerikanischen Jumbo-Jet, bis dahin das Maß aller Dinge im zivilen Luftverkehr. Die Entwicklung zog sich lange hin, mehrmals musste die Vorstellung verschoben werden. Am 18. Januar 2005 schließlich erblickt der A380 erstmals das Blitzlicht der Welt, als er im französischen Toulouse aus dem Hangar rollt - der Stolz der europäischen Luftfahrtindustrie. Autor: Martin Herzog © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Ein Kaffeemonopol in Wien für 20 Jahre. Das wäre heute eine Goldgrube. Vor 325 Jahren war der Erfolg des "Türkentranks" dagegen noch nicht absehbar. Und der Armenier Johannes Diodato hätte wohl auch lieber Goldstücke gesehen als solch ein ungewöhnliches Privileg. Doch Kaiser Leopold in Wien war blank, seine Staatskasse leer wegen des Krieges mit den Türken. Deshalb wartete Johannes Diodato vergebens auf eine Belohnung für seine Dienste als Kundschafter in Türkenkrieg, bekam aber das Kaffee-Privileg. Autor: Heiner Wember © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Das Gesetz sollte vor bösen Überraschungen schützen. Wer das Land verließ - aus welchen Gründen auch immer - sollte nicht auch noch mit falschen Erwartungen emigrieren. Wer daher in der Folge Auswanderungswillige beraten wollte, brauchte eine behördliche Genehmigung. Für viele Fachleute ein eigentümliches Vorgehen, denn eigentlich war in den 70er Jahren nicht die Auswanderung das Problem. Autor: Jörg Beuthner © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Biafra ist eine Provinz des Vielvölkerstaates Nigeria in Westafrika. Sie war vom Reichtum des Landes, dem Erdöl, abgeschnitten. Die Ölquellen - obwohl in der Nähe Biafras gelegen - sprudelten in anderen Regionen. Zudem fühlten sich die christlichen Bewohner Biafras gegenüber muslimischen Stämmen benachteiligt. Biafra erklärte sich deshalb für unabhängig. Es kam zum Krieg mit Nigeria, in dem die kleine Provinz unterlag und am 15. Januar 1970 kapitulierte. Heute gehört Biafra wieder zu Nigeria, der Streit um Öl erschüttert die Region immer wieder - und weiterhin hungern Kinder. Autorin: Irene Dänzer-Vanotti © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Ludwig Alois Ritter von Köchel brachte Ordnung in Mozarts Schaffen, schrieb das berühmte Köchel-Verzeichnis und sicherte sich damit auf ewig einen Platz an der Seite des berühmten Salzburger Komponisten. Dabei war Mozart nicht die einzige Leidenschaft des Ritters von Köchel. Er sammelte über 13.000 Pflanzen sowie 3300 seltene Steine katalogisierte und systematisierte sie und erwarb sich damit einen hervorragenden Ruf unter Botanikern und Geologen. Autor: Michael Struck-Schloen © WDR 2010. [Zur Audiodatei]

"Lieber republikanisch sterben als faschistisch verderben!" Mit dieser Parole warb der saarländische SPD-Vorsitzende Otto Braun vor der Volksabstimmung im Saargebiet für den Status quo. Das hieß: Französische Verwaltung auf unbestimmte Zeit. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg wäre ein solcher Vorschlag undenkbar gewesen. Nach der Niederlage Deutschlands war das Saargebiet 1920 unter Verwaltung des Völkerbundes gestellt worden und hatte eine französische Regierung bekommen. Ob links oder rechts, jeder Politiker machte sich damals für einen Wiederanschluss des Saargebietes an Deutschland stark. Autorin: Andrea Kath © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Fast immer nennt man sie in einem Atemzug: Eleonora von Mendelssohn und ihren um ein Jahr jüngeren Bruder Francesco. Sie waren unzertrennlich und glänzten durch Schönheit, Reichtum und Esprit, in den zwanziger Jahren galten sie als das glamouröseste Paar des an glanzvollen Exzentrikern nicht gerade armen Berlin. Sie kamen aus einer an großen Künstlern reichen Familie. und Künstler wurden auch sie: Francesco Cellist, die schöne Eleonora Schauspielerin, die mit allen großen Regisseuren ihrer Zeit zusammenarbeitete und mit einigen, wie Max Reinhardt, auch liiert war. Nach der Machtergreifung emigrierten sie in die USA - der Beginn des Absturzes. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Jedes Jahr besuchen mehr als zwei Millionen Muslime die heilige Stadt Mekka in Saudi-Arabien, um die Pilgerfahrt, die so genannte Hadsch, zu vollziehen. Die Pilger umrunden - in weiße Gewänder gehüllt - die Kaaba und absolvieren viele weitere, genau vorgeschriebene Rituale. Der Prophet Mohammed selbst hatte die Götzenbilder der zahlreichen vorislamischen Gottheiten, die in der Kaaba verehrt worden waren, zerstört und die Kaaba zum rein islamischen Pilgerziel gemacht. Autor: Tobias Mayer © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Die Norwegerin Rut Hansen arbeitete während des Zweiten Weltkriegs gegen die deutsche Besatzung bis sie mit einer ihrer Schwestern nach Schweden fliehen musste. 1944 lernte sie den Journalisten Willy Brandt kennen, den sie vier Jahre später heiratete. Rut Brandt wurde zur Mutter von Peter, Lars und Matthias. Freunde sind davon überzeugt, dass die politische Karriere ihres Ehemannes ohne diese Frau kaum denkbar gewesen wäre. Autor: Jürgen Werth © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Klein und dicklich, ein ausgeprägtes Doppelkinn, fleischige Hamsterbacken. Außer den ungeheuer wachen, tiefdunklen Augen deutet nichts darauf hin, dass sich hinter den schlaffen Gesichtszügen Kurt Tucholskys eine der schärfsten Zungen der Weimarer Republik verbirgt. Er veröffentlicht gesellschaftskritische Satiren und bitterböse Polemiken, schreibt für Theater und Kabarett und für das berühmte Wochenblatt "Die Weltbühne". Als kritischer Zeitgeist, Sozialdemokrat, Pazifist und Antimilitarist, erkennt er schon früh die Gefahr, die von den Nazis ausgeht. Autorin: Almut Finck © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Er stellte die Welt auf den Kopf, machte die Jugend rebellisch und trug mit laszivem Beckenkreisen zur sexuellen Befreiung Amerikas bei. Elvis Aaron Presley stieg mit Schmalzlocke, engen Anzügen und samtweicher Stimme vom Lastwagenfahrer zum King of Rock auf. Seine kometenhafte Karriere vom Jungen aus dem Südstaatenkaff zum Superstar verkörpert den amerikanischen Traum. Autorin: Antje Passenheim © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Kriegsdienstverweigerers im Zweiten WeltkriegEtwa 300 Bibelforscher mussten kurz nach Kriegsbeginn im KZ Sachsenhausen antreten. Sie sahen, wie ihr Glaubensbruder August Dickmann aus Dinslaken von einem SS-Kommando erschossen wurde. Dies Exempel sollte die Verweigerung der Zeugen Jehovas, damals Bibelforscher genannt, gegenüber dem NS-Regime brechen. Ohne Erfolg. Etwa 250 von ihnen wurden wegen Kriegsdienstverweigerung hingerichtet. August Dickmann war der erste. Autor: Heiner Wember © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Am 14. Oktober 2009 war es wieder soweit: Bei einer Zeremonie in Südkorea traute der umstrittene Gründer der Vereinigungskirche Sun Myung Moon fast zehntausend Paare, die zum ersten Mal heiraten oder ihr Ehegelübde erneuern wollten. Für derartige Massenhochzeiten ist die Bewegung bekannt. 1954 hatte Sun Myung Moon sie in Südkorea gegründet. Moon, der sich selbst als Messias bezeichnet, soll inzwischen über ein gewaltiges Firmenimperium verfügen. Reichtum, den er Kritikern zufolge vor allem durch unbezahlte Arbeitseinsätze gläubiger Kirchenmitglieder erlangt haben soll. Autorin: Andrea Kath © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

1945. Jugendliche deutsche Soldaten verteidigen eine unwichtige Brücke vor den anrückenden Amerikanern. Fast alle bezahlen diesen sinnlosen Einsatz mit ihrem Leben. Diese Geschichte erzählt Bernhard Wicki in "Die Brücke", seiner zweiten Regiearbeit, die ihn international bekannt machte. In Hollywood drehte er die deutsche Episode von "Der längste Tag" und "Morituri". Ein Kritiker schrieb über ihn: "Wicki war in den meisten seiner Inszenierungen ein unbestechlicher, klarer Interpret kritischer, zeitbezogener Themen." Autor: Detlef Wulke © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Der erste von fünf Nahostkriegen des 20. Jahrhunderts war gerade vorbei, da erklärte Ben Gurion, Premierminister des jungen Staates Israel, am 4. Januar 1950 Jerusalem zur Hauptstadt. Fast 3000 Jahre nachdem König David die Stadt erobert haben soll, schloss sich damit für die Juden der Kreis. Aus Sicht der Palästinenser ist dies bis heute nicht akzeptabel. Sie wollen Jerusalem als ungeteilte Hauptstadt eines arabischen Palästina. Autor: Christian Vogg © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Im Jahre 1958 verpflichteten sich die Angehörigen des VEB "Steckenpferd", eines Kosmetikbetriebes in Radebeul bei Dresden, über den Plan hinaus Exportgüter im Werte von 100.000 Dollar zu produzieren. Aus dem Erlös kaufte der "Freie Deutsche Gewerkschaftsbund" der DDR das in Schweden gebaute Passagierschiff "Stockholm". Am 3. Januar 1960 wechselte die "Stockholm" ihre Flagge. "MS Völkerfreundschaft" stand jetzt an ihrem Bug. Das Schiff sollte von nun an die Werktätigen des Arbeiter- und Bauern-Staates durch die Weltmeere schippern. Autorin: Heide Schwochow © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

"Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen." Das erste Gesetz der Robotik von Isaac Asimov. Der Doktor der Biochemie veröffentlichte bereits mit 19 Jahren seine erste Science Fiktion Geschichte, knapp 20 Jahre später machte er die Schriftstellerei zu seinem Hauptberuf.Viele inspirierte er mit seinen Ideen, die er in mehr als 500 Büchern veröffentlichte. Darunter auch zahlreiche wissenschaftliche Werke. Autoren: Veronika Bock und Ulrich Biermann © WDR 2010 [Zur Audiodatei]

Wie heißt die Standard-Schrift im Textverarbeitungsprogramm? Jeder kennt diese klaren, schnörkellosen Buchstaben - "Times Roman". Und wer sich in London oder anderswo auf der Welt eine berühmte Tageszeitung kauft, der wird die Neuigkeiten in eben jener Schriftart lesen, denn für diese Tageszeitung wurde sie entwickelt, für "The Times". Mit ihr begann die Ära der Massenblätter und sie prägte das Prinzip der Unabhängigkeit. Autor: Wolfgang Meyer © WDR 2010 [Zur Audiodatei]





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