Lebenszeichen

Ältere Frau mit Kopfhörern liegt auf einer Wiese und hat ihren kopf auf die Hand gestützt; sie schaut zufrieden und interessiert (Rechte: photos.com)

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Lebenszeichen im WDR 3-Radio zum Mitnehmen

Im Mittelpunkt von "WDR 3 Lebenszeichen" steht das Subjekt "Mensch": Sein Zusammenleben mit anderen in Familie, Partnerschaft oder im Berufsleben; sein Widerstand gegen Ideologien und Verhältnisse, die ihn zum Objekt degradieren wollen; sein Umgang mit Glück und Wohlstand, aber auch mit Krankheit und Trauer; seine Suche nach dem "aufrechten Gang". Ausgehend von den gelebten Erfahrungen unterschiedlicher Zeitgenossen will "WDR 3 Lebenszeichen" Orientierung vermitteln - vor christlichem, aber auch vor nicht-christlichem Hintergrund. Die Sendungen fragen nach den ethischen Grenzen bei gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Problemen; sie versuchen damit, Maßstäbe aufzuzeigen. Über die bloße Information hinaus wollen sie Analyse, Nachdenklichkeit und Ermutigung vermitteln.

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"Für die Menschen bestellt" /Zum 125. Geburtstag des Kölner Kardinals Josef Frings /Von Kirsten Serup-Bilfeldt /Das "Fringsen" hat ihn weit über Köln und das Rheinland hinaus bekannt gemacht. Der Erzbischof von Köln hatte in seiner Silvesterpredigt 1946 den "Mundraub in Zeiten der Not" moralisch erlaubt genannt. Doch Josef Kardinal Frings war mehr als nur ein volksnaher Kölner Erzbischof. Seine Persönlichkeit prägte nicht nur seine Kirche, sondern drückte auch der Politik im Nachkriegsdeutschland seinen ganz eigenen Stempel auf. Bis heute unvergessen ist seine Rolle als Not-Helfer und Anwalt der Kölner bei den alliierten Besatzungsbehörden nach Kriegsende. Ebenso unvergessen ist sein Einfluss auf das Zweite Vatikanische Konzil, bei dem sein wichtigster Helfer ein junger Bonner Theologieprofessor namens Joseph Ratzinger war. /Redaktion Theodor Dierkes © WDR 2012 [Zur Audiodatei]

...auf Wegen und Irrwegen zur Inneren Mitte /Wie sich immer mehr Menschen in eine Welt der Wünsche verführen lassen. / Von Wolfgang Meyer /Wird es mit dem neuen Job klappen? Werde ich meine Krebserkrankung in den Griff bekommen? Die Wahrsagerbranche boomt. Und jene, die sich auf Handlesen und Kartenlegen einlassen, schwören auch auf Bachblüten oder Wiedergeburtsrituale. Die meisten dieser Gläubigen wenden alternative Heilmethoden an und sind davon überzeugt, dass der Stand der Sonne und der Sterne das körperliche und seelische Wohlbefinden beeinflussen. /Soziologen stellen fest: Mittlerweile sind jene Menschen, die nichts mit Esoterik im Sinn haben, eine Minderheit. Nicht wenige Menschen geraten auf ihrem Kurs zur inneren Mitte in Seelennot. Was ist hilfreich beim Streben nach dem körperlichen und seelischen Gleichklang? Wo drohen Absturz und Ausbeutung? /Redaktion Christina-Maria Purkert © WDR 2012 [Zur Audiodatei]

Schatten der Erinnerung /Ungewöhnliche Wege zum Seelenfrieden /Von Geseko von Lüpke /Wenn ein Mensch etwas erlebt oder erleidet, was mehr ist, als seine Seele fassen kann, entsteht eine tiefe Traumatisierung - etwa durch Folter, miterlebte Terroranschläge oder Krieg. Viele Deutsche spüren nach der Nazi-Diktatur seelische Folgen, die trotz ehrlich gemeinter "Vergangenheitsbewältigung" immer noch wirken. Aufklärung der historischen Fakten und Anklage der Hauptschuldigen sind nur ein erster Schritt - erst die emotionale oder auch spirituelle Beschäftigung mit den Schatten der Geschichte hilft, das Trauma zu überwinden. Andere Kulturen gehen mit dem Thema möglicherweise leichter um. Der Autor sprach u. a. mit der Japanerin T. Matsubara, Zeugin des Atombomben-Abwurfs über Hiroshima, und dem südafrikanischen Mithäftling von Nelson Mandela, Lionel Davis. Sie fanden Wege, die Schatten der Erinnerung zu bearbeiten und Verzweiflung in Ermutigung zu verwandeln. / Redaktion Barbara Justine Zechmeister © WDR 2012 [Zur Audiodatei]

Gut gehütetes Geheimnis eines Todes / Von der Selbsttötung meines Vaters und meinem Leben danach /Von Ursula Schmees /Je älter die Menschen werden, desto näher kommen sie dem Tod. Oder auch früher. In Deutschland nehmen sich jedes Jahr rund 10.000 Menschen das Leben. Im Suizid sagt ein zutiefst verzweifeltes Ich Nein zu seinem Leben und zu seiner Umwelt. Bei vielen Menschen löst ein Suizid in ihrer Umgebung seelisches oder körperliches Leid aus. Denn jedes Ich hat auch ein Du: Angehörige, Partner, Kinder, Freunde, Kollegen, Nachbarn. Der aus dem Leben geschiedene Mensch reicht quälende Fragen und Gefühle an sie weiter. Von einem solchen Nachlass erzählt diese Geschichte. Ein Mann kehrt aus dem Krieg heim, gründet eine Familie und verlässt sie durch seinen selbst gesetzten Tod. Wie lebt die Tochter mit dem Tod des Vaters weiter? /Redaktion Theodor Dierkes © WDR 2012 [Zur Audiodatei]

Scheidung statt Silberhochzeit /Trennung "nach all den Jahren" /Von Karin Lamsfuß /Sie haben so viel miteinander durchgemacht: Das Haus gebaut, die Kinder großgezogen, den Vater gepflegt. Und dann das: Einer von beiden schmeißt das Handtuch und geht. Einfach so. Weil es das noch nicht gewesen sein kann. Oder weil er eine Jüngere hat oder sie endlich tun und lassen möchte, was sie will. Und weil sie merken, wie wenig sie einander noch zu sagen haben. Bei einigen begann die Leere, als die Kinder das Haus verließen - als die gemeinsame Aufgabe erfüllt war. Die Zahl der Paare, die sich nach vielen gemeinsamen Jahren trennen, hat sich in den letzten zehn Jahren verdreifacht. Manchmal sind die Folgen dramatisch: Loyalitätskonflikte der erwachsenen Kinder, Alkoholexzesse, Sinnkrisen und Existenzängste. Nicht nur dem Verlassenen fällt es schwer, in dem Neuanfang auch eine Chance zu sehen. Es gehört Mut dazu, vergessene Talente wieder zu beleben - aber es kann auch einen regelrechten Energieschub auslösen. /Redaktion Ingrid König © WDR 2012 [Zur Audiodatei]

Selig, wer sich Mühe gibt /Auf das Leben - inmitten coolen Strebens /Von Frank Schüre /Warum sollte ich mir Mühe geben mit dem, was zu tun ist? Weil ich nur im Tun den Sinn und die Freude daran finde - und Mühe führt mich mitten hinein. Bemühe ich mich wirklich, dann gerate ich in das Zusammenwirken dieses wunderbaren Wortpaares - ich erlebe das Müh-Selige. Das ist selten im alltäglichen Leistungsdruck, das ist ein Aufleben und Aufgehen in der Aktivität. Dafür zählt alles komplett Uncoole: Geduld, Ausdauer und Einsatz aus Prinzip. Also ein Ja ohne Wenn-und-aber zu allem, was ansteht, ein Sich-Anvertrauen der Mutter wirklichen Gelingens, der Wiederholung. Und es braucht ein Vorbild - jemand, der so lebt: in der Seele der Mühe. /Redaktion Christina-Maria Purkert © WDR 2011 [Zur Audiodatei]

"Vom Himmel hoch ..." /Weihnachten im evangelischen Pfarrhaus. /Von Kirsten Serup-Bilfeldt /Eine Bürgerstube mit einem kerzengeschmückten Christbaum, um den Familie und Freunde versammelt sind: der Reformator Martin Luther, seine Frau Katharina, der Freund Philipp Melanchthon und die Kinder - so stellte ein Künstler des 19. Jahrhunderts das Weihnachtsfest im ersten evangelischen Pfarrhaus der Geschichte dar.Auch wenn diese noch ganz anders aussahen: Aus den Christfesten im "Schwarzen Kloster" zu Wittenberg hat sich eine eigene evangelische Tradition herausgebildet, die vielfach bis heute das Weihnachtsfest in Pfarrhaus und Gemeinde prägt. Die Weihnacht im evangelischen Pfarrhaus hat seit fast 500 Jahren immer wieder auch ihren Niederschlag in Kunst, Literatur und Musik gefunden hat. / Redaktion Christina-Maria Purkert © WDR 2011 [Zur Audiodatei]

Der Herrgott will, dass wir genießen! / Ist leckeres Essen eine Frage des Glaubens? /Von Hannelore Hippe /Gutes Essen gibt es fast nur in katholisch geprägten Landstrichen, das weiß doch jeder. Preußen essen Hering und Klopse - meist lieblos zubereitet. Und Badenser laben sich an raffinierten Ragouts und Pastetchen, fast wie in Frankreich. Ist das wirklich so und ist dafür die jeweilige christliche Prägung verantwortlich? Wenn ja, wie passen dann die Württemberger ins Bild, die evangelisch spitzenmäßig kochen können? Oder sind sie der Ausrutscher, der die Regel bestätigt? Die Autorin schaut in evangelische wie katholische Töpfe und diskutiert das leckere Thema mit Genießern aller Art. / Redaktion Barbara Justine Zechmeister © WDR 2011 [Zur Audiodatei]

Morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt! /Die Nachtseite des Lebens /Von Burkhard Reinartz / Wenn es dunkel wird, geht eine neue Welt auf. Im milden Licht der Sterne oder dem harten Strahl künstlicher Beleuchtung regiert für manche Gefährliches, Nachdenkliches und Sehnsüchtiges. In der westlichen Kultur gilt der "helle" Tag als das Gute und Erstrebenswerte. Es ist die Nacht, in der sich Dr. Jekyll in Mr. Hyde verwandelt. Der Mystiker Johannes vom Kreuz sprach von der "dunklen Nacht der Seele" und die Sufis preisen die Dunkelheit als Raum der Erkenntnis. Der Schlaf bringt den einen Alpträume, anderen aber Visionen. Wer abends das Licht seines Bewusstseins ausknipst, weiß nie, ob es am anderen Morgen wieder ans Licht kommt. /Reaktion Theo Dierkes © WDR 2011 [Zur Audiodatei]

Nichts geschieht aus uns allein /Über die verwandelnde Kraft der Demut /Von Lisa Laurenz /Sie hilft, Dinge anzunehmen, die nicht zu ändern sind. Sie entfaltet ihre Kraft vielleicht gerade in den schwierigsten Augenblicken. Bei einer Krankheit, einem Misserfolg oder einem Schicksalsschlag. Demut ist anzuerkennen, dass es etwas gibt, das größer und mächtiger ist als alle Vernunft und alles Wollen. Aber diese christliche Tugend hat im Bewusstsein der Menschen stark an Bedeutung verloren. Überheblichkeit und Stolz sind ihre Gegenspieler, nicht Demütigung, Unterdrückung und Selbsterniedrigung. Echte Demut befreit aus der Ichbezogenheit und öffnet religiösen Menschen den Weg zum Göttlichen und anderen einen inneren Raum, in dem Lernen und Erneuerung möglich sind. /Redaktion Theodor Dierkes © WDR 2011 [Zur Audiodatei]

Die nahen Fremden /Von lieben, guten und bösen Nachbarn /Von Ute Naumann /Wir haben Nachbarn und sie haben uns - man ist sich sympathisch, gleichgültig oder kann sich nicht riechen, gießt im Urlaub wechselseitig die Blumen oder geht sich aus dem Weg. Gewalttätige Auseinandersetzungen kommen in den besten Kreisen vor, und manche Fehde überdauert Generationen. In Internetforen suchen wir Rat bei Nachbarschafts-Streitigkeiten, aus Beschwerden werden schon mal üble Beleidigungen. Und soziale Kontrolle ist unausweichlich. Dass sie nicht nur negativ ist, zeigen Zeitungsnotizen: Eine alte Frau konnte gerettet werden, weil fürsorglichen Nachbarn auffiel, dass sie morgens nicht wie üblich zum Bäcker gegangen war. Und auch das gehört zum Thema: Die multikulturelle Euphorie früherer Jahre hat sich versachlicht. Und es gibt mehr Toleranz, als spektakuläre Berichte aus Problemvierteln vermuten lassen. /Redaktion Ingrid König © WDR 2011 [Zur Audiodatei]

Ganz privat: Das Glaubensbekenntnis Was glauben wir eigentlich und wozu? Von Irene Dänzer-VanottiIn jedem Gottesdienst - evangelisch oder katholisch - wird dasGlaubensbekenntnis gesprochen, zumindest murmeln fast alle den Text mit. Als zentrale Aussage dessen, was Christen heute tatsächlich glauben, kann es aber nicht mehr gelten. Selbst diejenigen, die sich zum Christentum bekennen, sind nicht von allem überzeugt, was das Glaubensbekenntnis sagt oder die Kirche lehrt. So haben sich die meisten Menschen aus den Grundelementen der Bibel einen individuellen Glauben zusammengesetzt, der von persönlichen Bedürfnissen und vom Zeitgeist gleichermaßen beeinflusst ist. Gibt es aber noch Elemente des Christentums - wie etwa die Bedeutung der Kreuzigung - , die man glauben muss, um sich überhaupt Christ nennen zu können? Die Sendung stellt den Glauben im Wandel dar. Redaktion Christina-Maria Purkert © WDR 2011 [Zur Audiodatei]

Ganz privat: Das Glaubensbekenntnis /Was glauben wir eigentlich und wozu? /Von Irene Dänzer-Vanotti /In jedem Gottesdienst - evangelisch oder katholisch - wird dasGlaubensbekenntnis gesprochen, zumindest murmeln fast alle den Text mit. Als zentrale Aussage dessen, was Christen heute tatsächlich glauben, kann es aber nicht mehr gelten. Selbst diejenigen, die sich zum Christentum bekennen, sind nicht von allem überzeugt, was das Glaubensbekenntnis sagt oder die Kirche lehrt. So haben sich die meisten Menschen aus den Grundelementen der Bibel einen individuellen Glauben zusammengesetzt, der von persönlichen Bedürfnissen und vom Zeitgeist gleichermaßen beeinflusst ist. Gibt es aber noch Elemente des Christentums - wie etwa die Bedeutung der Kreuzigung - , die man glauben muss, um sich überhaupt Christ nennen zu können? Die Sendung stellt den Glauben im Wandel dar. / Redaktion Christina-Maria Purkert © WDR 2011 [Zur Audiodatei]

Religion per Klingelton /Ägyptischer Alltag zwischen Koran und Konsumwelt /Von Cornelia Wegerhoff /Wenn bei Somaya das Handy klingelt, ertönen fromme muslimische Lieder. Popmusik mag sie nicht. "So was bringt nichts", erklärt die junge Ägypterin auf Deutsch. Die 23-Jährige hat an der Al-Azhar-Universität in Kairo Germanistik studiert. Jetzt vor den ersten freien Parlamentswahlen in Ägypten ist Somaya als Wahlhelferin für die Partei der Moslembruderschaft unterwegs. Aber sie geht auch gern stundenlang shoppen: Im "City Stars", Kairos größtem Konsumtempel. Dort gibt es auf jeder Etage einen Gebetsraum.Cornelia Wegerhoff begleitete sie und andere ägyptische Muslime durch ihren Alltag: Streng konservative und liberalere Gläubige und solche, die den lieben Gott einfach nur einen guten Mann sein lassen.Redaktion Ingrid König © WDR 2011 [Zur Audiodatei]

Gott hat Lust auf Stadt / Ein Wüstenkloster mitten in Köln: die Gemeinschaften von Jerusalem / Von Ulrike Longerich und Birgit Stollhoff / "In der Wüste der Stadt als Mönch und Nonne leben" ist der Anspruch der Brüder und Schwestern der Gemeinschaften von Jerusalem. Im Herzen der Kölner Altstadt, umgeben von Kneipen und Kommerz liegt das Kloster dieses jungen Ordens. Brauchen die Kölner ein Wüstenkloster in ihrer Stadt?Die Collage nimmt die Hörer mit auf einen Rundgang durch das Kloster. Nonnen und Mönche erzählen offen von ihrem Alltag, ihrem Weg in die Gemeinschaft und sie laden ein, in ihre Gesänge einzutauchen. / Redaktion Theodor Dierkes © WDR 2011 [Zur Audiodatei]

Traumhochzeiten /Ritual ohne Qual? /Von Hans Volkmar Findeisen /Früher ging es beim Hochzeiten eher hölzern zu. Und bescheiden. Alles ging seinen geregelten Gang. Das Aufgebot, den Pfarrer, das Nebenzimmer im Dorfkrug und ein paar Verwandte bestellt, und das war es auch schon. Heute träumen junge Paare von Traumhochzeiten wie bei den Royals. Hochzeitsmessen und Hochzeitsplaner, eine Art persönlicher Zeremonienmeister und Protokollchef, helfen ihnen, damit der Schritt in die gemeinsame Zukunft möglichst individuell und maßgeschneidert über die Bühne gehen kann. Eine dieser Traumhochzeiten hat unser Autor hat auf Burg Hohenzollern mit verfolgt und herauszufinden versucht, wie das jungte Brautpaar das Schaulaufen zwischen Tradition und Moderne und zwischen alten und neuen Ritualen und Zumutungen gemeistert hat. / Redaktion Christina-Maria Purkert © WDR 2011 [Zur Audiodatei]

Kain, wo ist dein Bruder? /Über einen humanen Umgang mit Opfern und Tätern /Von Doris Weber /Widmen die Gesellschaft den Tätern mehr Aufmerksamkeit als den Opfern? Gerade bei schrecklichen Gewalttaten gibt die Öffentlichkeit dem starken Impuls nach, alles über den Täter wissen zu wollen, in der Hoffnung, das Unfassbare verstehen können. Die Opfer erfahren Anteilnahme und Mitgefühl und stehen bald nicht mehr im Blickfeld der Öffentlichkeit. Eine Mutter, deren Tochter von dem Amokläufer in Winnenden getötet wurde, kritisiert, dass die Angehörigen als Opfer kaum Gehör finden. Missbrauchsopfer klagen so auch gegen die Kirche, sie fühlten sich von ihr vergessen. Antwort darauf versucht der Jesuit Klaus Mertes mit einer neuen "Theologie der Sühne". / Redaktion Theodor Dierkes © WDR 2011 [Zur Audiodatei]

Bruttosozialglück / Leben ohne Fortschrittsglauben? /Von Christoph Fleischmann /Das Unbehagen am scheinbar unendlich fortsetzbaren Wirtschaftswachstum mehrt sich: Ist es angesichts knapper Ressourcen überhaupt noch möglich und angesichts von Wirtschaftskrisen wünschenswert? Der Bundestag lässt inzwischen nach neuen Indikatoren für eine zukunftsfeste Wirtschaftspolitik suchen: Nicht allein das Wachstum des Bruttosozialproduktes soll die Politik leiten. Aber braucht unsere Wirtschaft das Wachstum nicht wie der Süchtige seinen Stoff? Und sind wir nicht auch kulturell so geprägt, dass wir auf ein besseres Morgen hin leben, in dem es mehr gibt als heute? Was hat dieser Wunsch nach Mehr mit unserer christlichen Tradition zu tun? Ist es Zufall, dass ein vom Buddhismus geprägtes Land, das Königreich Bhutan, als erstes konsequent sein Bruttosozialglück sucht? /Redaktion Christina-Maria Purkert / © WDR 2011 [Zur Audiodatei]

Du brauchst keine Angst zu haben, vor gar nichts /Wie sich Menschen nach einer Nahtod-Erfahrung verändern /Von Mechthild Müser /Seit etwa 35 Jahren werden in Deutschland Schilderungen von Nahtod-Erlebnissen veröffentlicht. Menschen beschreiben, wie sie sich an der Schwelle zum Tod aus ihrem Körper lösen und zu neuen Ufern aufbrechen, manchmal nur bis zur Zimmerdecke hochsteigen, manchmal aber auch durch Tunnel gleiten in ein helles Licht hinein. Ihre Schmerzen verschwinden, sie erfahren tiefe Geborgenheit, Frieden und Liebe. Nur wenige berichten Negatives. Wissenschaftler suchen nach Erklärungen solcher "merkwürdigen" Erlebnisse, bleiben bislang aber in Vermutungen stecken. Eins jedoch lässt sich mit Sicherheit sagen: eine positive Nahtod-Erfahrung verändert den, der sie erlebt. Die Angst vor dem Tod verschwindet, Materielles verliert an Bedeutung, soziales Engagement wächst. / Redaktion Christina-Maria Purkert © WDR 2011 [Zur Audiodatei]

"Ein impertinentes Frauenzimmer!" /Mary Ward: Kämpferin, "Ketzerin", Visionärin /Von Kirsten Serup-Bilfeldt /"Gallopping nuns" - "Herumstreunende Nonnen"- mit diesem Schimpfnamen wurden sie bezeichnet, die Frauen um Mary Ward. Im 16. Jh wollte die Engländerin eine moderne Ordensgemeinschaft gründen. Sie scheiterte. Der Ketzerei verdächtigt, wurden ihre Gemeinschaft und deren Einrichtungen verboten. Und trotzdem: Seit über 400 Jahren gibt es den Orden der "Englischen Fräulein", inzwischen "Congregatio Jesu" genannt. Überlebt haben sie dank ihrer damals schon fortschrittlichen Mädchenbildung und Schulen. Erst Anfang des 20. Jhs erkannte der Vatikan den Orden ganz offiziell an. Aktuell engagieren sich die rund 2000 Schwestern weltweit in der Bildung, im sozialen Bereich und in geistlichen Angeboten. /Redaktion Barbara Justine Zechmeister © WDR 2011 [Zur Audiodatei]

"In meiner Liebe bleibst du mir nahe" - /Wie Eltern den Tod ihres Kindes überleben /Von Burkhard Reinartz /Der Tod eines Kindes gehört zu den schmerzlichsten menschlichen Erfahrungen. Am zweiten Weihnachtstag 2004 bricht die 22 jährige Julia bewusstlos zusammen. Nach zwei Tagen im Koma stirbt die junge Frau. Nach einem solchen Schock wollen viele Eltern ihrem toten Kind nachfolgen. Manche bleiben im Schmerz stecken. Julias Eltern erzählen, wie es ihnen gelungen ist, in liebender Verbindung mit der Verstorbenen mutig weiter zu leben. Lange Zeit hieß es, man müsse die Toten loslassen und versuchen, den quälenden Schmerz zu vergessen. Seit einigen Jahren beginnt sich ein anderer Weg durchzusetzen. Der Psychotherapeut Roland Kachler - selbst Vater eines verstorbenen Sohnes - zeigt, wie es möglich ist, den Verlust zu akzeptieren und sich gleichzeitig in Liebe mit den verstorbenen Kindern zu verbinden. /Redaktion Theodor Dierkes © WDR 2011 [Zur Audiodatei]

Jüdisch - Christliche Leitkultur /Ein Spurensuche zwischen Fiktion und Vision /Von Günther B. Ginzel /Plötzlich ist sie in vieler Munde: Die Rede von der "christlich-jüdischen Kultur Deutschlands". Selbst eine christlich-jüdischen "Leitkultur" wird beschworen. Zu den frühen Kindheitserinnerungen des Autors zählt ein Nachbarsjunge, der ihn anfuhr: "Günther, geh dahin, du hingehörst." Und er stammelte: "Wo soll ich hingehen, ich bin doch hier zu Hause." Die Antwort: ein hämisches Grinsen. Vielleicht sind es solche Erfahrungen, die den Autor skeptisch stimmen, wenn plötzlich die heile Welt einer gemeinsamen jüdisch-christlich geprägten Kultur gepriesen wird. Richtet sich dieses neue "Wir" nicht vor allem gegen jemanden? Gegen Ausländer? Gegen Muslime? Andererseits: Ist es nicht doch ein Fortschritt, wenn die Beschwörer des "christlichen Abendlands" nunmehr auch die jüdischen Wurzeln erwähnen?/Redaktion Theo Dierkes © WDR 2011 [Zur Audiodatei]

"Es tut so weh wie eine gescheiterte Liebe" /Wenn Freundschaften zerbrechen /Von Andrea Lieblang /Oft kommt der Abschied schleichend, selten ist es ein abruptes Ende. Die Gründe für das Scheitern einer Freundschaft sind vielfältig: mangelnde Ehrlichkeit, verletzte Loyalität, zu hohe oder einfach andere Erwartungen. Aber auch: das zu späte Ansprechen dessen, was sich wie ein Dorn in die einst so vertraute Beziehung gebohrt hat. Dahinter steckt die pure Angst, sich vor der anderen, dem anderen in seiner ganzen Verletztheit zu zeigen. /Redaktion Barbara Justine Zechmeister © WDR 2011 [Zur Audiodatei]