Erlebte Geschichten
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Weltmeister auf Kufen /Hans-Jürgen Bäumler, Eiskunstläufer und Schauspieler /Eine Sendung von Ursula Deutschendorf /Sie waren das erfolgreichste deutsche Paar auf dem Eis, in den 1960er Jahren sorgten sie für leere Straßen, weil Deutschland vor dem Fernseher saß, um zu verfolgen, wie das Paar nach Titeln und Medaillen strebte und oft ganz oben auf dem Siegerpodest stand: Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler. 1942 geboren, war Bäumler Ende der 1950er Jahre unter den besten drei deutschen Eiskunstläufern, ehe er zum Paarlauf wechselte und mit Marika Kilius nach der Nummer 1 strebte. Was mehrfach gelang: Zweimal wurden die beiden Weltmeister, bei Olympia reichte es aber "nur" zu Silber. Hans-Jürgen Bäumler versuchte sich später als Schlagersänger mit eher mäßigem Erfolg, ehe er sich bis heute der Schauspielerei verschrieb. Der 70jährige lebt an der Cote d’Azur. /Redaktion Mark vom Hofe © WDR 2012 [Zur Audiodatei]
"Es ging ums Überleben ..." /Michael Degen, Schauspieler, über seine Kindheit /Eine Sendung von Gretel Rieber /Michael Degen, der am 31. Januar 2002 80 Jahre alt wird, war elf, als er mit seiner Mutter in Berlin untertauchte, weil auch den letzten noch in Berlin lebenden Juden der Abtransport ins KZ drohte. Der Vater war schon 1939 von den Nazis abgeholt worden; kurz danach starb er, schwer lungenkrank, an der Folgen der Folter, die er dort erlitten hatte. Michael Degen und seine Mutter überlebten die Bombardierung Berlins, ohne wie Andere in Luftschutzkeller flüchten zu können. Als Juden mussten sie sich ständig verstecken: Zunächst bei einer adligen Russin, dann bei der Betreiberin eines Bordells, in Gartenlauben, schließlich in der Gärtnerei eines früheren Kommunisten. Besonders gefährlich wurde es für die beiden zum Kriegsende: Der russische Offizier, der Michael Degen und Mutter in der Gärtnerei aufspürte und verhörte, hielt sie für Nazis und wollte nicht glauben, dass sie als Juden überlebt hatten. Erst als Michael auf Weisung des Offiziers das Kaddisch sprach, das jüdische Totengebet, wurde ihnen geglaubt. /Redaktion: Mark vom Hofe © WDR 2012 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Wolfgang SternsteinHintergrund: Friedensaktivist, übt aktiv zivilen Ungehorsam in der Anti-Atomkraftbewegung aus, wurde mehrfach verurteilt, saß insgesamt ein Jahr im GefängnisAutorin: Cornelia Beuel © WDR 2012 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Ingfried HoffmannHintergrund: Komponist von Liedern für Sesamstraße und der Sendung mit der Maus, spielte mit Klaus DoldingerAutorin: Monika Salchert © WDR 2012 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Helmut RecknagelHintergrund: Ski-Springer-Legende aus der DDR, war Weltmeister, Olympiasieger, mehrfacher Gewinner der Vierschanzen-TourneeAutor: Levent Aktoprak © WDR 2012 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Edith SilberHintergrund: am Niederrhein geboren, emigrierte 1938 mit weiteren jüdischen jungen Menschen nach Argentinien, starb dort 2011Autorin: Erika Harzer © WDR 2012 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Ursula Kloth alias Gonda Sureen, die Elastik-AkrobatinHintergrund: Gonda Sureen gewann Preisausschreiben eines Strumpfherstellers 1951, präsentierte ihre Beine und Nylons vier Wochen in Amerika als erstem PreisAutorin: Margot Overath © WDR 2012 [Zur Audiodatei]
Eine Frau mit Maß /Marianne Sägebrecht, Schauspielerin /Eine Sendung von Joe Schevardo /Marianne Sägebrecht ist eine Frau mit Maß, stattlich, rundlich, ein bayerisches Unikum - eine Schauspielerin, die wegen ihrer Skurrilität und ihrer Schrulligkeit wiederholt Rollen in Spielfilmen ausfüllte, die eben genau diesen Eindruck abbilden - etwa 1998 in dem Film "Eine Frau nach Maß", wo sie eine französische Provinzpostbotin darstellt, die seitens ihrer Behörden zu einer Abmagerungskur gezwungen wird, wozu sie aber nicht bereit ist. Die 1945 in Starnberg geborene Marianne Sägebrecht lernte Medizinisch-Technische Assistentin, betrieb dann aber mit ihrem Mann ein Kleinkunstlokal in Starnberg. Diesem Metier blieb sie nach der Trennung treu, in München, wo sie nicht nur ein Lokal leitete, sondern auch immer mehr selbst auf die Bühne ging, als Entertainerin, und sich einen Namen als "Mutter der Subkultur" machte. Was Wunder, dass in den 1980er Jahren der Film auf diese eigenwillige Dame mit Maß aufmerksam wurde.Redaktion Mark vom Hofe © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Hilde SchrammHintergrund: Erziehungswissenschaftlerin, gründete mit anderen die "Stiftung Zurückgeben", die jüdische Frauen fördert, Tochter des Hitler-Architekten und Rüstungsministers Albert SpeerAutorin: Sybille Plogstedt © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Albert SpeerHintergrund: Architekt und Städteplaner, Sohn des Hitler-Architekten und Reichsbauministers Albert SpeerAutorin: Ursula Deutschendorf © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: MariaHintergrund: war eine der ersten ehrenamtlichen Beraterinnen der Telefonseelsorge in BerlinAutorin: Cornelia Schäfer © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Horst JohannpeterHintergrund: einer von zehn boxenden Brüdern aus Hamm, war Deutscher Meister im Halbweltergewicht, verzichtete auf Olympia zugunsten seiner AusbildungAutor: Thomas Koch © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Gerti GonsiorHintergrund: war eine der ersten Leiterinnen einer Schule für geistig Behinderte in NRWAutorin: Maren Gottschalk © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Rudolf DresslerHintergrund: SPD-Politiker aus Wuppertal, durch die Hartz-IV-Gesetze sehr im Zwist mit seiner Partei und ihrer Ausrichtung, war Botschafter in IsraelAutorin: Marianne Bäumler © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Horst NaumannHintergrund: war bis 2010 der Herr Doktor auf dem Traumschiff, wurde dann aus Altersgründen ausgemustert, darüber zerbrach seine Freundschaft mit dem Produzenten Wolfgang RademannAutorin: Monika Salchert © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Margot FriedlanderHintergrund: gerade 90 geworden und gerade mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet für ihre unermüdliche Arbeit in Schulen, in denen sie erzählt, wie sie sich in Berlin vor den Nazis versteckte, trotzdem in Theresienstadt landete, das überlebte, während in Familie in anderen Lagern umkamAutorin: Maicke Mackerodt © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Uwe SeelerHintergrund: Ehrenspielführer der dt. Fußball-Nationalmannschaft, Symbol für ehrlichen Sport mit Fairness und Kampf bis zur letzten Minute, wird 80 JahreAutorin: Christiane Raasch © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Margarete AmelungHintergrund: wurde mit 16 Hausmädchen bei der Familie von Günter GrassAutorin: Sibylle Plogstedt © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Günter GrassHintergrund: Schriftsteller, Bildhauer, fühlt sich wie SisyphusAutorin: Sibylle Plogstedt © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Werner HolzerHintergrund: Journalist, langjähriger Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, setzte sich besonders in Artikeln für die Dritte Welt einAutorin: Ulrike Knapp © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Ursula Engelen-KeferHintergrund: Gewerkschafterin, stellv. DGB-Vorsitzende, Mitglied im SPD-BundesvorstandAutor: Ingo Zander © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
37 Jahre auf dem Leuchtturm /Walter Hoerenz über seine Arbeit auf Hiddensee /Von Kai Adler /Als Walter Hoerenz 1998 mit 65 Jahren in den Ruhestand ging, nahm er als Deutschlands letzter Leuchtturmwärter seinen Hut. 37 Jahre hatte Hoerenz seinen Dienst versehen auf der Ostseeinsel Hiddensee, länger als jeder andere in der wieder vereinigten Republik. Als er 1961 mit seiner Frau Ingeborg nach Hiddensee gekommen war, stellte sich die Insel noch viel verträumter und unerschlossener dar als heute. Es gab weder fließendes Wasser noch Wasser für die Toilettenspülung, und die Kinder des Ehepaars Hoerenz hatten auf den Sandwegen bei Wind mit dem Rad oder im manchmal bitteren Winter Mühe, täglich zur Schule zu gelangen. Und trotz allem: Hoerenz hat Hiddensee genossen, hat die Insel als seine Freiheit gesehen. /Redaktion Mark vom Hofe © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Uwe HolmerHintergrund: Pastor in der DDR, der 1990 den Honeckers unterm Dach Asyl gewährteAutor: Thomas Moser © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Hans SeeHintergrund: Prof. für Politik und Wirtschaftskriminologie in Frankfurt, Gründer von Business Crime Control Autorin: Cornelia Beuel © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Helga ZündelHintergrund: gründete SOS-Kinderdorf im LibanonAutorin: Claudia Decker © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Bahman NirumandHintergrund: iranischer Publizist, würde gern da sein, wo er gebraucht wird, im Iran, lebt aber in Berlin, wurde gerade 75Autor: Hans Detlev von Kirchbach © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Monika Wulff-MathiesHintergrund: langjährige Gewerkschafterin, galt als eisenhart am Männertisch während der Tarifverhandlungen für die ÖTVAutor: Ingo Zander © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Hans ApelHintergrund: früherer Bundesverteidigungs- und finanzminister, starb diese Woche im Alter von 79 JahrenAutor: Ingo Zander © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Knut LohmannHintergrund: war Hilter-Elite-Schüler, begann im September 1941 seine Ausbildung, davon die meiste Zeit auf der NS-Ordensburg in der EifelAutor: Thomas Becker © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Irm HermannHintergrund: Schauspielerin, entdeckt von Rainer Werner FassbinderAutorin: Monika Buschey © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Marianne KochHintergrund: Schauspielerin, Ärztin, Präsidentin der Deutschen Schmerzliga, wurde gerade 80 Jahre altAutorin: Ursula Deutschendorf © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Ein Teil des verrückten Paares /Grit Boettcher, Schauspielerin /Eine Sendung von Marion Dany /"Ich hatte diesen inneren Drang, diesen absoluten Wunsch, Schauspielerin zu werden. Und irgendwie wusste ich, dass es klappen würde", sagt Grit Boettcher, 1938 in Berliner Stadtteil Spandau geboren. Ihre Schauspielausbildung begann sie in Berlin an der Schule von Else Bongers, wo sie vom bekannten Regisseur Victor de Kowa entdeckt und gefördert wurde. Sie spielt eTheater in Berlin und München. Mit der Verbreitung des Fernsehens in den 60ziger Jahren erhielt sie immer mehr Angebote für Fernsehproduktionen. Den Höhepunkt ihrer Karriere erlebte Grit Boettcher 1977 als Sketchpartnerin von Harald Juhnke in der Reihe "Ein verrücktes Paar". 1980 bekam sie für ihre Leistungen die "Goldene Kamera".Heute lebt Grit Boettcher zusammen mit ihren Kindern Nicole und Tristan in einem Haus Ismaning bei München. Noch immer steht sie auf der Bühne, und ans Aufhören mag sie auch mit 73 Jahren nicht denken. "Die sollten mir ruhig mehr zutrauen! Diesen Drang und diese Liebe zum Spielen spüre ich immer noch", sagt sie. /Redaktion Mark vom Hofe © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Mein Traum: Madame Butterfly /Renate Holm, Sängerin /1957 sang Renate Holm in einem Spielfilm "Ach, Vöglein in der Ferne" - zu dem Zeitpunkt war der im August 1931 in Berlin geborenen jungen Frau bereits ihr Traum in Erfüllung gegangen: Sie wollte einmal die "Madame Butterfly" sein, auf der Bühne stehen, singen. Und das Berliner Vöglein zog es 1957 hinaus in die Ferne, nach Wien. Hubert Marischka hatte die junge Koloratursopranistin an der Wiener Volksoper engagiert, wo sie im Walzertraum auf der Bühne stand und mit 300 Mark ihre erste monatliche Gage erhielt. Renate Holm blieb letztlich in Österreich, wechselte zur Staatsoper, sang sich, begleitet vom Orchester Herbert von Karajans, von Erfolg zu Erfolg. Auch heute, wenn sie 80 Jahre alt wird, lebt die zur Kammersängerin ernannte Holm abwechselnd in Wien und auf ihrer in der Provinz gelegenen ehemaligen Mühle mit ihren Tieren. /Redaktion: Mark vom Hofe © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Ruth Maria KubitschekHintergrund: Spatzl wird 80; deutsche Schauspielerin, bekannt geworden bei "Kir "Royal" und als "Melissa" in einem Durbridge-KrimiAutorin: Christiane Raasch © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Beruf: Schriftsteller /Wolfgang Bittner und das Leben mit dem Schreiben /Die Wochenzeitung "Die Zeit" machte ihm ein großes Kompliment, als sie sich mit realistischer Jugendliteratur befasste und schrieb: "Bittner ist gewiss einer ihrer konsequentesten und sachkundigsten Vertreter." Wolfgang Bittner, vor 70 Jahren in Gleiwitz in Schlesien geboren und in Ostfriesland aufgewachsen, promovierter Jurist, schrieb bis jetzt rund 20 Kinder- und Jugendbücher und doppelt so viele Romane und Sachbücher. Als er im vergangenen Jahr den Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik erhielt, sagte er in seiner Laudatio über sich selbst und seine Einstellung zum Schreiben: "Ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden hatte ich immer schon, auch eine gewisse Widerständigkeit und Renitenz. Das drückt sich in meiner Arbeit aus und ist mir wertvoll. Ich habe es schon lange nicht mehr nötig, mich dem Mainstream anzupassen, zu lavieren und zu scharwenzeln."Redaktion Mark vom Hofe © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Günter SamtlebeHintergrund: ehemaliger Dortmunder Oberbürgermeister, starb 85jährig, vor einer guten WocheAutorin: Andrea Kath © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Inge GleselHintergrund: Kind kommunistischer Eltern, in Moskau geboren, kam nach dem Krieg in das Internationale Kinderheim Iwanowo, wo Kinder aus aller Welt, deren Eltern für die Revolution kämpften oder dabei umgekommen waren, untergebracht waren - eine harte KindheitAutorin: Ulrike Lückermann © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Gero Bisanz, Hintergrund: erster Trainer der deutschen Fußball-Damen, Autor: Albert Wiedenhöfer © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Erika GregorHintergrund: Filmkritikerin und FilmwissenschaftlerinAutor: Jochanan Shelliem © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Ruth WestheimerHintergrund: Sextherapeutin und BestsellerautorinAutorin: Anne Siegel © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
"Man sollte der großen Herde nachlaufen" /Fulbert Steffensky, Theologe und Pädagoge /Eine Sendung von Nina Oxenius /Fulbert Steffensky, geboren 1933, wuchs in einer kleinbürgerlichen Familie auf, die im Katholizismus tief verwurzelt war. In seinem Heimatdorf Rehlingen an der saarländisch-französischen Grenze war es nicht üblich, etwa Traditionen oder die politischen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts zu hinterfragen. Nicht nur religiöse Gründe, auch das so genannte Wirtschaftswunder der 50er Jahre mit der gleichzeitigen Verdrängung der Verbrechen während der nationalsozialistischen Herrschaft bewogen Fulbert Steffensky, mit 21 Jahren in das Benediktiner-Kloster Maria Laach in der Eifel einzutreten. Mit 35 Jahren ver-ließ er die klösterliche Gemeinschaft ohne kirchliche Erlaubnis und löste damit einen Skandal aus. Er heiratete die bekannte protestantische Theologin Dorothee Sölle, trat zum lutherischen Glauben über und gründete mit ihr gemeinsam das Politische Nachtgebet, das theo-logische Fragen mit aktueller Politik verknüpfte. Später erhielt er eine Professur an der Hamburger Erziehungsfakultät. Im Mittelpunkt seiner Überlegungen stand fortan die Frage, wie sich katholische Traditionen mit der protestantischen Streitkultur vereinbaren lassen. /Redaktion Mark vom Hofe © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Renate Schmidt, seit zwei Jahren nicht mehr aktiv in der Politik, war eine Ausnahmeerscheinung in der deutschen Parteienlandschaft, ein bunter Vogel mit sinnlicher Ausstrahlung und Charisma. Mit Mut, Hartnäckigkeit und Überzeugungskraft hat sie begonnen, die Familienpolitik umzukrempeln und solche Zeichen zu setzen, dass ihre Nachfolgerin aus den Reihen der Union, Ursula von der Leyen, Schmidts Vorarbeit fortzusetzen gedenkt. Renate Schmidt startete unter erschwerten Bedingungen ins Berufsleben. Mit 18 bekam sie das erste ihrer drei Kinder und schaffte es zur Programmiererin, Systemanalytikerin und Betriebsrätin bei Quelle in Nürnberg. 1943 in Hanau am Main geboren, in einer intakten Familie aufgewachsen, bezeichnet sich Renate Schmidt selbst als "Familientier", eine Scheidung wäre für sie nie in Frage gekommen. Ihr erster Mann starb 1984, im Mai 1998 heiratete sie ihren Lebensgefährten, den Sozialwissenschaftler und Maler Hasso von Henninges. © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Dieter BellmannHintergrund: Schauspieler, Lebensmittelpunkt Leipzig, Regisseur, wurde gesamtdeutschen Publikum als Chefarzt Prof. Simoni in der ARD-Serie "In aller Freundschaft" bekanntAutorin: Ursula Deutschendorf © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Über die große Flatter /Leonie Ossowski, Schriftstellerin /Eine Sendung von Monika Mengel /Leonie Ossowski, geboren am 15.August 1925 in Schlesien als Jolanthe von Brandenstein, hat viel geschrieben: Romane, Filmdrehbücher, Hörspiele, Radiobeiträge, Theaterstücke. Aber Leonie Ossowski sieht darin keine Literatur im herkömmlichen Sinne. Was sie verfasst habe, sagt sie, sei die Arbeit einer Aufklärerin, einer politischen Auto-rin spannend verpackter Lehrstücke. Besonders bekannt geworden ist ihr Buch "Die große Flatter", die Geschichte über den Jugendlichen Richy, der versucht, aus dem Obdachlosenmilieu auszubrechen. Diese wie ihre anderen sozialkritischen Geschichten hat Leonie Ossowski nicht erfunden, sondern selbst erlebt oder gründlich recherchiert. Sie gilt aber auch als Mahnerin und nüchterne und gleichzeitig engagierte Beobachterin der deutsch-polnischen Verhältnisse. Obwohl sie 1945, durch die Flucht aus ihrer Heimat, jeglichen Besitz verlor, hat sie sich stets vehement gegen die Vereinnahmungsversuche durch die Vertriebenenverbände gewehrt. Aufgrund eines Augenleidens kann Leonie Ossowski heute nicht mehr recherchieren, und ohne Recherche schreibe sie kein Buch, sagt sie. /Redaktion Mark vom Hofe © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Tony SheridanHintergrund: brachte die Beatles nach Hamburg, Rockmusiker aus EnglandAutor: Ulrich Kothe © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Gerhard NoackHintergrund: war Luftbrückenhelfer in Fassberg in der Lüneburger Heide, wo die Maschinen nach Berlin mit Lebensmitteln beladen wurdenAutorin: Silvia Plahl © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Werner KolendaHintergrund: beging Fahnenflucht kurz vor Kriegsende, ist heute Yoga-LehrerAutor: Michael Werhahn © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Brigitta EisenreichHintergrund: erzählt über ihre heimliche Beziehung als junge Frau zu dem Dichter Paul Celan, als sie in einem kleinen Zimmer in Paris lebteAutorin: Monika Buschey © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Klaas Ewert EwerwynHintergrund: Schriftsteller, wurde als Junge zur Wehrmacht einbezogen, musste in den letzten Kriegstagen nach das Land verteidigen, erzählt über seine Erlebnisse im Oberbergischen bei WaldbrölAutorin: Susanne Kabisch © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Alfred "Aki" SchmidtHintergrund: Fußballer, stand zweimal in der Dortmunder MeistermannschaftAutor: Thomas Koch © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Georgia Peet-TanevaHintergrund: überlebte den Todesmarsch vom KZ Ravensbrück in der Uckermark an die OstseeAutorin: Monika Mengel © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Den Todesmarsch überlebt /Georgia Peet-Taneva, Zeitzeugin im KZ Ravensbrück /Eine Sendung von Monika Mengel /Georgia Taneva, am 1.August 1922 in Südbulgarien geboren, floh mit ihrer Familie nach Warschau, weil sich ihr Vater an der bulgarischen Revolution beteiligt hatte. 1941 wurde sie, die als Nichtjüdin die jüdische Schule besucht hatte, von NS-Trupps auf offener Straße aufgegriffen, nach Deutschland verschleppt zur Arbeit in einem Gummiwerk, geflohen, gefasst, im Frühsommer 1942 - mit 19 Jahren - im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück gelandet. Sie arbeitete im Krankenrevier und in einer Außenstelle der Firma Siemens, erkrankte an Typhus. Im April 1945 wurde sie mit 600 anderen gefangenen Frauen von Ravensbrück auf den Todesmarsch Richtung Ostsee geschickt. Georgia Taneva überlebte, weil die sowjetische Armee in diesen Tagen Mecklenburg einnahm. Nach der Befreiung arbeitet sie als Dolmetscherin, Journalistin, später als Theaterreferentin. Als aktives Mitglied der Lagergemeinschaft Ravensbrück und Zeitzeugin hat Georgia Peet-Taneva Jahrzehnte lang Besucher der Gedenkstätte Ravensbrück geführt. /Redaktion Mark vom Hofe © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Ostermarschierer, Unruhestifter, Sozialforscher /Arno Klönne, Soziologe /Eine Sendung von Jürgen Salm /Jugend im Dritten Reich - niemand hat sich damit intensiver und kompetenter beschäftigt als der Paderborner Soziologe und Politikwissenschaftler Arno Klönne. In Bochum 1931 geboren, schrieb Klön-ne 1955 seine Doktorarbeit über die Hitlerjugend. Es war die erste wissenschaftliche Arbeit zu diesem Thema. Schon früh hatte er sich auch mit den Gegenmilieus zur nationalsozialistischen Staatsjugend beschäftigt, mit Widerstandsgruppen wie den Edelweißpiraten, die in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik noch totgeschwiegen wurden. In den 60er Jahren engagierte sich Klönne in der Oster-marschbewegung gegen die atomare Aufrüstung. 1961 gehörte er zu den Mitbegründern des Dortmunder Plattenlabels "pläne", das unter anderem Protestlieder von Mikis Theodorakis veröffentlichte, aber auch linke Kinderlieder wie "Der Baggerführer Willibald" von Dieter Süverkrüp. 1969 gründete Klönne zusammen mit anderen das "Sozia-listische Büro" und die Zeitschrift "links", die zum Sprachrohr der undogmatischen Linken wurde. 1980 schrieb er das Standardwerk "Die deutsche Arbeiterbewegung." Am 4. Mai feiert Arno Klönne sei-nen 80. Geburtstag. /Redaktion Mark vom Hofe © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Arnolde FaulhaberHintergrund: Ordensschwester, war 45 Jahre in Papua NeuguineaAutorin: Christiane Raasch © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Majella LenzenHintergrund: war Ordensschwester in Afrika, verteilte Kondome wegen Aids, wurde deswegen von der Kirche aus dem Orden entlassenAutor: Ingo Zander © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Er nennt sich selbst ein Genie /Markus Lüpertz, Künstler, wird 70 /Eine Sendung von Joe Schevardo /Markus Lüpertz, einer der renommiertesten und bekanntesten zeitgenössischen deutschen Künstler, macht keinen Hehl aus seiner Überzeugung, dass er nicht nur einfach gut ist, sondern ein Genie. Seine Prämisse ist, immer das Beste, das Größte und das Schönste zu schaffen. Zweifelsohne mit Erfolg: Der 1941 in Reichenberg in Böhmen geborene Maler, Grafiker und Bildhauer hat sich bisher selbst richtig eingeschätzt, denn die Genialität, die er sich zuschreibt und in der sich regelmäßig neu als Künstler erfindet, wird ihm von der Kunstkritik allenthalben attestiert. Neben viel Lob und Ehre für sein Werk, das dem Neoexpressionismus zugeordnet wird, erfährt Lüpertz wegen seiner Eitelkeit und Selbstgewissheit auch immer wieder Kritik - die ihn aber ernsthaft nicht anficht. /Redaktion Mark vom Hofe © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Salomea GeninHintergrund: Jüdin, floh mit ihren Eltern nach Australien, kam von dort mit einer kommunistischen Jugendorganisation nach Ost-Berlin, wollte das andere Deutschland mit aufbauen; die SED ließ sie aber erst viel später zu, sie entfernte sich dann wieder von der DDRAutor: Jochanan Shelliem © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Ludwig PoullainHintergrund: 1, Chef der WestLB, beriet Willy Brandt und Karl Schiller, Banker im Ruhestand in Münster mit 91 JahrenAutor: Christian Schweitzer © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Marga HenselerHintergrund: auf ihre Initiative hin beauftragte Joschka Fischer eine Historiker-Kommission zur Frage, welche Diplomaten während der NS-Zeit auch nach dem Krieg wieder im Auswärtigen Amt tätig warenAutor: Godehard Weyerer © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Klaus HarpprechtHintergrund: Journalist und Publizist, war einer der ersten deutschen Reporter in den USA nach dem Zweiten Weltkrieg, bezeichnet Amerika als seine zweite HeimatAutorin: Andrea Kath © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Helmut HüsgenHintergrund: zum Frühlingsanfang Gedanken des 91jährigen Ökopionier, Gärtners und AgrarwissenschaftlersAutorin: Susanne Kabisch © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Es gibt sehr unterschiedliche Wege, mit einer Krebserkrankung umzugehen. Wolf Dieter Müller hatte vor knapp zwei Jahren die Diagnose bekommen: Lungenkrebs. Maximal fünf Jahre Chance zu überleben, war die Prognose, die die Ärzte dem heute 67jährigen geben. Kurz vorher war sein Zwillingsbruder plötzlich und unerwartet verstorben. Mit ihm zusammen hatte Wolf Müller viele Jahre in einer Lebensgemeinschaft von über 100 Leuten gewohnt: Im so genannten "Ökodorf Sieben Linden" nahe der alten Hansestadt Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Dort, in einem kleinen Bauwagen, den er bewohnte, bereitete sich Wolf Müller im Kreis seiner Gemeinschaft auf den Moment vor - vor drei Wochen ist Wolf Müller gestorben. © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Marie-Luise NikutaHintergrund: Kult-Sängerin des Kölner Karnevals. Die 1938 in Köln-Nippes geborene Sängerin hat über 150 Songs, darunter 31 Mottolieder, komponiert und getextet.Autor: Jürgen Salm © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Tilo PrücknerHintergrund: Schauspieler, im Herbst 2010 70 geworden, bekannter und guter Schauspieler, der aber gern noch einmal Edelrollen wie Richard III spielen möchteAutorin: Christiane Raasch © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeugin: Marianne RogéeHintergrund: Schauspielerin, mimt die Isolde Pavarotti in der "Lindenstraße", wird 75 Jahre altAutorin: Ursula Deutschendorf © WDR 2011 [Zur Audiodatei]
Zeitzeuge: Walter BruneHintergrund: erfolgreicher Architekt und Städteplaner, wird 85 Jahre altAutor: Ingo Zander © WDR 2011 [Zur Audiodatei]





