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Uralt und ursprünglich? /Schamanismus auf dem Prüfstand /Von Hans-Volkmar Findeisen / Schamanismus und Schamanen haben Konjunktur in der Kunst, in der Literatur, in der Musik, in der Esoterikszene und vor allem bei den Völkern der ehemaligen Sowjetunion. Doch der Boom hat eine unbemerkte Kehrseite. Seit einigen Jahren setzen sich in Deutschland Kultur- und Religionswissenschaftler sehr kritisch mit dem Schamanismus auseinander. Sie fragen: Ist der Schamanismus tatsächlich die ursprünglichste Form der Religion? Oder ist er nicht vielmehr eine Projektionsfläche neuzeitlicher Zivilisationsmüdigkeit und Identitätssuche? Sie sehen in der scheinbaren Ursprünglichkeit nur Inszenierungen für einen weltweiten Markt. /Redaktion Christina-Maria Purkert © WDR 2010 [Zur Audiodatei]
Aus Wein muss wieder Wasser werden /Alkoholismus bei Priestern /Von Monika Griebeler /Reden halten, macht ihm Angst. Die Hände zittern, Schweißperlen stehen ihm auf der Stirn. Also: Erstmal ein Gläschen Cognac. So wie der Arzt es ihm geraten hat. Dann kann Pfarrer Stefan Ried auf die Kanzel steigen und zu seiner Gemeinde predigen. Woche für Woche. Bis er schließlich am Ende ist. Schätzungen zufolge sind etwa sieben bis zehn Prozent der Geistlichen - evangelische genauso wie katholische - suchtkrank; ähnlich viele wie bei den Ärzten, Lehrern oder Journalisten. In diesen Berufsgruppen ist die Alkoholabhängigkeit etwa doppelt so hoch wie in der übrigen Bevölkerung. Doch: Ein alkoholkranker Priester widerspricht dem moralischen Anspruch der Kirche. Dementsprechend war Alkoholismus bei Geistlichen für die katholische Kirche jahrzehntelang ein Tabu-Thema. Inzwischen hat ein Umdenken eingesetzt. /Redaktion Christina-Maria Purkert © WDR 2010 [Zur Audiodatei]
Es muss nicht alles sein im Leben /Pläne sind schön ... doch sie können auch zur Last werden / Von Doris Weber /Es ist schön, Pläne zu haben. Es ist schön, ein Ziel anzustreben. Doch Pläne können auch zur Last werden, wenn sie die Menschen vor sich her treiben - immer weiter, immer schneller, immer höher, und wenn der Moment verpasst wird, an dem man sich sagen kann: Mir reicht`s . Denn manchmal muss man Abschiednehmen von Lebensplänen, die sich nicht erfüllen lassen. Aber wann darf man sagen: Es muss nicht alles sein im Leben? Wann ist es kluge Einsicht in die eigene Begrenztheit - wann ist es Resignation, weil die Ziele zu weit gesteckt waren und nun der Atem nicht mehr reicht? Pläne fordern einen Menschen heraus, sich in jeder einzelnen Etappe des Lebens neu zu fragen: Ist dieser Plan wirklich noch mein Plan - ist es mein Leben, das ich lebe - oder werde ich gelebt, zum Beispiel von meinen Plänen? Und es kann heilsam sein, sich von eigenen Plänen zu verabschieden, bevor sie den Menschen auf die falsche Lebensspur setzen. /Redaktion Barbara J. Zechmeister © WDR 2010 [Zur Audiodatei]
Warum Sara lachte /Über das Gelächter in Bibel und Kirche /Von Friedrich Grotjahn /Der erste Mensch, von dem erzählt wird, dass er spontan losgelacht habe, war die 90jährige Sara, die Frau des alttestamentlichen Patriarchen Abraham. Sie lachte, als sie hörte, sie werde einen Sohn zur Welt bringen. Ob sie diese Ankündigung einfach nur komisch fand, oder ob sie darin einen anderen Grund zur Freude sah, darüber gehen die Meinungen der Bibelausleger auseinander. Und auch sonst hat es - wenn die christliche Religion aufs Ganze gesehen auch sehr ernsthaft daher kommt - in der Bibel und im Verlauf der Kirchengeschichte immer wieder Anlässe gegeben, in Gelächter auszubrechen, in was für eins auch immer. /(Wiederholung vom 06.06.1999) /Redaktion Ekkehard Pohlmann © WDR 2010 [Zur Audiodatei]
"Das, was wir tun, ist immer nur der Stein des Anstoßes" /Evangelische Entwicklungshilfe in China /Von Claus Röck /Die Diskussion ist nicht neu: Die Entwicklungshilfe für China zu streichen, denn das Land spielt wegen seiner wirtschaftlichen Bedeutung und des politischen Einflusses eine Schlüsselrolle in der Weltpolitik. Dennoch leben in China rund 600 Millionen Menschen unter 2 Dollar am Tag. Die Mitarbeiter des Evangelischen Entwicklungsdienstes haben schon viel Armut gesehen, doch die Verhältnisse in Käfigwohnungen in Hongkong oder die Situation von Sexarbeiterinnen in Macau schockieren sie. Sie helfen, zivilgesellschaftliche Organisationen mitaufzubauen, zeigen, wie Sozialarbeit geht. Entwicklungszusammenarbeit ist notwendig, um politische demokratische Spielräume zu schaffen, das ist ihre Überzeugung. /Produktion des NDR 2009 /Redaktion Barbara J. Zechmeister © WDR 2010 [Zur Audiodatei]
Zukunft entsteht aus Krisen / Anmerkungen über das verborgene Potential von Umbrüchen / Von Geseko von Lüpke / Es sei ein Verbrechen, eine Krise ungenutzt vorbei gehen zu lassen hat die amerikanische Zukunftsforscherin Hazel Henderson hat einmal gesagt. Was christliche Seelsorge schon lange weiß, wird nun auch langsam in der Welt von Politik und Wirtschaft begriffen: In Zeiten von Umbrüchen kann sich das Neue am ehesten durchsetzen. Die wachsende soziale Instabilität, die Krise der Finanzmärkte, das Welthungerproblem, die globale Erwärmung und die geistig-spirituelle Werte- und Orientierungskrise werden dabei zunehmend als Teile einer Krisendynamik erkannt, die nur durch neue Denkweisen aufgelöst werden kann. Folgt man dieser Sichtweise, dann befinden wir uns nicht am krisenhaften ’Ende der Zeiten’, sondern inmitten eines herausfordernden Wandlungsprozesses, der kreativ beeinflusst werden kann. / Redaktion: Christina-Maria Purkert © WDR 2010 [Zur Audiodatei]
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