Lilipuz - Bilder im Ohr

Ältere Frau mit Kopfhörern liegt auf einer Wiese und hat ihren kopf auf die Hand gestützt; sie schaut zufrieden und interessiert (Rechte: photos.com)

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Bilder kann man nicht hören? Denkste! Lilipuz - das WDR 5-Kinderradio bringt Kunst zum Klingen.

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von Joseph Beuys (1921-1986)1960, Öl/ Leder/ Papier, 77,3 x 97,3 cm"Alles ist Kunst" war das Motto von Joseph Beuys. Damit meinte der berühmte Künstler und Professor der Düsseldorfer Kunstakademie, dass zur Kunst nicht nur Gemälde oder Skulpturen gehören. Er hat mit ganz ungewöhnlichen Stoffen gearbeitet wie Fett, Filz oder Honig. Beuys hat auch geglaubt, dass in jedem Menschen ein Künstler steckt. Man muss nur neugierig, entdeckungslustig und kreativ bleiben. Die Kunst, die er selbst gemacht hat, war nicht nur zum einfachen Angucken da. Beuys wollte damit die Welt verändern. Ganz besonders hat ihn interessiert, dass das Verhältnis zwischen Natur und Mensch harmonischer wird. Einmal hat er sogar eine Partei nur für Tiere gegründet. Kannst du erkennen, welches Tier in seinem Bild versteckt ist? © WDR 2009 [Zur Audiodatei]

von Bernardo Bellotto (1722-1780)Öl auf Leinwand, 86,5 x 146 cmAngenommen, du fährst in den Sommerferien in Urlaub. Wie erfahren deine Freunde zuhause, wie es dort ausgesehen hat? Du zeigst Fotos oder schickst eine Postkarte. Früher, als es noch keinen Fotoapparat gab, hatten die Malerei die Aufgabe, Menschen zu zeigen, wie ferne Länder sind. Wer es sich leisten konnte, kaufte ein Landschaftsbild oder eine Stadtansicht, auch Vedute genannt. Der vielreisende Künstler Bernardo Bellotto hat im 18.Jahrhundert ganz viele solcher Veduten gemalt. Dabei hat ihm eine "Camera obscura" geholfen. Dieser Vorläufer des Fotoapparates warf ein Abbild auf eine Platte. Um es festzuhalten, musste man es durchpausen. Auch deshalb sieht unser heutiges Bild so echt aus, dass die englischen Besitzer mit den Augen reisen konnten. © WDR 2009 [Zur Audiodatei]

von Otto Dix (1891-1969)1923, Öl auf LeinwandMalerei kann manchmal magisch sein: Sie kann Unsichtbares sichtbar machen. Der Maler, Zeichner und Graphiker Otto Dix hat gerne enthüllt, was unter der Oberfläche schlummert. Das hat nicht allen Menschen gefallen. Die Nationalsozialisten, die ihr wahres, mörderisches Gesicht verborgen haben, bezeichneten seine Kunst als "entartet" und haben viele seiner Werke vernichtet. Sein Bild "Tiere in Phantasielandschaft" zeigt, dass jedes Wesen seine ganz besonderen, verborgenen Kräfte hat. Auf den ersten Blick sieht es zwar gruselig aus, doch es macht auch Mut. © WDR 2009 [Zur Audiodatei]

von Michael Buthe (1944-1994)verschiedene Materialien, Wandobjekt: 175 x 126 cmBodenobjekt: 170 x 88 x 148 cmKunstwerke können in verschiedenen Verkleidungen im Museum auftauchen: als Bild, das wird gezeichnet, gemalt, gedruckt. Oder als Skulptur, die wird geknetet, geschnitzt, gemeißelt. Oder als "Installation". Diese "Installation" hat nichts zu tun mit Installateuren, die bei dir zu Hause vielleicht manchmal Wasserkräne oder Rohre reparieren. Und "installiert" wird auch kein Computerprogramm. Installation heißt "Einrichtung". Ein Künstler richtet dabei zum Beispiel Gegenstände neu ein. Ein Stuhl zum Beispiel. Oder eine Kugel. Er stellt sie so zusammen, das daraus eine neue Geschichte entsteht. Alles, was man dafür braucht: die Gegenstände und Fantasie. Der Kölner Künstler Michael Buthe hatte ganz viel davon. © WDR 2009 [Zur Audiodatei]

von Emil Nolde (1867 - 1956)1919, Öl/Leinwand, 100 x 73 cmKannst Du Dir vorstellen, wie die Welt ohne Farben aussehen würde? Ein Himmel ohne Blau, eine Erdbeere ohne Rot, eine Zitrone ohne Gelb? Die Welt wäre ziemlich langweilig. Farben machen das Leben bunt. Sie drücken Gefühle und Stimmungen aus. Das haben Maler in jeder Zeit ausgenutzt, besonders aber die so genannten "Expressionisten". Sie wollten auf ihren Bildern verborgene Gefühle ausdrücken. Dafür haben sie manchmal Menschen in Farben gemalt, die nicht unbedingt natürlich sind. Emil Nolde war ein Meister darin. Sein Bild "Gelehrter mit Mädchen" zeigt die Begegnung von zwei sonderbar bunten Menschen . © WDR 2009 [Zur Audiodatei]

von Gabriel Grupello (1644 - 1730)BronzeIm museum kunst palast in Düsseldorf gibt es nicht nur flache Kunstwerke. In einer der Vitrinen stehen zum Beispiel kleine, merkwürdige Gestalten, die du von allen Seiten entdecken kannst. Sie zeigen Götter und Helden aus alter Zeit. Diese 33 Zentimeter kleine Statue hat der Künstler Gabriel Grupello aus Bronze gegossen. Sie ist über 300 Jahre alt und stammt aus einer Zeit, als die Menschen die Geschichten und Gedanken der Antike wieder entdeckt haben. iese Zeit nennt man "Renaissance". Das ist französisch und heißt: Wiedergeburt. © WDR 2009 [Zur Audiodatei]

Urspungsland: ÄgyptenWarum sind wir auf der Welt? Warum leben wir Menschen? Was kommt nach dem Tod? Das sind Fragen, die sich Menschen überall in der Welt stellen. Religionen versuchen Antworten zu geben. Über sechs Milliarden Menschen glauben an eine höhere Macht. Für ihre Gebete haben sie sich heilige Orte erbaut: Kirchen, Tempel, Moscheen. Künstler haben diese Orte oft gestaltet: mit Architektur, Skulpturen und Gemälden. Ein kleiner Teil einer alten Moschee steht mitten im Museum Kunstpalast: Sieh und hör es dir doch mal näher an! Vielleicht fühlst du dich, als wärst du auf den Straßen des Orients... © WDR 2009 [Zur Audiodatei]

von Simon Meister (1796-1844)Öl auf Leinwand, 198 x 170cmHast du auch ein Bild zu Hause, auf dem deine ganze Familie zu sehen ist? Bevor der Fotoapparat erfunden wurde, mussten Großeltern, Eltern und Geschwister einem Maler Modell stehen. Die Anordnung war oft gleich: Die Kinder standen immer vorne, Mutter und Vater saßen und dahinter stand die dritten Generation: Oma und Opa. Das Bild oben Bild zeigt die Familie Tillmann. Simon Meister hat es vor über 150 Jahren gemalt zu einer Zeit, als die Familien noch viele Kinder hatten und es noch kaum Scheidungen gab. Wenn du mehr über die "Tillmanns" erfahren willst, dann hör dir doch an, was das Mädchen rechts in der Ecke zu erzählen hat. Sie sieht zwar ein wenig traurig aus, weiß aber ganz viel über ihre Familie. © WDR 2009 [Zur Audiodatei]

von Andreas AchenbachÖl auf Leinwand, 224,5 x 302 x 3,5 cmEs gab eine Zeit in der Malerei, die nannte man Romantik. Das hat nichts mit Kuschelabenden im Kerzenschein zu tun. Die Künstler entdeckten die Natur wieder. Sie malten oft auf großen Leinwänden stimmungsvolle Landschaften, um die große Schönheit der Natur zu zeigen und große Gefühle auszudrücken. Der Düsseldorfer Maler Andreas Achenbach hat sich besonders von der Weite des Meeres und dem Kampf der Schiffe mit den Wellen bewegen lassen. Auch Hafenansichten haben ihn fasziniert, dort wo Wasser und Land aneinander geraten. Sein Bild von 1876 heißt: "Fischmarkt" in Ostende. Mitten im hektischen Treiben spricht uns ein ungewöhnlicher Beobachter an. © WDR 2009 [Zur Audiodatei]

Jakob Gerritz Cuyp (1594-1651/52) UmkreisÖl auf Leinwand, 109,7 x 88,5 cmFür ein Foto muss man heute höchstens ein paar Sekunden still stehen. Für ein Gemälde reicht das nicht aus. So mussten diese beiden Schwestern wohl einige Tage Modell stehen. Gemalt hat sie ein niederländischer Künstler. Sein Werk heißt: "Bildnis zweier Mädchen". Es ist vor über 300 Jahren entstanden. Beauftragt hat den Maler angeblich der Vater der Kinder. Zu dieser Zeit gab es noch keinen Fotoapparat. Die Malerei war die einzige Möglichkeit, Menschen in Farbe abzubilden. Was meinst du - ob die prunkvollen Kleider wohl bequem waren? Wie lange hättest Du es ausgehalten, still zu stehen? © WDR 2009 [Zur Audiodatei]

von Daniel SpoerriWas meinst du: Wann ist ein Bild ein Kunstwerk? Wenn es besonders gekonnt gemalt ist? Wenn es fantasievoll und kreativ aussieht? Oder wenn es verwundert, zum Nachdenken oder Staunen anregt? Daniel Spörri, ein in Rumänien geborener Künstler, hat einfach Gegenstände aus seinem Alltag genommen und so festgeklebt, wie er sie vorgefunden hat. Diese besonderen Stillleben hat er dann an die Wand gehängt. Eines seiner Bilder hängt im Museum Kunstpalast. Ist das für dich Kunst? Auf jeden Fall ist das Werk ein Fall für Kunstkommissar Kunz... © WDR 2009 [Zur Audiodatei]

Künstler unbekanntItalien, Ende des 14. Jahrhundert, Bronze, hohl gegossenHöhe: 34,5 cmMitten im Museum Kunstpalast in Düsseldorf steht ein kleiner, berühmter Supermann. Sein muskulöser Körper ist aus Bronze, aber im Grunde ist er innen hohl und ein Zwerg. Denn er ist noch nicht einmal 40 Zentimeter groß. Die Statue sieht allerdings fast genauso aus wie ihr Vorbild. Denn der unbekannte Künstler hat sich diesen Helden abgeguckt von einer großen Skulptur aus Marmor und ihn dann verkleinert vor ungefähr 500 Jahren aus Bronze gegossen. Dafür musste der Künstler das Metall vorher flüssig machen und dann in Formen gießen. © WDR 2009 [Zur Audiodatei]

von Pieter Lastmann (1586 - 1625)Hast du schon einmal in der Bibel gelesen? Sie ist voll mit vielen Geschichten über Gott und die Menschen. Diese Geschichten haben immer wieder die Fantasie von Künstlern beflügelt. Und so sind unzählige Bilder entstanden, die abbilden, was in der Bibel zu lesen ist. Der niederländische Künstler Pieter Lastmann hat sich besonders für die Geschichte "Jonas und der Wal" interessiert. Im Jahr 1621 hat er den Moment festgehalten, als Jonas vom Wal ausgespuckt wird. Mit erhobenen Armen fliegt der bärtige Mann aus dem Maul des Untiers. Wie Jonas in den Walfisch kam, erzählt er euch am besten selbst - in unserer Hör-Geschichte. © WDR 2009 [Zur Audiodatei]

von Franz Marc (1880 - 1916)Öl/ Leinwand88 x 66 cmStell dir vor, du würdest die Welt nur in ganz einfachen Formen malen: in Dreiecken, Rechtecken und Kreisen. Tiere, Menschen, Landschaften - sie sähen auf einmal ganz anders aus. "Kubismus" nennt man diese Kunst, vom griechischen Wort für Würfel: Kubus.Einer der "Kubisten" war der deutsche Maler Franz Marc. Er wollte damit verborgene Muster sichtbar machen und die Formen von Landschaft und Tieren verschmelzen. Dafür hat er sogar die natürlichen Farben verändert. Bei ihm können Pferde blau sein wie der Nachthimmel und aus lauter Halbmonden bestehen. Unser Bild "Füchse" hat er 1913 gemalt. Drei Jahre später ist Franz Marc im Ersten Weltkrieg ums Leben gekommen. Welche Formen entdeckst du bei den ineinander gekuschelten Füchsen? © WDR 2009 [Zur Audiodatei]

von Peter Paul Rubens (1577 - 1640)um 1610, 274 x 183 cmWann ist ein Mensch schön? Die Werbung von heute meint: Frauen müssen schlank sein und Männer durchtrainiert. Für Männer galt das schon vor ungefähr 400 Jahren. Doch die ideale Frauen-Figur hatte damals möglichst runde, weiche Formen. "Rubens"-Figuren nennt man diese Molligen heute - nach dem flämischen Maler Peter Paul Rubens.Auf unzähligen Bildern hat er die menschlichen Körper gemalt. Oft sind sie nur mit einem kleinen Tuch bekleidet, damit ihre ganze Schönheit sichtbar ist. Das Bild oben zeigt in der Mitte ein Liebespaar, daneben steht ein blonder Junge und beobachtet, was passiert. Alle drei Figuren stammen aus der griechischen Sage: "Venus und Adonis". © WDR 2009 [Zur Audiodatei]

von Nam June Paik (geboren 1932)Video-InstallationHast du schon einmal die Decke deines Zimmers gestrichen? Dann weißt du, wie anstrengend es ist, über Kopf zu malen. Der Arm wird schnell schwer und die Farbe kann tropfen. Umso erstaunlicher ist es, dass es Künstler in früheren Zeiten geschafft haben, die Decken von alten Kirchen oder Schlössern mit großen Bildern auszumalen. Der moderne koreanische Künstler Nam June Paik hat in Düsseldorf auch eine Art Deckengemälde hergestellt. Aber Vorsicht: Es bewegt sich! Hoch über Kopf hängen ganz viele Fernsehapparate und zeigen seltsame Bilder. Leg dich doch mal darunter. Man kann auch anders in die Röhre gucken! © WDR 2009 [Zur Audiodatei]

von Ferdinand Theodor Hildebrandt (1804 - 1874)Hast du schon einmal einen Krimi gesehen oder gelesen? Einer der spannendsten Augenblicke ist der Moment kurz bevor etwas passiert: Wenn Täter und Gefahr bereits auf das Opfer lauern. Solche Momente haben die Menschen schon immer fasziniert. Auf unserem aktuellen Bild siehst du eine solche Szene. Ferdinand Theodor Hildebrandt hat sie im Düsseldorf Theater gesehen und nachgemalt. Das Bild "Die Ermordung der Söhne Eduards des Vierten" zeigt ein Verbrechen, das vor über 500 Jahren in London wirklich passiert sein könnte. Bis heute ist der Fall nicht völlig aufgeklärt. Woran die beiden kleinen königlichen Brüder gestorben sind, weiß keiner genau. Ein echter Krimi, ein Fall für einen Kommissar. © WDR 2009 [Zur Audiodatei]

nach Rachel Ruysch (1664-1750)Öl auf Leinwand, 56,5 x 43 cmHast du schon einmal ein Foto von einem besonders guten Essen oder einem Blumenstrauß gemacht? Vor der Erfindung der Fotografie haben die Menschen so etwas in Stillleben festgehalten. Das sind Bilder, auf denen statt Menschen Gegenstände abgebildet sind. Die Bilder zeigen "stilles" Leben und einen besonderen Stil der Zeit: Was hat man damals gegessen, welche Kostbarkeiten gab es im Haus? So zeigten die reichen Herren mit den Bildern gern, wie wohlhabend sie waren.Die meisten Bilder sind von Männern gemalt. Es war deshalb außergewöhnlich, wenn eine Frau am Hofe für den Kurfürsten malte. Rachel Ruysch war eine dieser wenigen Frauen. Ihre Blumenbilder, die sie vor über 280 Jahren gemalt hat, sind noch heute weltberühmt. Aber Moment... gerade bewegt sich was auf dem Bild rechts unten - eine Schnecke?! Was die da wohl zu suchen hat? © WDR 2009 [Zur Audiodatei]

Kennst du das? Du sitzt vor einem weißen Blatt Papier und weißt nicht, was du malen sollst? Dabei liegen die besten Bilder auf der Straße. Vielleicht sogar direkt vor deinem Fenster? Der berühmte Künstler Andreas Achenbach hat den Blick aus seinem Elternhaus gemalt. Damals - 1826 - war Andreas 16 Jahre alt und Mitglied der Düsseldorfer Kunstakademie. Was haben wohl die Lehrer von Andreas zu seinem Motiv gesagt? Wir erzählen dir das wahre Märchen von einem, der seinen eigenen Augen traute. © WDR 2009 [Zur Audiodatei]

von Yves Klein (1928-1962)1960, Holz, Schwämme, Pigment in Aceton gelöst, 230 x 154 cmWie viele Farben nimmst du, wenn du ein Bild malst? Zwei, drei, mehr? Dem Künstler Yves Klein genügte ein tiefes Blau. Dieser geheimnisvolle Farbton zwischen Himmel- und Ozeanblau war seine absolute Lieblingsfarbe. Der Franzose hat sie selbst erfunden, aus Pulver hergestellt und fast nur blaue Bilder gemalt. Sie heißt deshalb auch "Yves-Klein-Blau". Manchmal hat der Künstler auch andere Gegenstände auf seine flache Leinwand geklebt, wie in seinem "Schwammrelief" von 1960. Darauf siehst du ganz viele Badeschwämme. Sie sind die Knochen von Lebewesen, die ursprünglich im Meer schwammen. Zwei von den Schwämmen (links unten) erinnern sich noch gut an ihr Leben in dieser anderen Welt. Und die war natürlich auch tiefblau. © WDR 2009 [Zur Audiodatei]





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